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	<title>Babettes Praxis-Blog &#187; Umgang</title>
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	<description>Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt - klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link "Den ganzen Beitrag lesen".</description>
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		<title>Immer nur meckern?</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 02:10:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Kennen Sie das auch, was ich eine &#8220;Meckerbeziehung&#8221; nenne? Bei Menschen sind das Paare, bei denen z.B. er ständig an ihr herumkritisiert oder sie ihn permanent annörgelt. Die Betroffenen merken es oft gar nicht, aber von außen fällt es einem sofort unangenehm auf.
Solche Meckerbeziehungen gibt es auch in der Pferdewelt – und da leider sogar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kennen Sie das auch, was ich eine &#8220;Meckerbeziehung&#8221; nenne? Bei Menschen sind das Paare, bei denen z.B. er ständig an ihr herumkritisiert oder sie ihn permanent annörgelt. Die Betroffenen merken es oft gar nicht, aber von außen fällt es einem sofort unangenehm auf.</p>
<p>Solche Meckerbeziehungen gibt es auch in der Pferdewelt – und da leider sogar sehr häufig. Achten Sie einmal bewusst darauf, wie oft Sie im Stall so etwas hören (oder vielleicht sogar selbst sagen?), wie: <em>&#8220;Nun, steh doch mal still!&#8221;</em>, <em>&#8220;Lass das!&#8221;</em>, <em>&#8220;Hör auf damit!&#8221;</em>, <em>&#8220;Kannst du nicht einfach mal nur ruhig bleiben?&#8221;</em> oder auch die ständig ermahnende Nennung des Pferdenamens. Wie viel seltener hört man ein freundliches Wort, ein Lob oder etwas Liebevolles, nein, viel öfter wird gemeckert und genörgelt und das oft ohne dass der Mensch sich darüber wirklich bewusst ist.</p>
<p>Aber was ist das Ergebnis einer solchen Meckerbeziehung? Ein unzufriedener Mensch, ein genervtes oder verunsichertes Pferd, keine schöne Atmosphäre und kein positiver Umgang.</p>
<p>Natürlich hat jede/r von uns mal einen schlechten Tag, an dem man eben nicht so gut drauf ist und entsprechend ungeduldig. Oft aber besteht die Grundenergie einer Pferd-Mensch-Beziehung aus einem ständigen Meckern auf Menschenseite und das ist schlecht für beide. Denn: Meckern bringt nichts. Es macht selbst nur immer noch unzufriedener und lässt das Pferd abstumpfen. So wie auch wir Menschen bei Dauer-Nörgel-Beschuss abschalten, tun es auch Pferde. Das führt dann meist dazu, dass der Mensch noch mehr meckert, &#8220;um durchzukommen&#8221;.</p>
<p>Wenn Sie sich mit Ihrem Pferd in so einer Meckerbeziehung befinden und das ändern möchten, finden Sie hier dafür ein paar Tipps.</p>
<p><strong>Selbstreflexion</strong></p>
<p>Beobachten Sie sich im Umgang mit Ihrem Pferd zunächst für einige Tage einmal ganz bewusst. Nehmen Sie wahr, in welchen Situationen Sie normalerweise mit Ihrem Pferd meckern. Registrieren Sie Ihr Nörgeln, Ihre Kritik an Ihrem Pferd. Versuchen Sie, innezuhalten und Ihre automatischen (Mecker-)Reaktionen zu unterbrechen. Schimpfen Sie also nicht, sondern atmen Sie einmal tief durch und machen Sie sich eine Liste der Punkte, die Sie noch üben müssen. Wenn Sie z.B. merken, dass Ihr Pferd beim Aufsteigen am liebsten 10x anranzen würden, weil es nicht stehen bleibt, notieren Sie: Still stehen beim Aufsteigen üben.</p>
<p>Überprüfen Sie auch selbstkritisch, wie oft Sie vielleicht viel zu überzogen auf die Fehler Ihres Pferdes reagieren. Würde vielleicht auch ein leises, freundliches &#8220;Hooo&#8221; reichen, wo Sie schon grob am Strick rucken?</p>
<p>Und seien Sie sich darüber bewusst, dass die Pferde uns spiegeln. Wenn Ihr Pferd besonders nervig zu sein scheint, kann es gut sein, dass Sie mit einer besonderen Anspannung in den Stall gekommen sind. Lösen Sie also, wenn Sie merken Sie befinden sich mal wieder auf der Meckerschiene, zunächst Ihre Stimmung auf. Atmen Sie ruhig und tief, werden Sie weicher, milder und freundlicher. Fragen Sie sich, wie Sie eine andere Ausstrahlung bekommen können, auf die Ihr Pferd positiv reagieren kann.</p>
<p>Überprüfen Sie auch, worüber Sie eigentlich meckern und ob das Verhalten wirklich &#8220;meckerwürdig&#8221; ist. Ist es wirklich schlimm wenn Ihr Pferd beim Putzen mal einen Schritt zur Seite macht und nach einem Heuhalm angelt? Darf es sich wirklich nicht die Nase  am Anbinder schubbern wenn es doch so juckt?</p>
<p>Und freuen Sie sich über jedes Mal, in dem Sie ein automatisches Meckern durch eine solche Selbstreflexion unterbrechen konnten – das ist der Anfang dafür, die Beziehung zu Ihrem Pferd zu ändern.</p>
<p><span id="more-2659"></span></p>
<p><strong>Erstellen Sie sich einen Übungs-Plan</strong></p>
<p>Als nächstes erstellen Sie in Ruhe einen Übungs-Plan. Was müsste Ihr Pferd lernen, damit Sie in Zukunft nicht mehr so viel meckern müssen? Still stehen, &#8220;Nase weg&#8221; beim Satteln wenn Ihr Pferd beim Satteln schnappt usw.</p>
<p>Oft ist es nämlich so, dass wir uns über Dinge bei unserem Pferd ärgern, die wir ihm aber gar nicht wirklich beigebracht haben. Wir setzen z.B. voraus, dass das Pferd beim Aufsteigen still steht, haben es aber nie wirklich geübt. Und selbst wenn wir uns die Zeit genommen haben, dem Pferd etwas zu vermitteln, heißt das nicht, dass es sich das für alle Ewigkeiten merken wird. Vieles müssen wir einfach immer mal wieder auffrischen.</p>
<p>Nehmen Sie sich also vor, die Sachen, über die sich sich immer wieder bei Ihrem Pferd ärgern, zu üben. Gehen Sie an diese Aufgabe heran, als wenn Sie ein vollkommen rohes Pferd erziehen wollen. Setzen Sie kein Können voraus. Belohnen Sie wie bei einem Jungpferd jeden kleinen Ansatz etwas richtig zu machen.</p>
<p><strong>Grundsätzlich gilt: Lenken Sie den Fokus auf das Positive</strong></p>
<p>Ich versuche sehr konsequent nach der Devise vorzugehen: Fehlverhalten ignorieren und jedes richtige Verhalten belohnen. Tut mein Pferd also etwas, das ich nicht will, reagiere ich möglichst gar nicht darauf.</p>
<p><strong>Extra-Tipp: Alternativen ausdenken</strong></p>
<p>Überlegen Sie auch einmal, ob Ihnen Gegenübung einfallen, die Ihnen helfen können, aus der Meckerschiene herauszukommen. Sprich: macht Ihr Pferd etwas, das Sie nicht wollen, fragen Sie eine Übung ab, die Sie ihm vorher beigebracht haben und belohnen das Pferd dann dafür. So kann man viele Nörgelanlässe sehr elegant umgehen und Sie beide haben schnell gute Laune.</p>
<p><strong>Und: immer schön locker bleiben &#8230; </strong></p>
<p>&#8230; denn wenn Sie viel entspannter sind und nicht mehr so viel meckern, kann auch Ihr Pferd viel entspannter sein und wird mehr richtig machen.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Aus der Fohlenschule: So bringen Sie einem Fohlen bei sich Führen zu lassen</title>
		<link>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/10/18/fohlenschule_fuehren/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Oct 2011 02:08:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[In meinem Blogbeitrag von letzter Woche habe ich über meine Sichtweise zum Umgang mit Fohlen geschrieben und darüber, was sinnvoll ist, einem Fohlen schon früh zu lehren und was nicht. Was ich meinen Fohlen schon sehr früh beigebracht habe, ist das Sich-Führenlassen am Halfter. Und wie ich das mit meinen Fohlen geübt habe, erkläre ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In meinem <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/10/11/wieviel-soll-man-mit-fohlen-machen/">Blogbeitrag von letzter Woche</a> habe ich über meine Sichtweise zum Umgang mit Fohlen geschrieben und darüber, was sinnvoll ist, einem Fohlen schon früh zu lehren und was nicht. Was ich meinen Fohlen schon sehr früh beigebracht habe, ist das Sich-Führenlassen am Halfter. Und wie ich das mit meinen Fohlen geübt habe, erkläre ich Ihnen heute.</p>
<p><strong>Die Stricktechnik nach Linda Tellington-Jones<br />
</strong></p>
<p>Ich habe meinen Fohlen das Geführtwerden so beigebracht, wie ich es  in dem Video &#8220;Fohlen erziehen- sanft und konsequent&#8221; von Linda Tellington-Jones gesehen habe.</p>
<p>Für die ersten Trainingseinheiten braucht Ihr Fohlen noch kein Halfter tragen. Sie brauchen nur einen ausreichend langen Strick. Zeigen Sie dem Fohlen den Strick und berühren es vorsichtig damit. Lässt es sich das gut gefallen, streichen Sie es am ganzen Körper mit dem Strick ab. Loben Sie viel!</p>
<p>Nun legen Sie diesen Strick wie eine Acht um den Körper des Fohlens. Die eine Schlaufe  der Acht wird vorne um die Brust gelegt, die andere Schlaufe um   die Hinterhand des  Fohlens. Dort wo beide Schlaufen zusammentreffen,   kurz hinter dem Widerrist des  Fohlens, halten Sie den Strick. Wie das aussieht, sehen Sie hier:</p>
<p><em>(Bitte nutzen Sie Ihre Vorstellungskraft. Da ich gerade nicht mit einem Fohlen dienen kann, übernimmt heute unser <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2010/11/09/unser-buddy-in-seiner-ersten-filmrolle/">Starschauspieler</a> Buddy die Rolle <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  )</em></p>
<p><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen12.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2532" title="fohlen1" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen12.jpg" alt="" width="300" height="264" /></a><span id="more-2484"></span>Nehmen Sie sich zunächst ein bis zwei Übungseinheiten Zeit, das Fohlen  an den Strick um den Körper zu gewöhnen. Wenn Ihr Fohlen an das Anlegen  des Strickes um den Körper gewöhnt ist, brauchen Sie einen Helfer, der  die Mutter des Fohlens ans Halfter nimmt und auf Ihre Anweisungen hin  die Stute ein paar Schritte anführt und wieder anhält.</p>
<p>Bitten Sie also  den Helfer, die Mutter  anzuführen. Das Fohlen wird mit Sicherheit mit  seiner Mutter mitgehen wollen. In dem Moment, wo das Fohlen losgeht,  wenn möglich sogar schon kurz davor, geben Sie etwas  Druck mit der  Schlaufe an der Hinterhand, so dass das Fohlen die Hilfe  an der  Hinterhand mit dem Antreten verbinden kann und sprechen das Kommando &#8220;<em>Und Scheeeritt</em>&#8220;. Loben Sie mit weicher Stimme das Antreten und Gehen des Fohlens.</p>
<p><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen22.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2533" title="fohlen2" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen22.jpg" alt="" width="300" height="256" /></a><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen33.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2535" title="fohlen3" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen33.jpg" alt="" width="300" height="239" /></a><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen4.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2536" title="fohlen4" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen4.jpg" alt="" width="260" height="321" /></a></p>
<p>Nach wenigen Schritten hält der Helfer die Mutter wieder an. Auch das Fohlen wird stehenbleiben wollen. Ihre Aufgabe ist es nun, in diesem Moment ein Signal auf der Brust des Fohlens mit der vorderen Schlaufe und  das Stimmkommando &#8220;<em>Und Haaalt</em>&#8221; zu geben. Auch jetzt loben Sie Ihr Fohlen natürlich sehr, sobald es stehen bleibt.</p>
<p>So üben Sie wiederholt  das Antreten und Anhalten, bis Ihr Fohlen antritt, wenn Sie die Schlaufe  an die Hinterhand annehmen und das Stimmkommando zum Angehen geben und wenn es anhält, wenn Sie die Schlaufe an der Brust  annehmen und das Stimmkommando zum Anhalten sagen.</p>
<p><strong>Halten Sie die Übungseinheiten kurz</strong></p>
<p>Wichtig ist, dass Sie die Übungseinheiten sehr kurz halten und Ihrem Fohlen viele Pausen geben, in denen Sie es über das Gelernte nachdenken lassen.  Üben Sie nie länger als 5-7  Minuten, denn länger kann sich so ein kleiner Knopf  nicht konzentrieren. Wird das Fohlen unsicher, versucht es sich zu befreien und auch selbst dann, wenn es steigen sollte: Bleiben Sie ruhig und sanft. Beruhigen Sie das Fohlen. Strafen Sie nicht. Es ist nicht aus böser Absicht widersetzlich und es wird sich schnell an Ihr Tun gewöhnen. Die Routine bringt den Gehorsam.</p>
<p><strong>Ab jetzt mit Halfter und Führstick</strong></p>
<p>Klappt es mit dem Strick gut, ist der Zeitpunkt gekommen, Ihr Fohlen zusätzlich zum Seil um den Körper mit einem Halfter mit Führstrick auszustatten. Auch hier gilt natürlich: Üben Sie zunächst in Ruhe das Anlegen des Halfters.</p>
<p>Akzeptiert Ihr Fohlen also das Halfter am Kopf, geht es zuverlässig auf Ihr Kommando los und entspannt mit Ihnen mit, lassen Sie zuerst die Schlaufe an  der  Hinterhand weg und ersetzen die Hilfegebung der Schlaufe um die Hinterhand durch das Antippen mit einer  Gerte an diese. Genau in dem Moment, in dem Sie das Kommando zum Antreten geben, gehen Sie mit der Hand am Führstrick vor. So kann Ihr Fohlen die Verknüpfung vom bereits bekannten Signal an der Hinterhand plus Stimmkommando, zum neuen Signal am Führstrick erstellen. Später lassen Sie dann auch die Schlaufe an der Brust weg und  ersetzen  das Zeichen an der Brust mit dem Anlegen Ihrer Hand oder mit der Gerte an die  Brust. Die Hand am Führstrick geht in diesem Moment zurück.</p>
<p><strong>Vom Einfachen zum Schweren </strong></p>
<p>Nach und nach können Sie dann Ihr Fohlen einige Schritte von der Mutter wegführen, aber nur, soweit Sie es sanft  überredet bekommen und es keine Anzeichen von Widersetzlichkeit und Stress zeigt. Zwingen Sie es nicht! Wenn Sie merken, dass Ihr Fohlen  sich zu sehr sträubt, drehen Sie um und gehen Sie wieder zur Mutter zurück.  Loben Sie jeden richtigen Ansatz sehr. Nach und nach wird Ihr Fohlen mutiger  werden und sich etwas weiter von der Mutter entfernen lassen.</p>
<p>Meine Fohlen haben auf diesem Weg alle in relativ wenigen Einheiten völlig stressfrei gelernt, sich von  mir führen zu lassen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie viel und was soll man mit Fohlen machen?</title>
		<link>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/10/11/wieviel-soll-man-mit-fohlen-machen/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 02:29:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf meinen Blogbeitrag &#8220;Gedanken zum Thema: Einsatz von “scharfen” Ausbildungsgegenständen&#8221; bekam ich viele Reaktionen, für die ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte. In einem von diesen Kommentaren fragte Susanne Folgendes:
Was mache ich z.B., wenn mein drei Monate altes Fohlen, das gerade  lernen soll, auch mal von Mama weg aus dem Paddock [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf meinen Blogbeitrag <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/09/20/gedanken-zum-thema-einsatz-von-scharfen-ausbildungsgegenstanden/">&#8220;Gedanken zum Thema: Einsatz von “scharfen” Ausbildungsgegenständen&#8221; </a>bekam ich viele Reaktionen, für die ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte. In einem von diesen Kommentaren fragte Susanne Folgendes:</p>
<p><em>Was mache ich z.B., wenn mein drei Monate altes Fohlen, das gerade  lernen soll, auch mal von Mama weg aus dem Paddock geführt zu werden  (dabei aber noch in ihrer Sichtweite) ohne erkennbare Anzeichen von  Angst oder Unsicherheit, sondern dem Anschein nach eher ungehalten und  ärgerlich, einfach nach ein paar Minuten anfängt an der Hand zu steigen?  Wie soll ich dem entgegen wirken? Meine Stallbesitzerin – seit vielen Jahren Züchterin – rät mir dazu, sie bei Gelegenheit umzuschmeißen – wie  wirke ich dieser womöglich beginnenden Unart entgegen ohne Zwang  auszuüben?</em></p>
<p><strong>Wichtige grundsätzliche Fragen</strong></p>
<p>Diese Frage wirft für mich verschiedene Aspekte auf, über die ich mir als Besitzer eines Fohlens Gedanken machen muss:</p>
<ul>
<li>Ist es sinnvoll und richtig, ein drei Monate altes Fohlen von der Mutter wegführen zu wollen?</li>
<li>Wie viel sollte man generell mit Fohlen tun?</li>
<li>Was sollen/müssen Fohlen in ihren ersten Lebensmonaten lernen?</li>
<li>Welche Maßnahmen sind dafür geeignet?</li>
</ul>
<p>An dieser Stelle eine Anleitung über den Umgang mit Fohlen zu schreiben, würde den Rahmen sprengen, aber einige Gedanken und eigene Erfahrungen möchte ich in diesem und in folgenden Blogbeiträgen niederschreiben und auch Susanne eine Antwort auf ihre Frage geben.</p>
<p><strong>Meine kleine Friesenzucht</strong></p>
<p>Ich hatte zu Beginn meiner Zeit auf meinem <a href="http://babette.wege-zum-pferd.de/">Hof</a> in kleinem Rahmen Friesen gezüchtet. Ich habe also selbst einige Fohlen gezogen und sie die erste Zeit ihres Lebens begleitet. So musste ich mich zwangsläufig mit den obigen Fragen auseinandersetzen.</p>
<p><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen11.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2496" title="fohlen1" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen11.jpg" alt="" width="350" height="175" /></a></p>
<p><strong><span id="more-2410"></span>Mein Idealbild eines Fohlenlebens</strong></p>
<p>Mein Idealbild einer Pferdekindheit sieht so aus, dass ein Fohlen bis mindestens zum dritten Lebensjahr auf endlos großen Weiden inmitten einer ausgewogenen Herde in Gesellschaft mit anderen Fohlen seine Kindheit genießen darf, ohne dass der Mensch in diese Idylle eingreift und ohne dass das Fohlen negative Erfahrungen mit uns Zweibeiner machen muss. Soweit zum Idealbild &#8230;</p>
<p>Die Realität sieht aber, zumindest hierzulande, anders aus. In der Realität gibt es Fohlenschauen, Termine beim Tierarzt und Hufschmied und viele andere Gelegenheiten und Gründe, bei denen das Fohlen auf uns Menschen trifft, und es sich nicht vermeiden lässt, dass das Fohlen von Menschen angefasst wird und seine Erfahrungen mit uns macht.</p>
<p>Auch ich habe meine Fohlen auf Zuchtschauen vorgestellt und sie regelmäßig vom Tierarzt und Hufschmied behandeln lassen. So war es mir wichtig, dass ich  meinen Babys schon ein paar Dinge beibrachte, u.a. sich am Halfter führen zu lassen, die Hufe zu geben und dass  sie mit dem Menschen soweit vertraut sind, dass ich keine  Zwangsmaßnahmen anwenden musste, wenn z.B. der Tierarzt für eine Impfung kam.</p>
<p><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen31.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2497" title="fohlen3" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen31.jpg" alt="" width="300" height="217" /></a></p>
<p>Ich vertrete die Meinung, dass wenn sich der Kontakt zu uns Menschen schon nicht vermeiden lässt und wir das Fohlen für bestimmte Dinge händeln müssen, dann sollen diese Erfahrungen zumindest nicht traumatisch, am besten sogar so positiv wie möglich sein.</p>
<p><strong>Eine Gratwanderung</strong></p>
<p>Ich habe schon beide Extreme erlebt: Die einen bereiten ein Jungpferd auf nichts vor, lassen es komplett in Ruhe und wenn dann ein Termin wie z.B. der Besuch beim Hufschmied oder das Brennen ansteht, ist das Fohlen extrem gestresst, überfordert und die Termine werden für das Pferd zum negativen Erlebnis. Meistens muss dann zu Zwangsmaßnahmen gegriffen werden und wenn man ein sensibles Seelchen erwischt hat, kann das Trauma nach so einem Termin tief verankert sein. Die anderen machen viel zu viel mit ihrem Jungtier, verhätscheln es und verderben dem Pferd die Jugendzeit, indem sie mit ihrem Jährling schon Natural Horsemanship Training machen, es longieren, freispringen lassen  oder ein Fohlen von sechs Monaten schon ohne die Mutter alleine auf Spaziergänge  mitnehmen.</p>
<p>Für  mich gilt es hier den goldenen Mittelweg zu finden.</p>
<p><strong>So wenig wie möglich – so viel wie nötig</strong></p>
<p>Ich habe es mit meinen Fohlen so gehandhabt, dass ich sie schon in den ersten Lebenstagen an meine Gegenwart und auch an Berührungen von mir gewöhnt habe. Ich habe mich in den Auslauf zu Mutter und Kind gesetzt und da Fohlen von Natur aus neugierige Wesen sind, haben sie recht bald meine Nähe akzeptiert und sich von mir anfassen und streicheln lassen. So habe ich ein paar Tage immer mal wieder etwas Zeit mit ihnen verbracht, nur damit sie mich kennen lernen. Die Kleinen hatten sehr bald ihre Scheu verloren und akzeptierten mich als Popo- und Halskratzer. Ich habe sie ebenso relativ früh an ein Halfter gewöhnt und mit ihnen das Führen an der Seite ihrer Mutter geübt. Auch gewöhnte ich sie an das Abstreichen der Beine und das Anheben der Hufe.</p>
<p><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen21.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2498" title="fohlen2" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fohlen21.jpg" alt="" width="300" height="220" /></a></p>
<p>Meine Übungszeiten waren immer nur kurz, also wirklich nur wenige Minuten. Ich verzichtete dabei, so weit es möglich war, auf Anwendung von Druck, Zwang und Strafe, achtete aber gleichzeitig sehr darauf, dass die Fohlen von Anfang an verstanden, dass ich kein Spielkumpel bin, den man ansteigen und anfressen darf.  Wurden die kleinen Racker zu wild, gab es ein streng gesprochenes &#8220;Nein&#8221; und ein <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/06/28/time-out-lob-oder-strafe/">&#8220;Time out&#8221;</a>.</p>
<p><strong>Das Fohlen ABC</strong></p>
<p>Mein persönliches Fohlen ABC bestand aus diesen Punkten:</p>
<ul>
<li>Gewöhnung an ein Halfter</li>
<li>Führen neben der Mutter</li>
<li>sich überall anfassen zu lassen</li>
<li>Hufe zu geben</li>
</ul>
<p>Mehr ist in meinen Augen, zumindest im ersten Jahr, nicht nötig. Allerdings finde ich es nicht verkehrt, wenn die Kleinen <strong>freilaufend neben der Mutter</strong> schon einiges anschauen und erleben können. Sei es das Aufbrennen eines Hufeisens, das Rein und Raus aus einem Pferdeanhänger oder auch kurze Ausflüge ins Gelände.</p>
<p><strong>Vermeidung von Überforderung</strong></p>
<p>Meine Kleinen lernten das oben stehende Programm allesamt recht schnell und stressfrei. Ich achtete bei allem, was ich geübt habe, darauf nichts zu verlangen, was die Fohlen in Abwehr und Stress und damit in Widersetzlichkeit bringen würde. So wurde alles immer <strong>im engen Kontakt zur Mutter</strong> geübt. Wenn ich also Führtraining gemacht habe, dann hinter der Mutter oder neben ihr her, aber nicht von dieser weg.</p>
<p><strong>Wenn das Fohlen steigt<br />
</strong></p>
<p>Ja, auch meine Fohlen hatten ab und an die Idee, eigene Wege gehen zu wollen und versuchten, sich schon mal mittels Steigen zu befreien. Ich habe dann darauf geachtet, dass ich seitlich am Fohlen blieb und nicht getreten wurde. Dabei blieb ich freundlich und wartete, dass mein Fohlen sich wieder beruhigt, was auch immer schnell der Fall war. Darauf wurden sie sehr gelobt und gekrault. Bei keinem meiner Fohlen hat sich ein Problem daraus entwickelt. Keines lernte dabei, dass Steigen eine lohnende Angelegenheit sei und schnell war das Thema Steigen gegessen.</p>
<p><strong>Ein absolutes No Go!</strong></p>
<p>Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, ein steigendes Fohlen umzuschmeißen könnte eine gute Idee sein! Diesen Ratschlag finde ich wirklich sehr schlimm! Bitte, machen Sie das auf gar keinen Fall! Dieser &#8220;Ratschlag&#8221; ist in meinen Augen an Verantwortungslosigkeit und Grobheit kaum zu übertreffen. Soll so die Basis für eine vertrauensvolle gemeinsame Zukunft in der Parnerschaft Mensch und Tier gelegt werden?</p>
<p>Ich finde das einfach nur traurig und bin entsetzt darüber, das solche Ratschläge von Pferdemenschen gegeben werden.</p>
<p>Glauben Sie mir: <strong>Es geht auch anders!</strong></p>
<p>Aus meiner eigenen Erfahrung heraus würde meine Antwort auf Susannes Frage lauten:</p>
<p><em>Übe das Führen die nächste Zeit noch nicht von der Mutter weg. Warte damit noch einige Wochen und gehe dann so kleinschrittig vor, dass Dein Fohlen nicht so großen Stress bekommt, dass es widersetzlich wird. Gehe erst mal nur drei Schritte und drehe dann gleich wieder um, so dass Dein Fohlen die Erfahrung macht, dass es gleich wieder zurück zu Mutti geht. Wenn Dein Fohlen steigt, pass gut auf, dass Du nicht unter die Hufe gerätst. Ansonsten ignoriere das Verhalten. Bleibe ruhig und lobe jeden richtigen Ansatz des Fohlens, bei dem es lieb bei Dir bleibt. Mache nur kurze Übungseinheiten. Achte darauf, Deine Anforderungen nicht zu hoch zu setzen und das Fohlen nicht zu überfordern. Dein Fohlen wird sich daran gewöhnen und sich mit der Zeit immer mehr trauen, von der Mutter weg zu gehen. Wie lange es dazu braucht, entscheidet ganz alleine das Fohlen. Höre bitte nicht auf Ratschläge, die auf Unterwerfung und Gewalt abzielen, wenn Du Dein Ziel ist, eine Vertrauensbasis mit Deinem Fohlen aufzubauen.</em></p>
<p>Im nächsten Blog werde ich Ihnen zeigen, wie ich mit meinen Fohlen das Führen geübt habe.</p>
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		</item>
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		<title>Sprechen Sie einen Dialekt?</title>
		<link>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/09/13/sprechen-sie-einen-dialekt/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 02:56:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf meinen Kursbesuchen in allen möglichen Teilen Deutschlands fühle ich mich oftmals so als befände ich mich im Ausland. Denn zum Teil verstehe ich die dort &#8220;Einheimischen&#8221; kaum und das, obwohl sie dieselbe Muttersprache sprechen wie ich. Die Dialekte sind aber tatsächlich teilweise so unverständlich für mich wie eine Fremdsprache.
Wie schwer muss es erst für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf meinen Kursbesuchen in allen möglichen Teilen Deutschlands fühle ich mich oftmals so als befände ich mich im Ausland. Denn zum Teil verstehe ich die dort &#8220;Einheimischen&#8221; kaum und das, obwohl sie dieselbe Muttersprache sprechen wie ich. Die Dialekte sind aber tatsächlich teilweise so unverständlich für mich wie eine Fremdsprache.</p>
<p><strong>Wie schwer muss es erst für unserer Pferde sein?</strong></p>
<p>Diese Tatsache hat mich zum Nachdenken gebracht: Wenn es mir schon  so unendlich schwerfällt, meine eigenen &#8220;Artgenossen&#8221;, die dieselbe Muttersprache sprechen wie ich, zu verstehen – wie mag es dann erst unseren Pferden ergehen?</p>
<p>Nicht nur, dass sie eine ganz andere Spreche sprechen und verstehen als wir, nein, sie müssen es auch noch schaffen in dieser Fremdsprache die ganzen verschiedenen Dialekte dieser Sprache zu verstehen. Denn ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch ein Kommando für ein und dieselbe Übung, z.B. für das Rückwärtsrichten, etwas unterschiedlich gibt, also quasi <strong>mit seinem eigenen Dialekt innerhalb einer Fremdsprache </strong>mit dem Pferd spricht.</p>
<p>Und da wundern wir uns wirklich, dass Pferde so oft nicht richtig auf unsere &#8220;Hilfen&#8221; reagieren und Schwierigkeiten haben, uns verstehen?</p>
<p>Ich mich nicht mehr! <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Der Kampf zum nächsten Grashalm &#8211; so vermeiden Sie ihn auf elegante Weise</title>
		<link>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/07/05/der-kampf-zum-nachsten-grashalm/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 02:29:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie kennen sicherlich auch diese armen, bemitleidenswerten Geschöpfe (auch Pferd/Pony genannt   ) , die kurz vor dem Hungertod stehen und deswegen der Meinung sind, dass der Mensch am Ende des Strickes nur ein lästiges Anhängsel ist, welches ohne Rücksicht auf Verluste mitgeschleift werden darf, hin zu einem grünen Stück Naturboden? Ja, ich rede [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie kennen sicherlich auch diese armen, bemitleidenswerten Geschöpfe (auch Pferd/Pony genannt <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ) , die kurz vor dem Hungertod stehen und deswegen der Meinung sind, dass der Mensch am Ende des Strickes nur ein lästiges Anhängsel ist, welches ohne Rücksicht auf Verluste mitgeschleift werden darf, hin zu einem grünen Stück Naturboden? Ja, ich rede von den Exemplaren der Gattung Equus, die es in Perfektion gelernt haben, sich beim Führen vom Menschen loszureißen, um die Nase in den nächsten saftigen Grasbüschel zu versenken. Wer glaubt, dass passiert nur schwächlichen Mädchen, täuscht sich sehr. Ich habe schon gestandene Mannsbilder wie ein Fähnchen im Winde hinter ihren Pferden herwehen sehen&#8230;</p>
<p><strong>Der &#8220;normale&#8221; Weg mit diesem Problem umzugehen, ist fast immer ein Weg des Kampfes</strong></p>
<p>Vielfach beginnt dann auf der Seite des Menschen das große Aufrüsten: Es werden Führketten über Pferdenasen geschnallt, an Trensen oder sogar auf Kandare gezäumt geführt, Steigergebisse verwendet und ähnliches Zubehör mehr verwendet, um mit dem Problem mehr schlecht als recht fertig zu werden. Dabei sieht man oftmals unschöne Szenen, bei denen scharf an Halftern/Trensen geruckt, hektisch mit Gerten vor Pferdenasen gewedelt oder diese auch massiv gegen das Pferd eingesetzt werden, alles mit dem häufigen Ergebnis: Der Mensch hat ein paar Brandwunden mehr an den Händen und sein Pferd steht ein paar Meter weiter mit der Nase im Gras &#8230;</p>
<p><strong>Das darf nicht sein!</strong></p>
<p>Keine Frage: Ein Pferd, welches sich losreißt, gefährdet sowohl sich als auch seine Umwelt immens! Und ja, hier gilt es Abhilfe zu schaffen und das Losreißen des Pferdes zuverlässig zu unterbinden. Ich habe in <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/01/25/hilfe-mein-pferd-reisst-sich-beim-spazierengehen-los-und-rennt-richtung-autobahn/" target="_blank">diesem Blogbeitrag</a> schon mal ausführlich geschrieben, wie mein Weg aussehen würde, so ein  &#8220;Losreißprofipferd&#8221; umzuerziehen und Tania hat <a href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2011/05/05/tauziehenumsgras/" target="_blank">hier</a> bereits ihre Tipps zum Thema &#8220;Gras fressen&#8221; aufgeschrieben.</p>
<p><strong><span id="more-2042"></span>Was aber tun, wenn man nicht bereit ist diesen Weg zu gehen oder/und die Zeit drängt?</strong></p>
<p>Nun bin ich nicht so naiv zu glauben, dass jeder bereit ist, diese doch zugegebenermaßen etwas aufwändigeren und längeren Wege der Grunderziehung und Kommunikationsarbeit mit (s)einem Pferd zu gehen. Oftmals ist es ja nicht mal das eigene Pferd, welches der Mensch von A nach B führen muss. So ist mit Sicherheit z.B. kaum ein Stallbesitzer/Stallmitarbeiter, der täglich mehrere Pferde von Einstellern auf die Weide und zurück bringen muss bereit, dass Pferd eines anderen zeitaufwändig zu erziehen.</p>
<p>Was also soll man tun? Doch den unschönen Weg des Aufrüstens und Gewalteinsatzes gehen? Doch zu Zubehör wie Führkette &amp; Co greifen und bereit sein, diese Gegenstände massiv einzusetzen in der Hoffnung, dass das Pferd dann irgendwann sein Verhalten einstellt?</p>
<p>Bei der Vorstellung verkrampft sich mein Magen&#8230;</p>
<p>Es gibt noch eine andere Alternative, die ich Ihnen hier vorstellen möchte. Dieser Tipp stammt von einer Nutzerin aus unserem <a href="../../forum/index.php">Forum</a> und diese hat ihn von Frau Tellington-Jones auf einem Seminar  mitgenommen. Ich fand diesen Tipp so gut, dass ich Ihnen diesen hier  gerne vorstellen möchte und ich gebe zu, ich wäre selbst wohl nie im  Leben auf diese pfiffige Idee gekommen. <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>&#8220;Grasen&#8221; während des Führens erlauben und ermöglichen, aber nicht vom Boden aus</strong></p>
<p>Sie brauchen dafür eine so genannte Fressbremse. Das sind korbartige Plastikvorrichtungen, die über das Maul verschnallt werden und durch die die Pferde immer nur einige Halme Gras zupfen können.  Nun legen Sie in diese Fressbremse eine Handvoll Gras (Aber Achtung! Stopfen Sie die Fressbremse bitte nicht so voll, dass Ihr Pferd am leckeren Grün erstickt <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ) . Führen Sie dann Ihr Pferd mit der Fressbremse vor dem Maul, so dass auf dem Weg das Gras aus der Fressbremse verspeisen kann.</p>
<p>Der Clou: Sie geben dem Pferd auf diese Weise das, was es gerade so sehr begehrt. Die Motivation des Pferdes, sich losreißen zu  wollen, wird dadurch genommen.</p>
<p>Soweit die Idee hinter diesem Tipp <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>Darf man das Problem einfach vermeiden?</strong></p>
<p>Ich kann mir vorstellen, dass einige von Euch jetzt skeptisch überlegen, ob man das Problem wirklich einfach mit diesem &#8220;Trick&#8221; vermeiden darf, denn das waren auch meine Gedanken. Ich für mich kam zu dem Entschluss:  Ja, man darf!</p>
<p>Sicherlich wäre für mich der Königsweg mit einem solchen Problem umzugehen der grundsätzliche Erziehungsweg (oder sagen wir lieber Beziehungsweg). Aber zum einen ging es ja vor allem um das Problem, dass oft Leute Pferde führen müssen, die keine Zeit und keine Lust haben, die Pferde zu erziehen. Aber selbst beim eigenen Pferd: Was spricht dagegen, auch gerade in der Zeit, wo man idealerweise parallel an dem Problem mittels Führtraining, Clickertraining, Ausbildung, Beziehungsarbeit usw. arbeitet, die Wege von A nach B auf diese Weise<strong> sicher, stressfrei und so positiv wie irgendwie möglich</strong> zu gestalten? Diesen &#8220;Trick&#8221; anzuwenden schließt ja nicht aus, gleichzeitig an allem anderen zu arbeiten, im Gegenteil!</p>
<p>Ist nicht alles gut und erlaubt, was uns einen gewaltfreieren und sichereren Umgang mit dem Pferd ermöglicht und die Beziehung zwischen Pferd und Mensch verbessert?</p>
<p><strong>Der Tipp im Praxistest</strong></p>
<p>Wenn ich Ihnen einen solchen Tipp hier vorstelle, möchte ich ja zu mindestens ausprobiert haben, wie praxistauglich dieser Tipp in der Anwendung ist. Auch wenn ich zum Glück gerade kein Pferd habe, welches mich vor ein Losreißproblem stellt, so habe ich trotzdem versucht, mit Pepe die Szene nachzustellen.</p>
<p>Ich habe also etwas Gras in eine Fressbremse getan:</p>
<p><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fb1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2074" title="fb1" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fb1.jpg" alt="" width="300" height="398" /></a>Pepe diese angezogen:</p>
<p><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fb2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2075" title="fb2" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fb2.jpg" alt="" width="300" height="398" /></a><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fb3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2076" title="fb3" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/fb3.jpg" alt="" width="300" height="317" /></a>Und habe Pepe dann so geführt, was auch problemlos funktionierte. Nur war das Gras in der Fressbremse sehr schnell aufgefuttert. Sehr weit kommt man also mit einer Füllung nicht. Um hier gerüstet zu sein, wären für mich zwei Lösungswege denkbar:</p>
<ul>
<li>Einen Jutebeutel voll mit Gras für unterwegs mitnehmen, um die Fressbremse immer wieder von der Seite her nachfüllen zu können.</li>
<li>Einen Futterbeutel zum Umhängen, anstatt der Fressbremse verwenden.</li>
</ul>
<p>Falls Sie also mit Ihrem Pferd diesen Tipp mal ausprobieren sollten, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie hier einen Kommentar hinterlassen und unseren Lesern und mir ein Feedback geben, ob dieser Tipp Ihnen geholfen hat und wie Ihre Erfahrungen verlaufen sind.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Über Sinn und Unsinn so mancher Umgangsregel, die wir unseren Pferden aufstellen</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 02:14:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir alle haben im Umgang mit unseren Pferden Regeln und Gesetze, auf dessen Einhaltung der eine Pferdebesitzer mehr, der andere weniger   konsequent achtet. Und das ist auch gut und richtig so. Ohne Regeln wäre das Leben sowohl für uns als auch für unsere geliebten Vierbeiner deutlich anstrengender, verwirrender und oftmals auch viel zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir alle haben im Umgang mit unseren Pferden Regeln und Gesetze, auf dessen Einhaltung der eine Pferdebesitzer mehr, der andere weniger <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  konsequent achtet. Und das ist auch gut und richtig so. Ohne Regeln wäre das Leben sowohl für uns als auch für unsere geliebten Vierbeiner deutlich anstrengender, verwirrender und oftmals auch viel zu gefährlich. So will ich an dieser Stelle auch nichts gegen (sinnvolle <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ) Regeln schreiben und ja, wer Regeln aufstellt sollte, um für sein Pferd berechenbar zu sein, immer konsequent auf die Einhaltung der aufgestellten Regeln achten.</p>
<p>Aber ich will an dieser Stelle dazu anregen, mal genau zu reflektieren:</p>
<ul>
<li>Welche konkreten Regeln und Gesetze will ich im Umgang mit meinem Pferd aufstellen?</li>
<li>Sind das sinnvolle und pferdegerechte Regeln?</li>
</ul>
<p><strong>Welche Regeln möchten Sie aufstellen?</strong></p>
<p>Überlegen Sie sich einmal in Ruhe, was Ihnen im Umgang mit Ihrem Pferd wirklich wichtig ist und welche Regeln Sie aufstellen möchten. Machen Sie sich am besten eine Liste, die z.B. so aussehen könnte:</p>
<p>Mein Pferd</p>
<ul>
<li>soll beim Führen auf mich achten.</li>
<li>soll ruhig stehen bleiben, wenn ich aufsteige.</li>
<li>soll nicht in meiner Jackentasche nach Leckerlis suchen.</li>
<li>soll ruhig am Putzplatz stehen.</li>
<li>&#8230;</li>
</ul>
<p>Machen Sie bitte keine Endlosliste, sondern überlegen Sie sich gut, was Ihnen wirklich wichtig ist. Je mehr Regeln Sie aufstellen, desto komplizierter wird es für Sie und Ihr Pferd! Machen Sie sich bitte bewusst, dass Sie Ihrem Pferd Ihre Regeln ja auch erklären müssen, d.h., dass Sie Ihr Pferd dahin ausbilden und erziehen müssen, damit Ihr Pferd irgendwann Ihre Regeln kennt und einhalten kann. Und was für uns einleuchtend erscheinen mag, ist für das Pferd noch lange nicht so. Ihr Pferd weiß nichts von Ihren Regeln und wahrscheinlich wird es auch den Sinn dahinter nicht so sehen wie Sie. <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>Sind Ihre Regeln sinnvoll?</strong></p>
<p>Wenn Sie Ihre Liste geschrieben haben, überprüfen Sie Ihre Regeln bitte darauf, ob Ihre Regeln tatsächlich sinnvoll und auch pferde<strong>gerecht</strong> sind. Es gibt z.B. noch viele altmodische Regeln im Umgang mit Pferden, die nachgewiesenermaßen sinnlos, teilweise sogar schädlich für ein Pferd sind so wie z.B. die Regel, das man immer nur von links auf ein Pferd aufsteigen soll und ein Pferd immer nur von links geführt werden soll&#8230;</p>
<p><span id="more-1689"></span></p>
<p>Damit Sie besser nachvollziehen können, warum ich diesen Blog schreibe, möchte ich Ihnen ein Beispiel geben:</p>
<p><strong>Sich kratzen verboten!</strong></p>
<p>Auf einem meiner Kurse erlebte ich folgende Szene: Eine Kursteilnehmerin stand mit ihrem Pferd  am Halfter neben sich auf dem Platz und hörte meinen Erklärungen zu. Ihr Pferd stand lieb und brav neben ihr. Irgendwann nahm es den Kopf herunter und kratzte sich selber mit der Nase am eigenem Bein. Als Reaktion ruckte die Kursteilnehmerin ihrem Pferd deutlich am Halfter den Kopf hoch und schickte es dann energisch mehrere Schritte rückwärts, um es zurechtzuweisen.</p>
<p>Ich war von dieser Aktion irritiert und fragte die Frau, was ihr Pferd getan hatte und warum sie ihr Pferd gerade so deutlich &#8220;gemaßregelt&#8221; hatte. Als Antwort bekam ich zu hören: &#8221; <em>Der darf sich nicht kratzen, wenn ich neben ihm stehe</em>.&#8221;&#8230;</p>
<p>Ich war immer noch irritiert und  deshalb fragte ich weiter nach, warum sich ihr Pferd denn nicht kratzen dürfte, wenn es neben ihr steht. Darauf sah mich die Frau nun ihrerseits irritiert an und antwortete mir: <em>&#8220;Aber das ist doch respektlos&#8221;</em>.</p>
<p><strong>Ist das wirklich respektlos?</strong></p>
<p>Ganz ehrlich und bei allem Verständnis von unterschiedlichen Auffassungen darüber, was respektlos ist und was nicht, aber was bitte ist daran respektlos, wenn man sich kratzt, wenn es einen juckt? Ist das nicht eine ganz &#8220;respektneutrale&#8221; Befriedigung eines Bedürfnisses, welches keinen Aufschub verträgt? Genauso könnte ich es dann als respektlos empfinden, wenn das Pferd sich erleichtern muss, hustet oder noch schlimmer, vielleicht atmen muss&#8230;</p>
<p>Das ist in meine Augen ein typisches Beispiel für eine &#8220;Regel&#8221;, welche für mich überhaupt kein Sinn macht und bei der ich nicht nachvollziehen kann, warum man solch eine Regel aufstellt. Für mich ist das eine Regel, die nur eines erreichen kann: Das Verhältnis zwischen Mensch und Pferd zu belasten und in negative Bahnen zu führen.</p>
<p><strong>Worüber man diskutieren könnte</strong></p>
<p>Hätte sich das Pferd an ihrer Besitzerin gescheuert, hätte ich ihre Reaktion noch eher verstehen können, da es doch recht unangenehm sein kann, wenn das Pferd einen als Kratzbaum gebraucht (obwohl ich auch hier deutlich weniger streng bin als viele andere Pferdebesitzer und ich mich durch solche Aktionen nicht &#8220;<em>in meiner Rangposition bedroht fühle&#8221;).</em></p>
<p>Auch im Reitunterricht habe ich schon sehr oft gesehen, dass ein Pferd sich die Nase an seinem Bein schubbern möchte und auch hier wird das von vielen Reitern nicht erlaubt. Ich finde das unfair! Jeder kennt doch das Gefühl wenn es einem juckt und man sich nicht kratzen kann. Und ich kann sehr gut nachfühlen, dass es den Pferden, gerade wenn ihnen beim Reiten der Speichelschaum am Maul die Tasthaare kitzelt, oder das schwitzende Genick unter der Trense juckt, den ganz starken Drang verspüren, sich zu kratzen. Ich erlaube meinen Pferden das gerne! Ich lasse sie anhalten, lasse den Zügel lang und warte ab, bis sie ihr Bedürfnis befriedigt haben und sie nichts mehr kitzelt oder juckt. Wie sollen sich denn unsere Pferde gut auf die Arbeit konzentrieren können und motiviert mitarbeiten, wenn es sie stark juckt oder kitzelt?</p>
<p><strong>Auch bei diesem Zugeständnis fühle ich mich in meinem &#8220;Rang&#8221; nicht bedroht</strong></p>
<p>Nein, ich erlebe auch nicht, dass meine Pferde dieses &#8220;Zugeständnis&#8221; von mir ausnutzen und sich nun ständig kratzen wollen, um sich Arbeitspausen &#8220;zu erschleichen&#8221; (eine Sorge, die auch viele Reiter haben).</p>
<p>Wenn sich ein Pferd ständig die Nase juckt, würde ich eher an eine Allergie (z.B. auf das Metall des Gebisses) oder ähnliches, anstatt an &#8220;Trick 17 des Pferdes&#8221; denken.</p>
<p><strong>Lass mich dich kratzen</strong></p>
<p>Und wenn ich neben meinen Pferden stehe und sie zeigen mir an, dass sie und wo sie gerade gekratzt werden wollen, bereitet es mir ein großes Vergnügen, ihnen die Stelle ausgiebig zu schubbern. Meine Pferde danken es mir mit einem genüsslichen Gesicht und mit Zufriedenheit.</p>
<p><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/Kratzen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1817" title="Kratzen" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/Kratzen.jpg" alt="" width="350" height="219" /></a></p>
<p>Bitte vermuten Sie nicht hinter jeder Handlung Ihres Pferdes einen Angriff auf Ihren &#8220;Rang&#8221; und ein Untergraben Ihrer Autorität. Ich bin mir sicher, ganz oft juckt dem Pferd tatsächlich einfach nur die Nase <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> .</p>
<p>So, und mit diesem Beispiel im Hintergrund gehen Sie jetzt gleich noch einmal Ihre Regel-Liste durch &#8211; ich könnte mir vorstellen, dass Sie nun vielleicht noch einige doch eher &#8220;unsinnige&#8221; Regeln streichen können, oder nicht?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gedanken zum Thema &#8220;Vertrauen&#8221;</title>
		<link>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/05/31/gedankenzumthemavertrauen/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 02:13:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/?p=1894</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Woran erkennen Sie, dass Ihr Pferd Ihnen zu 100% vertraut?&#8221; &#8211; Diese Frage stellte mir während eines Telefoninterviews eine Redakteurin der Pferdezeitschrift ReitZeit. Meine erste Reaktion darauf war zu sagen, dass es in meinen Augen kein 100%iges Vertrauen zwischen Pferd und Mensch gibt, auch wenn ich Pferd-Mensch-Beziehungen kenne, die sehr harmonisch sind und in denen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Woran erkennen Sie, dass Ihr Pferd Ihnen zu 100% vertraut?&#8221;</em> &#8211; Diese Frage stellte mir während eines Telefoninterviews eine Redakteurin der Pferdezeitschrift ReitZeit. Meine erste Reaktion darauf war zu sagen, dass es in meinen Augen kein 100%iges Vertrauen zwischen Pferd und Mensch gibt, auch wenn ich Pferd-Mensch-Beziehungen kenne, die sehr harmonisch sind und in denen die Pferde sich ihrem Menschen gerne und sehr stark anvertrauen.</p>
<p>Wenn ich z.B. Tania sehe, wie sie mit ihrem Aramis &#8220;nackig&#8221;, also ohne Kopfstück durchs Gelände reitet, ist das in meinen Augen schon nah dran am absoluten Vertrauen. Aber 100 %? Und woran würde ich diese 100 % festmachen? Über diese Frage habe ich nach dem Telefonat noch viel nachgedacht.</p>
<p><strong>Hinlegen? Gemeinsam durchs Feuer gehen?</strong></p>
<p>Was sind das für Situationen wo ein außenstehender Mensch sagt:&#8221;<em> Boah, das Pferd hat aber viel Vertrauen.&#8221;</em>? Meistens sind es Vorführungen auf Messen oder Shows, auf denen ein Pferd &#8220;frei&#8221; durchs Feuer springt oder sich trotz Tumult ruhig neben seinen Menschen ablegt. Das sind Szenen, in denen wir Zuschauer staunen über diesen großen Vertrauensbeweis.</p>
<p>Aber geht es hier wirklich um Vertrauen?</p>
<p>Um das beurteilen zu können, müsste ich wissen, ob das Pferd sich tatsächlich freiwillig auf das Kommando hin ablegt oder ob es das aus der Motivation heraus tut, dass es gelernt hat, dass es negative Konsequenzen gibt, wenn es sich nicht ablegt. Und das könnte ich nur wissen, wenn ich bei dem vorführenden Menschen heimlich beim Training Mäuschen gespielt hätte. Am Endergebnis kann ich selten erkennen, wie das Pferd eine Lektion gelernt hat und aus welcher Motivation heraus es etwas zeigt.</p>
<p><strong>Darf das Pferd auch nicht vertrauen?</strong></p>
<p>Eine ganz entscheidende Frage ist für mich: Hat das Pferd das Recht darauf, eben auch mal nicht zu vertrauen, sprich: sich eben nicht hinzulegen oder nicht durch das Feuer zu springen? Vertrauen ist in meinen Augen niemals erzwingbar, es kann nur ein Geschenk sein. Und wenn ein Pferd so lange Druck erhalten hat, bis es in jeder Situation immer zu 100 % korrekt reagiert, ist das Pferd in meinen Augen nur 100%ig abgerichtet und perfekt dressiert, aber mit Vertrauen hat es dann für mich nichts zu tun.</p>
<p>Wie oft wird ein Pferd, wenn es nicht das macht, was der Mensch will, entweder mit negativem Druck gearbeitet (Pferd wird gescheucht, es folgt ein disziplinierendes &#8220;Weichen lassen&#8221; usw.) oder sogar gestraft, bis es dann endlich macht, was der Mensch will.</p>
<p>Wenn es dann solche Lektionen später zeigt, ist das Freiwilligkeit?</p>
<p>Ist die Motivation dann tatsächlich Vertrauen?</p>
<p>In meinen Augen nein.</p>
<p><span id="more-1894"></span></p>
<p><strong>So könnte der ultimative Vertrauensbeweis für mich aussehen</strong></p>
<p>Ich habe einmal versucht, mir eine Szene auszumalen, an der ich festmachen würde, dass mein Pferd mir zu 100% vertraut. Dazu habe ich mich gedanklich auf eine riesige, freie Wiese gestellt. Es gibt keinen Zaun weit und breit. Mein Pferd läuft frei auf dieser Wiese. Und auch weitere Pferde befinden sich dort. Und nun kommt vom Himmel ein großes Ufo und landet in geringer Entfernung von mir (alle unter Euch, denen das zu abgehoben ist, dürfen sich auch einen riesigen, lauten Hubschrauber vorstellen <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ).</p>
<p>Wenn mein Pferd jetzt zu mir läuft, um <strong>bei mir</strong> Schutz zu suchen anstatt mit den anderen Pferden die mögliche Flucht anzutreten, dann würde ich wohl das Gefühl bekommen, dass mein Pferd mir zu 100 % vertraut&#8230;</p>
<p>Da ich aber nicht allzu naiv bin, gehe ich davon aus, dass ich in einer solchen Situation nur noch die Hinterhufe meines treuen Freundes sehen würde, der sein Heil in der Flucht mit den anderen Pferden suchen würde.</p>
<p>Und um jetzt nicht zu frustriert zu sein <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> , schaue ich lieber dahin, wo ich mir schon <strong>ehrliches Vertrauen</strong> von meinen Pferden erarbeitet habe.</p>
<p><strong>Wieder in der Realität</strong></p>
<p>Wenn ich mich z.B. daran zurück erinnere, dass Ronaldo, als ich ihn vor zwei Jahren bekommen habe, deutlich Angst vor Gerten und Peitschen hatte und ich heute kräftig mit einer Peitsche vor ihm knallen kann oder die Gerte über seinen Kopf wedeln darf, ohne dass er Sorgenfalten um seine Augen bekommt, bin ich stolz auf das, was ich da an Vertrauen gewonnen habe. Das ist nicht spektakulär, aber es ist grundehrlich, denn ich habe ihn nie weggeschickt oder gestraft, wenn er es nicht aushalten konnte, wenn ich mit der Gerte gearbeitet habe. Er hat einfach gelernt, dass ihm bei mir mit einer Gerte nichts Schlimmes widerfährt oder anders gesagt: er vertraut mir, dass ich mit der Gerte oder Peitsche nichts Böses tue.</p>
<p>Und auf solche Vertrauensbeweise kommt es mir an &#8211; denn sie machen das tägliche Miteinander aus.</p>
<p><strong>Ich erwarte Vertrauen, aber wie ist es mit  mir?</strong></p>
<p>Desweiteren habe ich darüber nachgedacht, wie sehr eigentlich ich wiederum meinen Pferden vertraue, und auch hier muss ich ehrlich einräumen, es sind sehr viel weniger als 100 %&#8230;</p>
<p>Dazu wieder ein Beispiel mit meinem Ronaldo. Ronaldo ist ein sehr schmusiges Pferd, was sich gut trifft, ich schmuse nämlich auch sehr gerne mit meinen Pferden <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> .</p>
<p><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/ronni12.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1944" title="ronni1" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/ronni12.jpg" alt="" width="260" height="357" /></a></p>
<p>Ronaldo kann dabei sagenhaft vorsichtig und zärtlich sein. Dann wuselt er mit seinen Lippen an meinem Haaransatz, erschnüffelt mein Gesicht, ist ganz sanft zu mir. Ich genieße das eigentlich sehr, &#8230; aber es ist immer auch etwas Angst dabei.</p>
<p>Letztens knibbelte er vorsichtig an meiner Nase herum und ich machte mir fast in die Hose vor Angst, dass ich bald ohne Nase durchs Leben gehen muss. Und dass ich ihm eben auch ein Stück weit &#8220;misstraue&#8221;, bewahrt mich davor, meine Nase zwischen seine Zähne zu halten&#8230; Ich glaube, ich bin nicht so unglücklich darüber dass ich meinem Pferd nicht zu 100% vertraue. <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>Vertrauen &#8211; jeden Tag auf ein Neues</strong></p>
<p>Ich bin fest davon überzeugt, dass Vertrauen immer etwas ist, was mal mehr und mal weniger in einer Beziehung vorhanden ist. So könnte ich wetten, dass Ronaldo an einem Tag, an dem ich so richtig schlecht drauf bin, weil ich mich vielleicht gerade böse gestritten habe, anders reagieren würde, wenn ich meine Peitschenübungen mit ihm mache, als an den Tagen, an denen ich innerlich weich und ruhig bin.</p>
<p>Es liegt also immer ganz stark <strong>an mir, an meiner Stimmung und meiner Ausstrahlung </strong>ob ein Pferd mir jetzt in diesem Moment vertraut oder nicht. Und ich bin jeden Tag und jeden Moment neu gefordert, mir das Vertrauen zu verdienen.</p>
<p><strong>Eine klassische Situation</strong></p>
<p>Sie kennen doch bestimmt auch Situationen wie diese: Sie haben mit Ihrem Pferd schon 100 x das Verladen geübt und normalerweise geht Ihr Pferd problemlos in den Anhänger hinein. An dem Tag, an dem Sie dann tatsächlich mit Ihrem Pferd los wollen, ob nun zum Turnier, zum Kurs oder in die Klinik, stemmt Ihr Pferd schon 10 Meter vor dem Anhänger die Beine in den Boden und verwurzelt an dieser Stelle. Woran liegt es wohl?</p>
<p>Wer dann sein Pferd für seinen &#8220;Mangel an Vertrauen&#8221; straft, der läuft große Gefahr, das Vertrauen des Pferdes aktiv zu zerstören!</p>
<p><strong>Sind Sie das Vertrauen Ihres Pferdes würdig?</strong></p>
<p>In solchen Situationen zeigt sich, ob der Mensch dem Vertrauen des Pferdes tatsächlich würdig ist. Hier erfährt das Pferd nämlich, ob Sie auch dann gut mit ihm umgehen, wenn Sie schlecht drauf sind oder unter Zeitdruck stehen. Wenn Sie in solchen Situationen gewalttätig oder ungerecht werden, dürfen Sie sich nicht beklagen, wenn Ihnen Ihr Pferd nicht sehr vertraut. Und hier wird es wieder unbequem für uns, denn nun liegt der schwarze Peter wieder mal da, wo er hingehört: vor unseren Füßen!</p>
<p><strong>Fassen wir also zusammen:</strong></p>
<ul>
<li>100%iges Vertrauen zwischen Mensch und Pferd gibt es wahrscheinlich nicht und so sollten wir auch nicht traurig sein, wenn wir in einer Situation feststellen, dass unser Pferd uns eben gerade nicht vertraut. Morgen ist ein neuer Tag und an dem haben wir wieder die Chance, an einem weiteren Prozent Vertrauen zu arbeiten.</li>
</ul>
<ul>
<li>Ob ein Pferd uns in einer Situation vertraut oder nicht, hängt im sehr hohen Maße davon ab, wie wir selbst drauf sind: welche Stimmung wir ausstrahlen und wie wir gerade mit unserem Pferd umgehen. Wenn Sie also in einer Situation merken, dass Ihrem Pferd Vertrauen fehlt, achten Sie zunächst auf sich selbst und versuchen Sie herauszufinden, was Sie an sich ändern können, damit Ihr Pferd wieder Vertrauen zu Ihnen fassen kann (z.B. tief durchatmen, Spannung aus dem Körper nehmen, Gerte sinken lassen, bewusst lächeln, positive Bilder im Sinn haben&#8230;).</li>
</ul>
<ul>
<li>Ein kleines bisschen &#8220;<em>Misstrauen</em>&#8221; bewahrt uns vor zu großem Leichtsinn und damit vielleicht vor Unfällen und so hoffe ich, meine Nase behalten zu dürfen und ich weiß, dass Tania in der Nähe von Straßen Aramis mit Kopfstück reitet. <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </li>
</ul>
<ul>
<li>Echtes Vertrauen muss man sich in den meisten Fällen ehrlich verdienen, manchmal bekommen wir es auch geschenkt. Aber egal wie wir das Vertrauen bekommen haben, es kann jederzeit wieder verloren gehen. Dessen sollten wir uns immer bewusst sein, ganz besonders in Situationen, in denen wir mal wieder ungeduldig sind oder auch wenn wir uns überlegen, welchen Bereiter, welche Reitbeteiligung usw. wir unser Pferd an<strong>vertrauen</strong>.</li>
</ul>
<ul>
<li>Vertrauen aufzubauen kann Jahre dauern, zum Verlieren reichen manchmal schon Sekunden. Überlegen Sie also immer sehr gut, ob das, was Sie gerade durchsetzen wollen (<em>&#8220;Du musst jetzt in den Hänger, ich will auf dem Turnier starten&#8230;&#8221;</em>), es wirklich wert ist.</li>
</ul>
<ul>
<li>Schauen Sie nicht voller Neid auf die spektakulären Vorstellungen von Trainer XY. Genießen Sie lieber die kleinen Vertrauensbeweise, die Ihnen Ihr Pferd schenkt und würdigen Sie diese.</li>
</ul>
<p>In diesem Sinne wünsche ich Ihnen mit Ihren Pferd viele wunderschöne, vertrauensvolle Momente <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Stichwort &#8220;Freiwilligkeit&#8221; &#8211; wie weit kann man seinem Pferd ein Mitspracherecht einräumen?</title>
		<link>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/05/17/mitspracherecht/</link>
		<comments>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/05/17/mitspracherecht/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 May 2011 02:55:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor kurzem fragte mich eine Leserin unserer Seite per E-Mail, wie viel Mitspracherecht ich meinen Pferden einräume. Sie schrieb, dass ihr im Großen und Ganzen unsere Einstellung zu Pferden sehr gut gefallen würde und dass sie sich oftmals wünschte, sich ihrem Pferd gegenüber nicht immer &#8220;durchsetzen&#8221; zu müssen. Doch sie hätte Angst davor, dass ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor kurzem fragte mich eine Leserin unserer Seite per E-Mail, wie viel Mitspracherecht ich meinen Pferden einräume. Sie schrieb, dass ihr im Großen und Ganzen unsere Einstellung zu Pferden sehr gut gefallen würde und dass sie sich oftmals wünschte, sich ihrem Pferd gegenüber nicht immer &#8220;durchsetzen&#8221; zu müssen. Doch sie hätte Angst davor, dass ihr Pferd dann bald gänzlich die Zusammenarbeit mit ihr einstellt, wenn sie ein Nein ihres Pferdes durchgehen lassen würde.</p>
<p>Ich konnte ihr diese Frage nicht klar beantworten, denn ich räume meinen Pferden je nach Situation ein unterschiedliches Maß an Mitspracherecht und ein Recht auf &#8220;Veto&#8221; ein. Grundsätzlich setze ich auf <strong>Freiwilligkeit</strong> und wenn meine Pferde zu einer Arbeit <em>Nein</em> sagen, hinterfrage ich zunächst, <strong>warum</strong> sie das tun.</p>
<ul>
<li>Ich überlege, ob mein Pferd mich vielleicht nicht versteht oder aus einem Grund nicht in der Lage ist, meiner Bitte nachzukommen.</li>
<li>Ich überprüfe mich selbst, ob ich motivierend genug für mein Pferd bin.</li>
<li>Unterfordere oder langweile ich es, so dass es den Spaß verliert?</li>
<li>Überfordere ich es, so dass es Stress bei der Arbeit mit mir hat?</li>
<li>Geht es meinem Pferd nicht gut &#8211; körperlich oder psychisch?</li>
</ul>
<p><strong>In meinen Augen eine unbegründete Sorge<br />
</strong></p>
<p>Die Sorge der Schreiberin, dass ihr Pferd es ausnutzen wird, wenn sie ihrem Pferd ein <em>Nein</em> &#8220;durchgehen&#8221; lassen würde, teilen wohl viele Pferdebesitzer.</p>
<p>Aber ich erlebe Pferde anders. In meinen Augen sind es keine &#8220;faulen Drückeberger&#8221;, die sich, wo sie können, versuchen der Arbeit zu entziehen. Wenn,<strong> ja wenn</strong> die Arbeit dem Pferd nicht unangenehm ist und wenn sie dem Pferd Spaß macht, <strong>freuen sich Pferde über Abwechslung, Beschäftigung und sogar: über richtige Arbeit <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </strong></p>
<p><strong><span id="more-1499"></span>Für viele Pferde ein großes Problem: Langeweile</strong></p>
<p>Ich wage zu behaupten, dass die meisten Pferde bei uns eher unter Langeweile leiden anstatt unter einem Zuviel an Bespaßung.</p>
<p>Meine Pferde stehen in einer Herde von 15 Pferden. Sie spielen viel, schlafen viel, stehen im Sommer auf der Weide und im Winter rund um die Uhr gemeinsam auf dem Paddock. Damit haben sie mit Sicherheit schon mehr Abwechslung als die meisten anderen Pferde, die als Hobby-Freitzeitpartner ihr Leben an der Seite des Menschen verbringen. Und dennoch habe ich auch bei unseren Pferden oftmals das Gefühl, dass sie sich arg langweilen und wenn ich am Paddock vorbei gehe, kommen meine Pferde in der Regel erwartungsfroh an den Zaun gelaufen und fragen nach, ob wir was zusammen machen.</p>
<p><strong>Pferde mögen Abwechslung</strong></p>
<p>Meine Pferde laufen nicht weg, wenn ich mit dem Halfter in das Paddock bzw. auf die Weide komme. Sie drehen mir nicht den Hintern zu. Eher wirken sie enttäuscht, wenn ich sie nicht mitnehme. Und das, obwohl auch ich meine Pferde ab und an kräftig zum Schwitzen bringe, also nicht nur nette Spielchen spiele, sondern auch durchaus hin und wieder mit ihnen &#8220;ernsthaft arbeite&#8221; <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> .</p>
<p>Wenn ich aber tagtäglich ein- und dasselbe Programm abspulen würde, indem ich z.B. jedes Mal dieselben Dressurlektionen übe, gäbe es wahrscheinlich schon mal mehr als ein genervtes Augenrollen von meinen Pferden, wenn ich um die Ecke komme&#8230;</p>
<p><strong>Ich unterscheide: Wo kann ich meinem Pferd ein Mitspracherecht einräumen und wo geht das nicht?</strong></p>
<p>Um aber zum Thema Mitspracherecht zurückzukommen: Wie bereits erwähnt, handhabe ich das unterschiedlich und das in der Regel aus dem Bauch heraus.</p>
<p>Manche Dinge sind mir wichtig wie z.B.: &#8220;<em>Nein mein liebes Pferd, wir gehen jetzt nicht im  Trab auf die Straße zu, da fahren Autos!</em>&#8221; oder &#8220;<em>Doch Hase, wir gehen auf den  Hänger, du musst in die Klinik weil du Bauchweh hast.&#8221; </em>In solchen Situtationen setzte ich meinen Wunsch durch (wenn möglich durch positive Verstärkung, Zeit, Hartnäckigkeit, einen langem Atem, viel Überzeugungskraft und, so wie es irgendwie geht, ohne Anwendung von Gewalt)<em>.<br />
</em></p>
<p>Es gibt aber auch Dinge, die ich gerne von meinem Pferd hätte, bei denen ich mich aber auch überzeugen  lasse, dass es jetzt zu diesem Zeitpunkt gerade nicht sein muss. So eine Situation wäre z.B. wenn ich  möchte, dass mein Pferd ein Kompliment macht, aber meinem Pferd gefällt der  Boden nicht oder es ist gerade nicht in der psychischen Verfassung, um  meinem Wunsch entspannt nachzukommen. Früher hätte ich auf das Befolgen meines Befehls bestanden. Heute gebe ich in solchen Situationen gerne meinen Pferden  das Recht auf Mitsprache und ich bestehe nicht mehr auf &#8220;Gehorsam&#8221; und somit die Ausführung der Lektion. Und trotzdem führen meine Pferde die Lektion an anderer Stelle unter anderen Vorraussetzungen wieder aus und das dann tatsächlich freiwillig.</p>
<p><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/knien1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1756" title="knien1" src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/knien1.jpg" alt="" width="350" height="360" /></a></p>
<p>Und in noch anderen Situationen darf mein Pferd von vornherein entscheiden, was wir heute machen, wolang wir z.B. spazierengehen usw.</p>
<p>Generell muss ich mich immer selbst fragen: <strong>Wie arbeite ich mit meinem Pferd, wie gehe ich mit meinem Pferd um und wie motiviere ich mein Pferd?</strong></p>
<p>Wenn meine Pferde meine Zugeständnisse ausnutzt und bald gar nichts mit  mir machen, nur weil ich hier und da nachgebe und meinen Pferden ein Mitspracherecht einräume, muss ich<strong> meinen Umgang  mit meinen Pferden hinterfragen. </strong>Denn wenn es meinen Pferden gut geht in der  Zusammenarbeit mit mir, gibt es keinen Grund für meine Pferde, sich  zu entziehen oder sich vor der Arbeit &#8220;drücken&#8221; zu wollen.</p>
<p>Seit ich die Überzeugung aufgegeben habe, ich müsste meinen Willen den Pferden gegenüber immer durchsetzen, hat sich mein Verhältnis zu meinen Pferden noch mal sehr verbessert. <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/ronaldo_neues1.jpg"><br />
</a></p>
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		<item>
		<title>Das Verlaufslob</title>
		<link>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/02/22/das-verlaufslob/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Feb 2011 02:35:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin jemand, der seinem Pferd sehr gerne mit Stimmlob während der Arbeit Feedback gibt, wenn es etwas gut macht und es auf dem richtigen Weg ist. Ich sage dann mit warmer, leiser Stimme „gut so“, „prima“ oder „weiter so“. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade nervöse, unsichere Pferde sehr gut darauf reagieren und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin jemand, der seinem Pferd sehr gerne mit Stimmlob während der Arbeit Feedback gibt, wenn es etwas gut macht und es auf dem richtigen Weg ist. Ich sage dann mit warmer, leiser Stimme „gut so“, „prima“ oder „weiter so“. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade nervöse, unsichere Pferde sehr gut darauf reagieren und sich besser entspannen.</p>
<p><strong>„Sanftes Reden“ wirkt nicht nur auf Pferde beruhigend und entspannend</strong></p>
<p>Auch für uns Menschen hat dieses „sanfte Reden“ den positiven Effekt, dass wir besser atmen und selber unverkrampfter sind. So lautet dann auch eine häufige Anweisung in meinen Unterrichten an meine Schüler, gerade wenn ich spüre das der Mensch seinen Atem festhält und sehr angespannt ist: „<em>Rede mit deinem Pferd, nutze das Stimmlob, bestätige dein Pferd.&#8221; </em></p>
<p><strong>Eine häufige Reaktion darauf vom Pferd: Es bleibt erwartungsvoll stehen</strong></p>
<p>Sagt der Mensch dann etwas, reagieren viele Pferde damit, dass sie stehenbleiben. Der Besitzer sagt mir dann häufig: „<em>Ja, das passiert immer wenn ich mit Stimme loben will. Mein Pferd bleibt dann stehen und erwartet ein Leckerchen.&#8221;</em></p>
<p>Wenn das passiert, hat der Mensch versäumt, seinem Pferd den Unterschied zu lehren, was ein <strong>Verlaufslob</strong> und was ein <strong>Kekslobwort/-Geräusch</strong> ist &#8211; wann es also wirklich ein Leckerchen erwarten kann und wann nicht.</p>
<p><strong><span id="more-1287"></span>Der Unterschied zwischen Verlaufslob und Lobwort bzw. Clicker</strong></p>
<p>Ein Verlaufslob ist all das, was wir lobend sagen, ohne dass das Pferd aufhören soll, das zu tun, was es gerade macht. Wichtig zu beachten: Wenn wir ein Verlaufslob geben, gibt es in diesem Zusammenhang <strong>kein Futterlob</strong>!</p>
<p><strong>Ein Futterlob darf es nur nach DEM Lobwort geben bzw., wenn Sie mit dem Clicker arbeiten, nur nach dem Click geben. </strong></p>
<p>Wenn Sie z.B. „brav“ sagen und danach hingehen und ein Leckerchen geben, wird Ihr Pferd mit großer Wahrscheinlichkeit das nächste Mal wenn Sie „brav“ sagen in der freudigen Erwartung reagieren, dass es wieder etwas Leckeres bekommt. Wenn Sie dann aber nichts geben und stattdessen Ihr Pferd vielleicht sogar dafür tadeln, dass es selbstständig die Übung beendet hat, laufen Sie Gefahr, Ihr Pferd zu frustrieren. Es versteht nicht, warum es einmal etwas bekommt und beim nächsten Mal statt des erhofften Kekses eins auf den Po bekommt, damit es weiter läuft. Ich vergleiche das so, als wenn ich einem Kind sage: „Komm ich spendiere dir ein Eis&#8230;, ach ne, doch nicht&#8230;“.</p>
<p>Wenn Sie also gerne das Werkzeug Stimmlob nutzen möchten, seien Sie in Zukunft ganz klar in der Unterscheidung. Überlegen Sie sich ein Wort (ich sage dann „Keks“) bzw. ein Geräusch (Click des Clickers), bei dem Ihr Pferd für besonders gutes Verhalten ein Futterlob bekommt und geben Sie konsequent nur noch bei diesem Wort/Geräusch ein Futterlob. Bei allem, was Sie sonst zu Ihrem Pferd sagen, gibt es kein Futterlob. Sie werden merken, hier ist einiges an Selbstdisziplin gefragt.</p>
<p><strong>Trennen Sie also in Zukunft im Umgang mit Ihrem Pferd:</strong></p>
<ul>
<li>Verlaufslob = Gut machst du das, genauso mache es bitte weiter!</li>
</ul>
<ul>
<li>Lobwort/Click = Das war besonders gut! Halte an und komm her, denn dafür gibt ein Futterlob (alternativ Pause/Streicheleinheit).</li>
</ul>
<p>So werden Sie mit Ihrem Lob berechenbar für Ihr Pferd und verhindern, dass Ihr Pferd aus falscher Hoffnung heraus Fehler macht, die Sie wieder korrigieren müssen.</p>
<p><strong>Und was, wenn ich es bisher falsch gemacht habe?</strong></p>
<p>Keine Sorge, selbst wenn sich dieser Fehler bei Ihnen bereits eingeschlichen hat, ist es trotzdem nicht zu spät, Ihr Pferd noch umzuschulen. Pferde sind ja zum Glück schlau. <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Wenn Ihr Pferd also die ersten Male beim Einsetzen eines Stimmlobes anhalten will, bzw. die Übung beenden will, korrigieren Sie Ihr Pferd freundlich wieder in die Übung hinein. Strafen Sie nicht. Konditionieren Sie Ihr Pferd auf ein Lobwort bzw. den Clicker und unterscheiden Sie in Zukunft sauber zwischen dem Verlaufslob und dem Futterlobwort/Click. Wenn Sie das machen, haben Sie ein wunderbares Kommunikationswerkzeug mehr für eine harmonische Zusammenarbeit mit einem motivierten Pferd.</p>
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		<item>
		<title>Ein Weg, einem Pferd die Angst vor Hundegebell oder anderen Geräuschen zu nehmen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 02:43:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Letztens rief mich ein Mann an und fragte mich um Rat. Sein Problem: Er hat vier Pferde in Offenstallhaltung. Eines der Pferde, eine Haflingerstute, reagiert jedes Mal wenn der Hund des Mannes bellt panisch. Sie rennt aus dem Stall, frisst nicht mehr und ist völlig aus dem Häuschen. Die anderen Pferde hingegen bleiben gelassen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letztens rief mich ein Mann an und fragte mich um Rat. Sein Problem: Er hat vier Pferde in Offenstallhaltung. Eines der Pferde, eine Haflingerstute, reagiert jedes Mal wenn der Hund des Mannes bellt panisch. Sie rennt aus dem Stall, frisst nicht mehr und ist völlig aus dem Häuschen. Die anderen Pferde hingegen bleiben gelassen und lassen sich von dem Bellen des Hundes nicht stören.</p>
<p><strong>Mein Vorschlag</strong></p>
<p>Ich gab dem Mann folgenden Tipp: Er solle das Bellen seines Hundes auf Band aufnehmen. Diese Aufnahme soll er mit in den Stall nehmen. Immer wenn er die Pferde füttert, soll er das Band abspielen, aber die ersten Male ganz leise! Und zwar so leise, dass die Stute keine Anzeichen von Angst und Unsicherheit zeigt und mit den anderen Pferden frisst. Wenn die Stute diese Stufe gut toleriert, soll er das Band nach und nach immer etwas lauter stellen.</p>
<p><strong>Immer wieder einen Schritt zurück, wenn das Pferd es mit der Angst bekommt</strong></p>
<p>Ganz wichtig dabei: Reagiert die Stute nach einer Erhöhung der Lautstärke mit Angstzeichen, soll er die Lautstärke wieder runter regulieren.</p>
<p>Über kurz oder lang sollte es möglich sein, dass Hundegebell in normaler Lautstärke abzuspielen, ohne dass das Pferd noch ängstlich reagiert. Wenn alles gut gelaufen ist, sollte nun auch das echte Gebell von draußen keine größere Angst mehr beim Pferd auslösen.</p>
<p>Wenn doch, würde ich noch mehr Zwischenschritte einbauen, also z.B. das Band vor dem Stall laufen lassen und vor allem: Immer wieder die Lautstärke so leise machen, dass man unter der echten Angstgrenze des Pferdes bleibt.</p>
<p>Ebenso kann man auch mit anderen Geräuschen verfahren vor denen das Pferd Angst hat, z.B. Silvesterkracher, Hupen, Motorengeräusche usw.</p>
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