Babettes Praxis-Blog : Monatsarchiv für Oktober 2011

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Aus der Fohlenschule: So bringen Sie einem Fohlen bei sich Führen zu lassen

In meinem Blogbeitrag von letzter Woche habe ich über meine Sichtweise zum Umgang mit Fohlen geschrieben und darüber, was sinnvoll ist, einem Fohlen schon früh zu lehren und was nicht. Was ich meinen Fohlen schon sehr früh beigebracht habe, ist das Sich-Führenlassen am Halfter. Und wie ich das mit meinen Fohlen geübt habe, erkläre ich Ihnen heute.

Die Stricktechnik nach Linda Tellington-Jones

Ich habe meinen Fohlen das Geführtwerden so beigebracht, wie ich es in dem Video “Fohlen erziehen- sanft und konsequent” von Linda Tellington-Jones gesehen habe.

Für die ersten Trainingseinheiten braucht Ihr Fohlen noch kein Halfter tragen. Sie brauchen nur einen ausreichend langen Strick. Zeigen Sie dem Fohlen den Strick und berühren es vorsichtig damit. Lässt es sich das gut gefallen, streichen Sie es am ganzen Körper mit dem Strick ab. Loben Sie viel!

Nun legen Sie diesen Strick wie eine Acht um den Körper des Fohlens. Die eine Schlaufe der Acht wird vorne um die Brust gelegt, die andere Schlaufe um die Hinterhand des Fohlens. Dort wo beide Schlaufen zusammentreffen, kurz hinter dem Widerrist des Fohlens, halten Sie den Strick. Wie das aussieht, sehen Sie hier:

(Bitte nutzen Sie Ihre Vorstellungskraft. Da ich gerade nicht mit einem Fohlen dienen kann, übernimmt heute unser Starschauspieler Buddy die Rolle :-) )

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18. Oktober 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Umgang 2 Kommentare »

Wie viel und was soll man mit Fohlen machen?

Auf meinen Blogbeitrag “Gedanken zum Thema: Einsatz von “scharfen” Ausbildungsgegenständen” bekam ich viele Reaktionen, für die ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchte. In einem von diesen Kommentaren fragte Susanne Folgendes:

Was mache ich z.B., wenn mein drei Monate altes Fohlen, das gerade lernen soll, auch mal von Mama weg aus dem Paddock geführt zu werden (dabei aber noch in ihrer Sichtweite) ohne erkennbare Anzeichen von Angst oder Unsicherheit, sondern dem Anschein nach eher ungehalten und ärgerlich, einfach nach ein paar Minuten anfängt an der Hand zu steigen? Wie soll ich dem entgegen wirken? Meine Stallbesitzerin – seit vielen Jahren Züchterin – rät mir dazu, sie bei Gelegenheit umzuschmeißen – wie wirke ich dieser womöglich beginnenden Unart entgegen ohne Zwang auszuüben?

Wichtige grundsätzliche Fragen

Diese Frage wirft für mich verschiedene Aspekte auf, über die ich mir als Besitzer eines Fohlens Gedanken machen muss:

  • Ist es sinnvoll und richtig, ein drei Monate altes Fohlen von der Mutter wegführen zu wollen?
  • Wie viel sollte man generell mit Fohlen tun?
  • Was sollen/müssen Fohlen in ihren ersten Lebensmonaten lernen?
  • Welche Maßnahmen sind dafür geeignet?

An dieser Stelle eine Anleitung über den Umgang mit Fohlen zu schreiben, würde den Rahmen sprengen, aber einige Gedanken und eigene Erfahrungen möchte ich in diesem und in folgenden Blogbeiträgen niederschreiben und auch Susanne eine Antwort auf ihre Frage geben.

Meine kleine Friesenzucht

Ich hatte zu Beginn meiner Zeit auf meinem Hof in kleinem Rahmen Friesen gezüchtet. Ich habe also selbst einige Fohlen gezogen und sie die erste Zeit ihres Lebens begleitet. So musste ich mich zwangsläufig mit den obigen Fragen auseinandersetzen.

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11. Oktober 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Umgang 11 Kommentare »

Wenn Pferde kauen und lecken- ist das gut oder schlecht?

Vor kurzem wurde mir folgende Frage gestellt:

Wenn ich mein Pferd longiere (was ich sehr selten tue) fängt sie (eine Stute) schon nach zwei Runden an zu kauen, nimmt den Kopf runter und leckt. Sie empfindet also das Longieren als eine Art Join up “Maßregelung” meinerseits. Haben Sie eine Tip für mich, wie ich das ändern kann? Das Longieren soll ja für sie keine Strafe sein.

Auf dieses Frage möchte ich an dieser Stelle eingehen.

Ein Verhalten – viele Interpretationsmöglichkeiten

Das Kauen und Lecken des Pferdes als reine Unterwerfungsgeste zu interpretieren, halte ich für falsch. Für mich bedeutet es viel mehr und ich interpretiere das Kauen und Lecken je nach Situation sehr unterschiedlich.

Schauen Sie sich zum Vergleich einen Hund an, der mit dem Schwanz wedelt. Die meisten Menschen interpretieren ein Schwanzwedeln beim Hund automatisch als Ausdruck von Freude. Das stimmt auch oft, aber manchmal ist es das aber nicht. Es kann nämlich z.B. auch ein Ausdruck von Unsicherheit oder Erregung sein und so kann es durchaus vorkommen, dass ein Hund mit dem Schwanz wedelt und in die nach ihm greifende Hand beißt … In diesem Fall hat der Mensch den Fehler gemacht, nicht auch die Körperhaltung und den Augenausdruck zu beachten, der ihn hätte das Schwanzwedeln anders interpretieren lassen. Es gilt also immer den Gesamteindruck des Tieres zu sehen und zu deuten, egal ob beim Hund oder Pferd.

Situationsbeispiele

Ich sehe das Lecken und Kauen beim Pferd in den meisten Fällen als sehr positives Zeichen und übersetze es je nach Situation so:

Beim Reiten im Gelände

Fast jeden Morgen gehe ich mit meinem Pepe und meinen Hunden in den Wald. Zu 90 % sind wir dabei gebisslos unterwegs. Wir haben ein paar Lieblingsstecken auf denen ich Pepe gerne mal “gehen” lasse. Er darf also so richtig Gas geben und das macht er sehr, sehr gerne :-) . Am Ende der Strecke angekommen, pariert er in der Regel von allein durch. Ich muss ihn also nicht über Zügeleinwirkung bremsen und und da kein Gebiss im Maul liegt, schließe ich eine Mobilisierung des Kiefers durch Gebisseinwirkung als Auslöser des Kauens aus. Doch kaum ist Pepe im Schritt, schleckt und kaut er wie ein Weltmeister und das ohne Leckerligabe meinerseits. Sein Blick nach so einem Galopp ist einfach toll. Nie im Leben würde ich auf die Idee kommen dieses Lecken und Kauen negativ zu interpretieren. Für mich heißt es in diesem Fall: “Das war ein Mordsgaudi“!

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4. Oktober 2011 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 8 Kommentare »