Babettes Praxis-Blog : Kategorie ‘Aus der Bereiterpraxis‘

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Ronaldo als Reitpferd

Sie haben nun schon viel von meiner Arbeit mit Ronaldo zu sehen bekommen. Bis jetzt war ich dabei immer von Boden aus aktiv. Aber ab und an sitze ich auch mal auf Pferden und so auch auf meinem Ronaldo ;-) .

Als ich Ronaldo das erste Mal ritt (er war, bevor er zu mir kam, bereits geritten), fühlte ich mich wie auf einem Kreuzfahrtschiff. Zum einen bin ich Pferde dieser Größe so gar nicht gewöhnt, zum anderen reagierte er so schwergängig und zeitverzögert auf meine Hilfen, eben genau wie so ein Ozeanriese. Er ließ sich nicht stellen, geschweige denn biegen. Die Richtung konnte ich nur ungefähr bestimmen. Er legte sich schwer auf meine Hand und durchparieren war nur mit großem Kraftaufwand möglich. Er knirschte mit den Zähnen und wirkte sehr angespannt und unglücklich.

Diesen ersten Reitversuch brach ich schnell ab und ich ging etliche Ausbildungsschritte zurück, um ihn für unsere nächste Reiteinheit besser vorzubereiten.

Hiermit bereitete ich Ronaldo auf unsere nächste Reiteinheit vor:

  • Ich machte mit ihm Abkauübungen und erklärte ihm noch mal neu das Gebiss.
  • Ich arbeitete mit der klassischen Handarbeit mit ihm, um ihm die Zügelhilfen neu zu vermitteln.
  • Ich arbeitete am langen Zügel mit ihm.
  • Ich arbeitete ihn an der Doppellonge.
  • Und ich ritt ihn einige Einheiten im Longierzirkel, wobei ich mich zunächst von einem Helfer an die Longe nehmen ließ.

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7. Juli 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Aus der Bereiterpraxis 4 Kommentare »

Ronaldo: statt Turnierkarriere ein verlässliches Ausreitpferd?

In dem Artikel Die Ausbildung zum Verlasspferd – ein Beispiel aus meiner Praxis lernten Sie bereits den 5-jährigen Hannoveranerwallach Ronaldo ausführlicher kennen. Ronaldo blieb als Jährling an einem Weideunterstand hängen. Dabei brach der linke Hüfthöcker ab. Auf diesem Bild kann man gut erkennen, wie ungleich hoch die Kruppe von Ronaldo rechts und links ist und wie unterschiedlich Ronaldo bemuskelt ist:

ronaldovonhinten.jpg

Die daher schiefe Hinterhand führt zum verkürzten Treten des linken Hinterbeines. Laut eines tierärztlichen Attests ist er trotz dieser Einschränkung – bei entsprechendem Training – als Reitpferd tauglich. Da er sehr gute Grundgangarten mitbringt, wäre er ohne diese Taktunklarheit sehr interessant für turnierambitionierte Reiter.

Seine Besitzer gaben ihn zu mir in die Ausbildung, weil sie meine Einschätzung hören wollten, ob Ronaldo seine Taktunklarheit durch mein Longentraining verlieren könnte. Außerdem sollte ich versuchen, Ronaldo etwas gelassener und weniger schreckhaft zu bekommen.

Meine Einschätzung nach den ersten vier Wochen lautete: Ja, Ronaldo wird sehr viel gelassener, aber ich glaube nicht, dass er jemals ganz taktklar laufen wird. Somit war für die Besitzer klar, dass sie Ronaldo nicht behalten werden und mein neuer Auftrag lautete: „Finden Sie heraus, ob aus Ronaldo ein sicheres Geländepferd werden kann, damit man ihn als Freizeitpferd anbieten kann“. Und so verlagerte ich den Schwerpunkt unserer Arbeit dahin zu erkunden, inwieweit aus Ronaldo ein entspanntes und sicheres Ausreitpferd werden kann.

Wie das aussieht, sehen Sie in diesem Video, das zusätzlich noch eine Überraschung enthält… :-)

9. Juni 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Aus der Bereiterpraxis 31 Kommentare »

Die Motivation hinter den Dingen oder: Warum ich mit Zirkuslektionen arbeite

Man spricht über uns :-) : In einem Forum fanden wir einen Bericht über unsere Seite. Das Fazit war im Großen und Ganzen sehr positiv, mit Ausnahme der Kritik, dass wir etwas zu viele „Kunststückchen“ mit unseren Pferden machen und dass dabei die Natürlichkeit des Pferdes auf der Strecke bleiben könnte.

Sowohl Tania als auch ich konnten mit diesem Gedankengang viel anfangen und er hat mich tüchtig zum Nachdenken angeregt – dafür ein großes „Dankeschön“.

Ja, ich mache mit meinen Pferden viele Kunststückchen und nach diesem Forumsbeitrag habe ich mich gefragt, was eigentlich meine Hauptmotivation dazu ist.
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13. Mai 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Aus der Bereiterpraxis 5 Kommentare »

Präsenz am Pferd

Das Thema “Präsenz” beschäftigt mich zurzeit persönlich stark.

Es stört mich immer mehr, wenn ich bei der Arbeit mit Pferden abgelenkt werde. Gerade wenn ich mit unsicheren Pferden umgehe, mit Jungpferden oder schwierigen Pferden, merke ich, wie unglaublich wichtig es für die Qualität der Arbeit und die Beziehung zu dem Pferd ist, mit meiner Achtsamkeit ganz bei mir und dem jeweiligen Pferd zu sein.

Bellende Hunde, ein klingelndes Handy, tobende Kinder, ein Kunde, der eine Frage an mich hat, all das schafft es, mich aus der stillen Kommunikation und meiner Konzentration zu holen, lässt die Verbindung zum Pferd häufig abreißen. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: die kläffenden Wauzies sind in der Regel meine Eigenen, und ich mag Kinder und meine Kunden sehr ;-) . Aber oft ist es schwer, nach einer Störung wieder in eine tiefgehende Verbindung mit dem Pferd zu kommen.
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29. April 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Aus der Bereiterpraxis 12 Kommentare »

Babette Teschen

  • Veröffentlichung Der Longenkurs
  • Ausgebildete Tierheilpraktikerin
  • Seminare nach Linda Tellington-Jones
  • Von 1998 bis 2000 Reitlehrerin in der Schule Marienau
  • Seit 1996 selbständig mit dem Pferdehof Teschen -
    Zentrum für ganzheitliche Betreuung

  • Seit 1998 Spezialisierung auf Alternative Reitweise nach Sally Swift und M. Feldenkrais
  • Schülerin von Horst Becker, Lehrer der klassischen Dressur
  • Seit Anfang 2003 Angebot eigener Seminare