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	<title>Babettes Praxis-Blog &#187; Aus der Bereiterpraxis</title>
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	<description>Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt - klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link "Den ganzen Beitrag lesen".</description>
	<lastBuildDate>Tue, 31 Jan 2012 02:10:03 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die große Zeitfrage</title>
		<link>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2011/08/23/die-grosse-zeitfrage/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Aug 2011 02:08:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Bereiterpraxis]]></category>

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		<description><![CDATA[Oftmals werden mir ganz typische Fragen gestellt wie diese hier:

&#8220;Ich möchte mein Pferd in die Grundausbildung geben. Wie lange wird es wohl dauern bis mein Pferd soweit ist, dass ich mit ihm in allen Gangarten entspannt ins Gelände gehen kann?&#8221;
&#8220;Ich trainiere jetzt mein Pferd nach Ihrem Longenkurs. Wann wird es voraussichtlich ausreichend Muskulatur aufgebaut haben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oftmals werden mir ganz typische Fragen gestellt wie diese hier:</p>
<ul>
<li><em>&#8220;Ich möchte mein Pferd in die Grundausbildung geben. Wie lange wird es wohl dauern bis mein Pferd soweit ist, dass ich mit ihm in allen Gangarten entspannt ins Gelände gehen kann?&#8221;</em></li>
<li><em>&#8220;Ich trainiere jetzt mein Pferd nach Ihrem <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/3/shop/longenkurs.php" target="_blank">Longenkurs</a>. Wann wird es voraussichtlich ausreichend Muskulatur aufgebaut haben, dass ich es auf einem Wanderritt mitnehmen kann?&#8221;</em></li>
<li><em>&#8220;Mein Pferd steigt nicht in einen Pferdeanhänger ein. Ich werde es nun mit Hilfe des <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2008/05/06/clickertraining-in-der-pferdeausbildung/" target="_blank">Clickertraining</a> versuchen. Wie lange muss ich rechnen bis sich mein Pferd zuverlässig verladen lässt?&#8221;</em></li>
</ul>
<p>Ich könnte Ihnen noch etliche Beispiele bringen, aber ich denke Sie verstehen, worauf diese Fragen an mich abzielen. Und auch wenn ich mir Mühe gebe, meine Antworten auf Fragen wie diese individuell zu gestalten und so gut wie möglich zu beantworten, so lautet sie auf den Punkt gebracht letztlich immer nur: Ich  weiß es nicht!</p>
<p>Ja klar, es gibt Erfahrungswerte. Da ich schon einige Pferde in der Grundausbildung hatte könnte ich die erste Frage z.B. so beantworten: Wenn das Pferd keine größeren physischen und psychischen Probleme hat sollte man im Normalfall nach ca. vier bis sechs Monaten Ausbildung mit diesem Ergebnis rechnen können.</p>
<p><strong>Nur: Jedes Pferd ist anders! </strong></p>
<p>Und nicht nur jedes Pferd, nein, auch jeder Mensch der mit dem Pferd umgeht bzw. reitet, ist anders! Jeder Mensch hat eine andere Ausstrahlung, einen anderen Umgang, einen anderen Sitz, eine andere Hilfengebung und somit gänzlich andere Möglichkeiten dem Pferd die Sicherheit und Gelassenheit zu vermitteln, die es für das Projekt &#8220;Ausreiten im Gelände&#8221; braucht. Und wenn ein Pferd dann beispielsweise nach vier bis sechs Monaten Ausbildung mit Bereiter XY auf dem Rücken entspannt ins Gelände geht, bedeutet das noch lange nicht, dass es das auch zu Hause mit dem/r Besitzer/in tun wird&#8230;</p>
<p>Hat das Pferd ein von Natur eher unsicheres und ängstliches Wesen, können aus den vier bis sechs Monaten auch vier bis sechs Jahre werden. Ich kenne Pferde, die trotz gutem Reiter, gutem Umgang und guter Haltung noch mit 20 Jahren im Gelände reine Nervenbündel sind &#8230; (ok, das ist zum Glück aber selten <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> ).</p>
<p><strong><span id="more-2173"></span>Lebewesen sind nicht planbar!</strong></p>
<p>Worauf ich hinaus will: Pferde sind nicht planbar!</p>
<p>Was heute geklappt hat, kann morgen schon nicht mehr funktionieren. Wenn Sie an dem einen Tag Ihr Pferd problemlos verladen konnten, so kann es trotzdem morgen so sein, dass Sie sich wieder zehn Meter vor der Hängerrampe stehend wieder finden werden, ohne dass Ihr Pferd auch nur einen Meter freiwillig weitergeht.</p>
<p>Warum ein Pferd heute so reagiert und morgen ganz anders, wird uns oftmals nicht ersichtlich sein. Manchmal können wir die Gründe erahnen, so wenn z.B. in der Nähe unserer Verladeübung große Unruhe herrscht, die unser Pferd nervös macht. Vielleicht ist es aber auch nur unsere eigene Angespanntheit, die das Pferd daran hindert mit uns zu gehen? Vielleicht liegen die Gründe aber auch ganz woanders.</p>
<p><strong>Viele Faktoren haben Einfluss auf die Frage: Wie lange&#8230;</strong></p>
<p>Auch die Zeitfrage nach körperlicher Entwicklung lässt sich für mich nicht aus der Ferne beantworten. Wie schnell ein Pferd sich muskulär verändern wird, ist von sehr vielen Faktoren abhängig:</p>
<ul>
<li>Wie oft wird mit dem Pferd trainiert?</li>
<li>Wie hochwertig und sinnvoll ist das Training?</li>
<li>Wie wird das Pferd gefüttert?</li>
<li>Wie wird es gehalten?</li>
<li>Passt der Sattel?</li>
<li>Welche Bewegungsanreize hat das Pferd sonst noch (Haltung)?</li>
<li>&#8230;</li>
</ul>
<p>Und auch wenn alles optimal ist, so bauen Pferde dennoch ganz unterschiedlich schnell Muskulatur auf. Beim Menschen ist es ebenso: Da geht Herr Meyer ein bis zwei mal die Woche ins Fitness Center und macht ein paar Übungen für dicke Arme und sieht nach drei Monaten aus wie Arnold Schwarzenegger in seinen besten Zeiten, während Herr Schmidt sechs mal die Woche in denselben Verein rennt und pumpt, was das Zeug hält, aber der gute Mann ist nach einem Jahr noch immer ein Strich in der Landschaft &#8230;</p>
<p>Ich kann das Bedürfnis nach dem Wissen einer Zeitdauer sehr gut nachempfinden. Aber mein Rat an Sie lautet: Versuchen Sie, diesen Wunsch loszulassen. Es dauert so lange wie es dauert!</p>
<p><strong>Schaffen Sie optimale Bedingungen und beobachten Sie Ihr Pferd gut </strong></p>
<p>Wichtig ist darauf zu achten, ob die Entwicklung Ihres Pferdes sowohl physisch als auch psychisch in eine gute Richtung geht. Also immer gut zu schauen, ob sich während Ihres Trainings die richtige  Muskulatur aufbaut oder ob z.B. die Kuhlen neben des Widerrists tiefer werden, was für einen schlechten Verlauf des Trainings spricht. Erspüren Sie, ob Ihr Pferd mit immer mehr innerer Ruhe und Freude in die Zusammenarbeit mit Ihnen bzw. den Ausbilder Ihrer Wahl geht, oder ob es nervöser, widersetzlicher und immer angespannter wird.</p>
<p>Grundsätzlich gilt: <strong>Ein zu schnelles Vorgehen ist in der Regel sehr schädlich für das Pferd.</strong></p>
<p><strong>Zu oft wird die Rechnung ohne das Pferd gemacht</strong></p>
<p>Was nützt es Ihnen und Ihrem Pferd, wenn zwar das Zielbild &#8220;Reitbar im Gelände&#8221; schon nach vier Wochen erreicht ist, wenn aber gleichzeitig dabei dem Bindegewebe Ihres Pferdes nicht die Zeit gegeben wurde,  die es braucht, um sich auf die Belastung einzustellen und Ihr Pferd nach sechs Monaten z.B. kaputte Sehnen hat? Das Geld, welches Sie im ersten Moment an Ausbildungskosten gespart haben, ist ganz schnell für Tierarztkosten verloren&#8230; Und Ihr Pferd im schlimmsten Fall dazu.</p>
<p><strong>Es dauert solange wie es dauert</strong></p>
<p>Das Pferd zeigt Ihnen welcher Weg für ihn der richtige Weg ist und das Pferd entscheidet, wie lange etwas dauern wird. Es gibt einen schönen Spruch, der einer meiner Leitsprüche im Umgang mit Pferden geworden ist:</p>
<p style="text-align: center;"><em>&#8220;Haben Sie immer mehr Zeit als Ihr Pferd&#8221;</em></p>
<p>So versuche ich alle möglichen Situationen und Aufgaben zu lösen, egal ob ich mit einem Pferd vor dem Pferdeanhänger stehe oder ob es um den Aufbau der Muskeln geht, die eine Belastung mit dem Reitergewicht möglich machen.</p>
<p>Ja, wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Alles muss schnell gehen, Erfolge müssen sich schnell einstellen. Jungpferde müssen mit drei eingeritten sein und bald auf dem ersten Turnier Erfolge zeigen. Aber unsere Pferde machen bei diesem Zeitgeist nicht mit und das ist gut so! Geben Sie sich und Ihrem Pferd die Zeit, die sie brauchen.</p>
<p><strong>Geniessen Sie die Zeit der Entwicklung! </strong></p>
<p>Wie schön ist doch die gemeinsame Zeit des Lernens und Entwickelns! Genießen Sie diese und versuchen Sie nicht um jeden Preis schnell an Ihr Ziel zu kommen. Wir können davon so viel profitieren und so viel in dieser Zeit lernen. Und wie viel besser würde es auf der Welt für die Pferde aussehen, wenn wir Ihnen einfach mehr Zeit geben würden &#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ronaldo als Reitpferd</title>
		<link>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2009/07/07/ronaldo-als-reitpferd/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2009 02:11:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Bereiterpraxis]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie haben nun schon viel von meiner Arbeit mit Ronaldo zu sehen bekommen. Bis jetzt war ich dabei immer von Boden aus aktiv. Aber ab und an sitze ich auch mal auf Pferden und so auch auf meinem Ronaldo   .
Als ich  Ronaldo das erste Mal ritt (er war, bevor er zu mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie haben nun schon viel von meiner Arbeit mit Ronaldo zu sehen bekommen. Bis jetzt war ich dabei immer von Boden aus aktiv. Aber ab und an sitze ich auch mal auf Pferden und so auch auf meinem Ronaldo <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  .</p>
<p>Als ich  Ronaldo das erste Mal ritt (er war, bevor er zu mir kam, bereits geritten), fühlte ich mich wie auf einem Kreuzfahrtschiff. Zum einen bin ich Pferde dieser Größe so gar nicht gewöhnt, zum anderen reagierte er so schwergängig und zeitverzögert auf meine Hilfen, eben genau wie so ein Ozeanriese. Er ließ sich nicht stellen, geschweige denn biegen. Die Richtung konnte ich nur ungefähr bestimmen. Er legte sich schwer auf meine Hand und durchparieren war nur mit großem Kraftaufwand möglich. Er knirschte mit den Zähnen und wirkte sehr angespannt und unglücklich.</p>
<p>Diesen ersten Reitversuch brach ich schnell ab und ich ging etliche Ausbildungsschritte zurück, um ihn für unsere nächste Reiteinheit besser vorzubereiten.</p>
<p>Hiermit bereitete ich Ronaldo auf unsere nächste Reiteinheit vor:</p>
<ul>
<li>Ich machte mit ihm Abkauübungen und erklärte ihm noch mal neu das Gebiss.</li>
<li>Ich arbeitete mit der klassischen Handarbeit mit ihm, um ihm die Zügelhilfen neu zu vermitteln.</li>
<li>Ich arbeitete am langen Zügel mit ihm.</li>
<li>Ich arbeitete ihn an der Doppellonge.</li>
<li>Und ich ritt ihn einige Einheiten im Longierzirkel, wobei ich mich zunächst von einem Helfer an die Longe nehmen ließ.</li>
</ul>
<p><span id="more-321"></span><br />
Erst als ich Ronaldo im Longierzirkel ohne Hilfe von unten in konstanter Stellung und im gleichmäßigem Tempo reiten konnte und er sich auf leichte Hilfe hin zum Halten durchparieren ließ, wechselte ich wieder in die große Bahn.</p>
<p>Es hat sich immer wieder bewährt, Rittigkeitsprobleme nicht mit Macht in der Reitbahn lösen zu wollen, sondern in der Ausbildung einfach wieder so viele Schritte zurückzugehen, wie nötig sind, um die Basis neu aufzubauen. Und auch bei Ronaldo konnte ich so schnell Erfolge ernten.</p>
<p><a href="http://www.wege-zum-pferd.de/img/videos/ronaldo_geritten.php" target="_blank">In diesem Video</a> sehen Sie nun unsere fünfte Einheit in der großen Bahn. Eine Einheit dauert ca. 20 Minuten. Mir geht es zur Zeit nur darum, Ronaldo entspannt und locker reiten zu können. Ich fordere nicht viel von ihm. Ich möchte ihm das Gefühl geben, dass er alles richtig macht und er Spaß an dem Gerittenwerden bekommt. So dienen diese Einheiten in erster Linie dazu, uns gegenseitig kennen zu lernen und vertrauen zueinander aufzubauen &#8211; denn das ist die Basis für die weitere Ausbildung.</p>
<p>Wie Sie auf dem Video sehen können, spiele ich etwas mit Stellung, Bahnfiguren und Übergängen. Ich möchte ein gleichmäßiges und ruhiges Tempo. In dieser Phase ist mir Entspannung das Wichtigste. Und ich freue mich, wenn er meine Einladung sich vorwärts- abwärts zu dehnen annimmt und einen zufriedenen Eindruck macht. Erst wenn das alles gefestigt ist, kann ich in der Ausbildung im Sattel weitergehen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ronaldo: statt Turnierkarriere ein verlässliches Ausreitpferd?</title>
		<link>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2009/06/09/ronaldo-%e2%80%93-statt-turnierkarriere-ein-verlassliches-ausreitpferd/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 03:02:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Bereiterpraxis]]></category>

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		<description><![CDATA[In dem Artikel Die Ausbildung zum Verlasspferd – ein Beispiel aus meiner Praxis lernten Sie bereits den 5-jährigen Hannoveranerwallach Ronaldo ausführlicher kennen. Ronaldo blieb als Jährling an einem Weideunterstand hängen. Dabei brach der linke Hüfthöcker ab. Auf diesem Bild kann man gut erkennen, wie ungleich hoch die Kruppe von Ronaldo rechts und links ist und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In dem Artikel <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/artikel/verlasspferd.php" target="_blank">Die Ausbildung zum Verlasspferd – ein Beispiel aus meiner Praxis</a> lernten Sie bereits den 5-jährigen Hannoveranerwallach Ronaldo ausführlicher kennen. Ronaldo blieb als Jährling an einem Weideunterstand hängen. Dabei brach der linke Hüfthöcker ab. Auf diesem Bild kann man gut erkennen, wie ungleich hoch die Kruppe von Ronaldo rechts und links ist und wie unterschiedlich Ronaldo bemuskelt ist:</p>
<p align="center"> <img src="http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-content/uploads/ronaldovonhinten.jpg" alt="ronaldovonhinten.jpg" /></p>
<p>Die daher schiefe Hinterhand führt zum verkürzten Treten des linken Hinterbeines. Laut eines tierärztlichen Attests ist er trotz dieser Einschränkung &#8211; bei entsprechendem Training &#8211; als Reitpferd tauglich. Da er sehr gute Grundgangarten mitbringt, wäre er ohne diese Taktunklarheit sehr interessant für turnierambitionierte Reiter.</p>
<p>Seine Besitzer gaben ihn zu mir in die Ausbildung, weil sie meine Einschätzung hören wollten, ob Ronaldo seine Taktunklarheit durch mein Longentraining verlieren könnte. Außerdem sollte ich versuchen, Ronaldo etwas gelassener und weniger schreckhaft zu bekommen.</p>
<p>Meine Einschätzung nach den ersten vier Wochen lautete: Ja, Ronaldo wird sehr viel gelassener, aber ich glaube nicht, dass er jemals ganz taktklar laufen wird. Somit war für die Besitzer klar, dass sie Ronaldo nicht behalten werden und mein neuer Auftrag lautete: „Finden Sie heraus, ob aus Ronaldo ein sicheres Geländepferd werden kann, damit man ihn als Freizeitpferd anbieten kann“. Und so verlagerte ich den Schwerpunkt unserer Arbeit dahin zu erkunden, inwieweit aus Ronaldo ein entspanntes und sicheres Ausreitpferd werden kann.</p>
<p>Wie das aussieht, sehen Sie <a href="http://www.wege-zum-pferd.de/img/videos/ronaldo_ausbildung2.php" target="_blank">in diesem Video</a>, das zusätzlich noch eine Überraschung enthält… <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Motivation hinter den Dingen oder: Warum ich mit Zirkuslektionen arbeite</title>
		<link>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2008/05/13/die-motivation-hinter-den-dingen-oder-warum-ich-mit-zirkuslektionen-arbeite/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 May 2008 03:37:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Bereiterpraxis]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2008/05/13/die-motivation-hinter-den-dingen-oder-warum-ich-mit-zirkuslektionen-arbeite/</guid>
		<description><![CDATA[Man spricht über uns   : In einem Forum fanden wir einen Bericht über unsere Seite. Das Fazit war im Großen und Ganzen sehr positiv, mit Ausnahme der Kritik, dass wir etwas zu viele „Kunststückchen“ mit unseren Pferden machen und dass dabei die Natürlichkeit des Pferdes auf der Strecke bleiben könnte.
Sowohl Tania als auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man spricht über uns <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  : In einem Forum fanden wir einen Bericht über unsere Seite. Das Fazit war im Großen und Ganzen sehr positiv, mit Ausnahme der Kritik, dass wir etwas zu viele „Kunststückchen“ mit unseren Pferden machen und dass dabei die Natürlichkeit des Pferdes auf der Strecke bleiben könnte.</p>
<p>Sowohl Tania als auch ich konnten mit diesem Gedankengang viel anfangen und er hat mich tüchtig zum Nachdenken angeregt &#8211; dafür ein großes „Dankeschön“.</p>
<p>Ja, ich mache mit meinen Pferden viele Kunststückchen und nach diesem Forumsbeitrag habe ich mich gefragt, was eigentlich meine Hauptmotivation dazu ist.<br />
<span id="more-47"></span></p>
<p>Und ja, ich zeige diese Kunststücke gerne auf Shows und bin stolz, wenn mein Pferd sich auf Kommando hinlegt, Kompliment macht oder Luftballons zerplatzt. Wenn nun dieses Selbstdarstellen über die Kunststücke, die meine Pferde können, mein Hauptmotiv wäre, würde ich es als Missbrauch an den Tieren ansehen. Wenn ich mich jetzt hinstellen würde und von mir behaupten würde, ich wäre noch nie aus Profilierungssucht über das gesunde Maß herausgeschossen, würde ich mir selbst und Ihnen gepflegt in die Tasche lügen. Diese Gefahr liegt sicher nicht nur in der zirzensischen Bodenarbeit, sondern ebenso beim Reiten, Fahren, Springen usw.</p>
<p>Dieses Selbstdarstellen sehe ich als groben Fehler und ich hoffe, er wird mir nicht mehr unterlaufen (passend dazu siehe die Beiträge von Tania <a target="_blank" href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2008/04/22/das-richtige-tun/">Das Richtige tun</a> und <a target="_blank" href="http://wege-zum-pferd.de/hafiblog/2008/04/24/zwischen-unter-und-uberforderung/">Zwischen Unter -und Überforderung</a>, die mir sehr aus der Seele sprechen).</p>
<p>Worin liegt also meine Hauptmotivation dafür, dass ich häufig Zirkuslektionen einsetze?</p>
<p>Ich arbeite oft mit so genannten „Problempferden“, die das Vertrauen zu den Menschen und jegliches Interesse an der Zusammenarbeit verloren haben. Die Arbeit mit Problempferden beginne ich eigentlich immer über das<strong> Spiel</strong> und über die zirzensische Bodenarbeit.</p>
<p>Die Pferde lernen bei uns die „Kunststückchen“ über den Weg der positiven Verstärkung, also über Lob, Lob und nochmals Lob. Und die meisten Pferde machen dabei in kurzer Zeit große Verwandlungen durch. Am deutlichsten sehe ich die Veränderung an den Augen der Pferde. Sie fangen wieder zu <strong>glitzern</strong> an <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  . Die Pferde entwickeln so viel <strong>Spaß </strong>bei diesen Lektionen und, ohne dass sie es merken, fangen sie an, mit uns zu kommunizieren und uns zu folgen, ganz zwanglos. Gerade bei diesen Pferden ist das ein kostbares Geschenk.</p>
<p>Doch nicht nur bei Problempferden ist dieser Weg für mich ein sehr guter. Genauso beginne ich bei Jungpferden die Ausbildung und baue es als Abwechslung bei der Arbeit mit erwachsenen Pferden ein. Und bis auf wenige Ausnahmen haben die Pferde riesigen Spaß daran. Schöner noch: nicht nur die Pferde haben Freude, sondern die Menschen auch. Das trägt zu einer <strong>positiven Arbeitsatmosphäre</strong> bei.</p>
<p>Neben diesem für mich wichtigsten Aspekt, sehe ich aber noch mehr positive Aspekte an der zirzensischen Bodenarbeit: Viele Übungen haben hervorragend gymnastizierende Effekte (sofern korrekt ausgeführt), d.h. sie steigern die Beweglichkeit, Kraft und die Geschicklichkeit des Pferdes. Neben den schon oben genannten positiven Auswirkungen auf die Psyche des Pferdes, erlebe ich auch, dass die Pferde das Lernen lernen, dass ihr Selbstbewusstsein steigt und dass sie eigene Ideen entwickeln.</p>
<p>All diese Pluspunkte überwiegen für mich und genau hier liegt meine Hauptmotivation. Ich finde die zirzensische Bodenarbeit klasse und möchte keinesfalls darauf verzichten. Das möchte ich gerne auch weiterhin in Vorführungen zeigen und dadurch versuchen, viele Pferdemenschen von dieser Art mit seinem Pferd zu arbeiten, zu überzeugen und zu begeistern.</p>
<p>Wie denken Sie über Zirkuslektionen und Spiele mit den Pferden? Ihre Meinung interessiert mich.</p>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Präsenz am Pferd</title>
		<link>http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2008/04/29/prasenz-am-pferd/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Apr 2008 03:58:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Babette Teschen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Bereiterpraxis]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/2008/04/29/prasenz-am-pferd/</guid>
		<description><![CDATA[Das Thema &#8220;Präsenz&#8221; beschäftigt mich zurzeit persönlich stark.
Es stört mich immer mehr, wenn ich bei der Arbeit mit Pferden abgelenkt werde. Gerade wenn ich mit unsicheren Pferden umgehe, mit Jungpferden oder schwierigen Pferden, merke ich, wie unglaublich wichtig es für die Qualität der Arbeit und die Beziehung zu dem Pferd ist, mit meiner Achtsamkeit ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema &#8220;Präsenz&#8221; beschäftigt mich zurzeit persönlich stark.</p>
<p>Es stört mich immer mehr, wenn ich bei der Arbeit mit Pferden abgelenkt werde. Gerade wenn ich mit unsicheren Pferden umgehe, mit Jungpferden oder schwierigen Pferden, merke ich, wie unglaublich wichtig es für die Qualität der Arbeit und die Beziehung zu dem Pferd ist, mit meiner Achtsamkeit ganz bei mir und dem jeweiligen Pferd zu sein.</p>
<p>Bellende Hunde, ein klingelndes Handy, tobende Kinder, ein Kunde, der eine Frage an mich hat, all das schafft es, mich aus der stillen Kommunikation und meiner Konzentration zu holen, lässt die Verbindung zum Pferd häufig abreißen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: die kläffenden Wauzies sind in der Regel meine Eigenen, und ich mag Kinder und meine Kunden sehr <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  . Aber oft ist es schwer, nach einer Störung wieder in eine tiefgehende Verbindung mit dem Pferd zu kommen.<br />
<span id="more-41"></span></p>
<p>Nun ist unser Stall noch ein relativ kleiner und wir haben eine nette Gemeinschaft und harmonische Atmosphäre. Wie mag es da wohl erst Reitern/innen gehen, in deren Ställen ein rauer Umgangston herrscht und der Unterricht noch immer mit militärartigem Gebrüll stattfindet? Wo an der Bande lästernde Menschen stehen? Oder wo ein Mitreiter sein Pferd drastisch „diszipliniert“?</p>
<p>Immer mehr erkenne ich, dass die Pferde von uns</p>
<ul type="disc">
<li>100% ige Aufmerksamkeit</li>
<li>Stärke</li>
<li>Klarheit</li>
</ul>
<p>- in einem Wort <strong>Präsenz</strong> wollen.</p>
<p>Das ist aus der Sicht des Pferdes völlig verständlich. In dem Moment, in dem wir mit unserem Pferd zusammen sind, ersetzen wir ihm seine Herde. Pferde fühlen sich nur sicher und geborgen, wenn sie das Gefühl haben, dass derjenige, dem sie sich anschließen sollen, ein kompetenter Herdenführer darstellt.</p>
<p>Doch leider erlebe ich sowohl bei anderen als auch bei mir, dass ich oftmals</p>
<ul type="disc">
<li>abgelenkt bin,</li>
<li>selber nervös, unsicher oder hektisch bin und</li>
<li>kein klares Zielbild vor Augen habe.</li>
</ul>
<p>Wenn unsere Pferde in uns ein unsicheres und unachtsames Wesen sehen, ist es nur zu verständlich, dass sie sich uns nicht anschließen wollen und sich in unserer Gegenwart unwohl fühlen (&#8220;Wer passt dann bitte auf, dass sich kein Wolfsrudel anpirscht?&#8221;). Dies zeigt sich dann oft darin, dass Pferde ihre Grenzen testen, d.h. sie werden frech, nervös oder zappelig. Darauf reagieren wir dann gerne mal tadelnd, auch mal laut, was die Stimmung zueinander nicht verbessert und keineswegs dazu beiträgt, dass unser Pferd sich wohler mit uns fühlt.</p>
<p>Ein Teufelskreis entsteht.</p>
<p>Anja Beran beschreibt in ihrem Buch <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/dp/3930953145/ref=nosim?tag=wegzumpfe-21">Aus Respekt</a>, dass sie Pferde, bei denen sie volle Ruhe braucht, morgens um 6 Uhr arbeitet. Das ist sicherlich ein guter Weg, aber da ich am liebsten alle meine Pferde so arbeiten möchte, stellt sich mir die bange Frage: und wann schlafe ich? <img src='http://www.wege-zum-pferd.de/praxisblog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<ul>
<li>Kennen Sie diese Gefühle und Probleme?</li>
<li>Haben Sie Möglichkeiten gefunden, damit umzugehen?</li>
<li>Wie befreien Sie sich vom Alltagsstress und schaffen einen Raum, nur für sich und Ihr Pferd?</li>
<li>Ab wann beginnt für Sie der Kontakt zum Pferd?</li>
<li>Schon auf der Weide, beim Putzen oder erst nach dem Aufsteigen?</li>
</ul>
<p>Ich würde mich über viele Anregungen und Ideen sehr freuen!</p>
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