Babettes Praxis-Blog : Kategorie ‘Ausrüstung‘

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Das liebe Thema Hilfszügel…

Da ich ja in meiner Longenarbeit ausdrücklich auf Hilfszügel verzichte, werde ich häufig Folgendes gefragt: „Finden Sie eigentlich alle Hilfszügel gleich schlecht? Und meinen Sie nicht, dass es Situationen gibt, in denen der Einsatz von Hilfszügeln doch gut ist?“

Ich bin anhand meiner Erfahrung zu dem Schluss gekommen, dass jedes Pferd ohne Hilfszügel lernen kann in guter Haltung zu laufen und ich mache aus meiner negativen Einstellung gegenüber Hilfszügeln keinen Hehl. Meine Argumente, warum ich gegen den Einsatz von Hilfszügeln bin, habe ich ausführlich im Longenkurs aufgeführt. Tania und ich haben genau in diesem Longenkurs und im Aufbaukurs einen Weg beschrieben, wie jede/r sein Pferd in guter Haltung und Manier zunächst am Boden, später dann auch unter dem Sattel so arbeiten kann, dass er sein Pferd gänzlich ohne den Einsatz von Hilfszügeln optimal fördern kann.

Um aber auf die Frage oben zurück zu kommen: Nein, ich finde nicht alle Hilfszügel gleich schlecht! Es gibt welche, die finde ich weniger schlecht als andere. Aber: etwas weniger schlecht zu finden, heißt nicht, den Einsatz gut zu heißen oder gar zu empfehlen!

Mein Ideal ist ganz klar die Arbeit ohne Hilfszügel!

Das Leben besteht aber leider nicht nur darin, dass wir unsere Ideale sofort und kompromisslos leben können. Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß. Oftmals kommen wir auf unserem Idealwege nicht so voran, wie wir es uns vorstellen und es fehlt uns an Können und an Wissen. Dann müssen wir manchmal etwas abweichen, Umwege gehen und uns der Grautöne bedienen. Und natürlich gibt es zum Glück genügend Pferde, die sich so an Hilfszügel gewöhnt haben, dass ich nicht grundsätzlich gegen jegliche Verwendung bin, wenn diese mit entsprechendem Sachverstand und vor allem mit Fairness dem Pferd gegenüber geschieht.
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12. Januar 2010 von Babette Teschen • Kategorie: Ausrüstung 14 Kommentare »

Gedanken zur Kandare

Sie konnten hier bei uns schon viel über unsere Einstellungen und Gedanken zum Thema Gebisse gelesen. So haben Sie sicherlich schon gemerkt, dass sowohl Tania als auch ich uns viele Gedanken machen, wie wir die Arbeit für das Pferd so angenehm wie möglich machen können. Wir reiten unsere Pferde viel gebisslos, reiten gerne mal nur mit einem Halsring und mögen es, unsere Pferde möglichst „mit wenig“ auszustatten. Und doch sieht man mich ab und an meine Pferde mit Kandare arbeiten.

Wie passt das zusammen? Und warum mache ich das? Ist das ein Widerspruch?

Um auf diese Fragen zu antworten, möchte ich mich heute ein bisschen ausführlicher mit der Kandare beschäftigen.
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29. Januar 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Ausrüstung 6 Kommentare »

Eine Frage des Gewissens: Einfach – oder doppelt gebrochenes Gebiss?

Kürzlich wurde hier die Frage an uns gerichtet, welches Gebiss wir für das „weichere“ halte, das einfach- oder das doppelt gebrochene.

Schauen wir uns diese Gebisse ein Mal im Vergleich an:

Das einfach gebrochene Gebiss

  • Es besteht aus zwei Schenkeln und einem Gelenk.
  • Es liegt auf der Zunge und der Lade des Pferdes auf.
  • Bei beidseitigem Annehmen der Zügel und einer rückwirkenden Reiterhand entsteht ein quetschender Druck seitlich auf die Zunge und auf die Laden. Bei einem tiefen Gaumen des Pferdes kann das Mittelstück gegen den Gaumen drücken (der sogenannte „Nussknacker-Effekt“).
  • Einseitiges leichtes Anspielen gibt dem Pferd auch nur einseitig ein gut verständliches Signal, der nicht angespielte Schenkel bleibt ruhig auf der Zunge liegen.
  • Das Gelenk liegt mittig auf der Zunge und stört nicht auf den Laden.

Das doppelt gebrochene Gebiss

  • Es besteht aus drei Gebissteilen und zwei gelenkigen Verbindungen.
  • Das Mittelstück liegt auf der Zunge auf.
  • Durch dem Anpassen an die Zunge soll es nicht zum Nussknacker-Effekt kommen können.
  • Dem doppelt gebrochenen Gebiss wird eine schwammige, unverständlichere Signalwirkung zugesprochen.
  • Bei engstehenden Kieferästen und bei einseitigem Annehmen eines Zügels, kommen oftmals die Gelenke an die Laden, worauf einige Pferde empfindlich reagieren.

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22. Januar 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Ausrüstung 7 Kommentare »

So erklären Sie Ihrem Pferd das Gebiss

Wie in meinem letzten Blogbeitrag ausgeführt, bin ich der Meinung, dass wir unseren Pferden das Gebiss erklären müssen, wenn wir wollen, dass es dieses Kommunikationsmittel akzeptiert und dass es das Gebiss vertrauensvoll annehmen kann. Hier zeige ich Ihnen, wie ich dabei vorgehe.

Wenn ich ein bereits mit Gebiss gearbeitetes Pferd in die Ausbildung bekomme, prüfe ich am Boden, wie das Pferd psychisch dem Gebiss gegenüber eingestellt ist und ob das Pferd an der Hand auf Signale am Zügel wunschgemäß reagiert. Die traurige Realität ist, dass der weitaus größere Teil der Pferde, die zu mir kommen, große Sorgen mit dem Gebiss haben und falsche Reaktionsmuster in sich tragen.
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13. Januar 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Ausrüstung 16 Kommentare »

Hat Ihr Pferd eigentlich je das Gebiss erklärt bekommen?

Fast allen Pferde dieser Welt wird ein Stück Metall in das Maul geschnallt und es wird von ihnen erwartet, dass sie vertrauensvoll an dieses herantreten.

Auch wenn ich noch nie ein Gebiss in meinem Mund hatte, so habe ich doch Phantasie genug, mir vorzustellen, dass das erstmal nicht sehr angenehm ist. Es gibt genügend Untersuchungen die beweisen, dass eigentlich im Pferdemaul kein Platz für ein Gebiss ist und dem Pferd die Atmung und das Schlucken erschwert werden. Wenn ich mir dann noch vorstelle, dass jemand an dem Gebiss zieht oder daran ruckt, stelle ich mir das mehr als unangenehm, ja sogar als eine sehr schmerzvolle Angelegenheit vor, Sie nicht?

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7. Januar 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Ausrüstung 6 Kommentare »

Gebissloses Reiten – eine Alternative?

In meinem letzten Beitrag schrieb ich über das Thema Vertrauen des Pferdes zum Gebiss. Nun ist allerdings bei manchen Pferden eben dieses Vertrauen so zerstört, dass auch nach einem langen Zeitraum der Arbeit mit weicher Hand, das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist.

Oft sitzt das Verhaltensmuster einfach so tief, dass eine echte Losgelassenheit des Pferdes, die stark von der psychischen Stimmung des Pferdes abhängt, mit Gebiss nicht möglich ist. In diesen Fällen lohnt sich der Versuch, dass Pferd gebisslos zu reiten.

Hierfür eignen sich verschiedene Zäumungen. Wichtig bei der Wahl ist auch hier, dass es gilt, Schmerzen zu vermeiden.

Sidepulls mit einem harten Nasenband, Hackemores mit langen Anzügen oder Serretas sind in meinen Augen keine wirkliche Verbesserung für das Pferd. Besser gefallen mir der LG Zaum, ein Sidepull mit weichem Ledernasenband, ein Kappzaum oder das Bridles Bridle. (weiterlesen…)

7. August 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Ausrüstung 21 Kommentare »

Das Pferdemaul ist heilig oder: Wie ein Pferd Vertrauen zum Gebiss bekommt

Wer träumt nicht von einem Pferd mit sensiblem Maul, welches vertrauensvoll an die Hand tritt, welches das Gebiss sucht, das leicht damit spielt und auf jede Hilfe prompt reagiert?

Nur, wie viele Pferde kennen Sie, die so auf ein Gebiss im Maul reagieren? Ist es nicht eher eine Ausnahme auf ein Pferd zu treffen, das nicht mehr oder weniger verdorben im Maul ist?

Damit ein Pferd echtes Vertrauen zur Reiterhand und zum Gebiss entwickelt, darf das Gebiss niemals Schmerzen verursachen. Ein Pferd, das mit Schmerzen durch das Gebiss rechnet, wird sein Maul nicht weich machen. Es wird versuchen, durch Anspannen der Zunge (indem es die Zunge z.B. hochzieht, über das Gebiss legt oder rausstreckt), durch Verkrampfen des Kiefergelenkes oder auch durch Festbeißen des Gebisses, der Gefahr eines eventuellen Schmerzes vorzubeugen.

Bedenken Sie: Losgelassenheit ist nicht zu erzwingen! (weiterlesen…)

5. August 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Ausrüstung 6 Kommentare »

Der Einsatz der Gerte

Wie auch zu den Sporen finden sich auch zum Thema Gerteneinsatz sehr unterschiedliche Einstellungen. Für die einen ist sie ein brutales Schlagwerkzeug, mit dem Pferde misshandelt werden, für die anderen fungiert die Gerte als verlängerter Arm, mit dem das Pferd gestreichelt werden kann und mit dem feinste Zeichen möglich sind – in der Praxis finden sich beide Extreme und alles dazwischen.

Ich selbst nutze die Gerte als feines Kommunikationsmittel, eben als Verlängerung meines Armes. Tatsächlich gehe ich fast nie ohne Gerte ans bzw. aufs Pferd (nur bei Pferden die noch sehr ängstlich auf die Gerte in der Hand reagieren).

Um die Gerte allerdings überhaupt stressfrei einsetzen zu können, nehme ich dem Pferd als erstes die Angst vor ihr. Hier gehe ich den Weg des weichenden Gegenstandes (s.a. Wie Ihr Pferd lernt, die Trense zu nehmen) und arbeite mit dem Clickertraining.
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17. Juni 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Ausrüstung 1 Kommentar »

Sinn und Unsinn der Sporen

Sporen erregen die Gemüter: In manchen Ställen sieht man kaum jemanden ohne Sporen und man gehört auch im Volksmund zu den Anerkannten, wenn man sich „die Sporen verdient hat“. In anderen Ställen wird man hingegen mit Sporen sofort als Tierquäler an den Pranger gestellt und ihr Einsatz wird grundsätzlich abgelehnt.

Was ist nun richtig? Ist man besonders fortgeschritten wenn man mit blitzenden Dornen am Fuß reitet oder gibt man sich die Blöße, sein Pferd nicht auf andere Art und Weise vorwärts zu bekommen?

Hier werden sich meiner Ansicht nach oft zu wenige Gedanken über den sinnvollen Gebrauch des Werkzeuges gemacht, was da eingesetzt wird.
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27. Mai 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Ausrüstung 9 Kommentare »

Wie Ihr Pferd lernt, die Trense zu nehmen

Als wir auf der Messe HansePferd waren, stand gegenüber von unserem Messestand ein hübscher Scheckhengst, der zweimal täglich für seine Vorführung unter den Sattel „fertig gemacht” wurde, wobei Sie das „fertig machen“ in diesem Fall leider wörtlich nehmen dürfen…

Für diese Aktion waren jedes Mal drei Personen nötig. Es ging darum, das Pferd irgendwie mit Sattel und Trense auszustatten. Es hatte deutlichen Sattelzwang und auch das Auftrensen war purer Stress für das arme Tier. Alles geschah hektisch und mit viel Tadel für das Pferd. Entschuldigen Sie den harten Vergleich, aber für mich wirkte es eher wie eine Vergewaltigung als etwas anderes. Der Gesichtsausdruck des Pferdes zeigte so viel Stress und Leid, dass ich es nicht aus meinem Kopf bekomme.

Viele Pferde haben Satteln und Trensen als unangenehm, vielleicht sogar schmerzhaft kennen gelernt und sagen seitdem mehr oder weniger „Nein“ zu dieser Prozedur. Und so beginnt für Mensch und Tier das Miteinander schon vor der der eigentlichen Arbeit mit Angst, Stress und Kampf. Viele Reiter nehmen diesen Zustand als gegeben hin.

Bitte machen Sie das nicht!
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22. Mai 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Ausrüstung 14 Kommentare »

Babette Teschen

  • Veröffentlichung Der Longenkurs
  • Ausgebildete Tierheilpraktikerin
  • Seminare nach Linda Tellington-Jones
  • Von 1998 bis 2000 Reitlehrerin in der Schule Marienau
  • Seit 1996 selbständig mit dem Pferdehof Teschen -
    Zentrum für ganzheitliche Betreuung

  • Seit 1998 Spezialisierung auf Alternative Reitweise nach Sally Swift und M. Feldenkrais
  • Schülerin von Horst Becker, Lehrer der klassischen Dressur
  • Seit Anfang 2003 Angebot eigener Seminare