Babettes Praxis-Blog : Monatsarchiv für November 2010

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Wege aus der erlernten Hilflosigkeit

In meinem letzten Beitrag beschrieb ich den Zustand der erlernten Hilflosigkeit. Heute möchte ich Ihnen anhand zweier Beispiele zeigen, wie man ein Pferd wieder aus diesen Zustand herausholen kann.

Das Turnierpferd, das den Großteil sein Lebens in der Box verbracht hat

Eines Tages kam ein Turnierpferd zu mir. Es hatte sein bisheriges Leben in einer Box verbracht und stand auch bei mir zunächst erst in einer Box. Meine Boxen befinden sich „mitten im Ort des Geschehens“. Die Pferde können in die Reitbahn gucken, ihren Kopf in die Nachbarbox halten und es ist immer was los. Es war an diesem Pferd sehr auffällig, das es sich kaum für das interessierte, was bei uns passierte. Dieses Pferd schien gar nicht wahrzunehmen, was um ihn herum passierte, sondern es stand immer auf demselben Platz mit dem Kopf in der Ecke, der Blick war extrem nach innen gekehrt. Es reagierte auch oftmals nicht wenn man die Box betrat, es ansprach. Es wirkte, als wäre er „nicht da“. Der Blick war abwesend und tot. (weiterlesen …)

30. November 2010 von Babette Teschen • Kategorie: Umgang 10 Kommentare »

Die erlernte Hilflosigkeit

Der Begriff der erlernten Hilflosigkeit kommt aus der Psychologie und bezeichnet einen seelischen Zustand, in dem ein Mensch oder ein Tier gelernt hat, dass er/es sich durch sein Verhalten nicht aus einer unangenehmen Situation befreien kann. In diesen Zustand verfallen z.B. viele Menschen, die im Krieg, im Gefängnis (Auffanglager/Konzentrationslager), mit einer leidvollen Krankheit oder Behinderung leben müssen. Der Zustand der erlernten Hilflosigkeit führt oft in eine Depression, also in eine schwere, psychische Erkrankung, die bis hin zur völligen Apathie bzw. Resignation gehen kann.

Auch Pferde können in den Zustand der erlernten Hilflosigkeit gelangen

Nun können nicht nur Menschen in diesen Zustand kommen, sondern auch Pferde. Der Umgang mit Pferden und auch dessen Haltung führt leider viel zu oft genau in die erlernten Hilflosigkeit, denn viele “Ausbildungskonzepte” wollen tatsächlich genau das erreichen.

Dazu gehören:

  • das Scheuchen des Pferdes im Round-Pen, wobei das Pferd die Erfahrung machen soll dass es dem Menschen nicht entfliehen kann,
  • das sog. Aussacken des Pferdes, wobei das Pferd an einem Pfosten gebunden wird und so lange mit Gegenständen konfrontiert (beworfen, “sanft” geschlagen) wird, bis es keinerlei Gegenwehr oder Fluchtversuch mehr zeigt,
  • das bewusst tiefe Einstellen des Pferdekopfes beim Reiten, die sog. Rollkur/Hyperflexion,
  • das ständig wiederholte Weichenlassen des Pferdes vor dem übermächtigen Menschen
  • oder auch Haltungsformen, in denen Pferde den Großteil ihres Lebens ohne direkten Kontakt zu Artgenossen in der Box verbringen müssen.

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23. November 2010 von Babette Teschen • Kategorie: Umgang 19 Kommentare »

Verletzungen durch Grannen im Gerstenstroh?

Sie kennen bestimmt das Sprichwort:

“Man wird alt wie ‘ne Kuh und lernt immer noch dazu.”

Ja, so ist es wohl! Auch in Bereichen von denen man eigentlich denkt: Da weiß ich gut Bescheid…

Für mich trifft dieses Sprichwort mal wieder zu, was meine Pferdehaltung angeht. Seit über 14 Jahren halte ich nun auf meinem Hof Pferde. Und so lange bekommen meine Pferde schon zusätzlich zur Weide bzw. zur Heufütterung Stroh zum Knabbern in Raufen angeboten. Dazu habe ich schon Hafer-, Weizen- und Gerstenstroh verwendet.

Niemals hatte ich irgendwelche Probleme.

Bis jetzt…

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16. November 2010 von Babette Teschen • Kategorie: Haltung 9 Kommentare »

Unser Buddy in seiner ersten Filmrolle

Unser Shetlandpony Buddy hat ja schon so einiges bei uns mitgemacht. Er durfte Seepferdchen spielen, sollte durch einen Hula-Hoop-Reifen springen und war schon ein echter Messestar. Nun wartete eine neue große Aufgabe auf ihn: Er darf bei der Fernsehserie “Rote Rosen” eine Gastrolle übernehmen.

Also fuhren Buddy und ich zum vereinbarten Zeitpunkt zum Set. Drehort war ein privater Pferdestall einer Bekannten von mir, die uns auch die “Rolle” vermittelt hat (lieben Gruß und danke, Ute :-) ). Hui, da war ganz schön viel los! So viele Menschen, nur um eine kurze Szene zu drehen?

Erst mal hieß es für uns zu warten, was nicht so schlimm war, da wir uns die Zeit mit Grasen vertrieben und ständig jemand mit einer Möhre für Buddy vorbei kam :-) (weiterlesen …)

9. November 2010 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 7 Kommentare »

Wie aus Feinden Kumpel werden können

Bei unseren Pferden ist es wie bei uns Menschen auch: Nicht jedes Pferd kann jedes andere Individuum seiner Gattung gleich gut leiden. Es gibt Sympathien, Freundschaften, Antipathien und sogar richtige Erzfeinde.

Innerhalb einer von Menschen zusammengesetzten Herde können verfeindete Pferde sich oftmals nicht ausreichend aus dem Weg gehen. Pferde, die auf engem Raum mit ihrem “Erzfeind” leben müssen, vielleicht auch noch nachts in aneinandergrenzenden Boxen leben müssen, leben unter ständigem Stress. Die Verletzungsgefahr ist auf Grund der vielen Auseinandersetzungen und Angriffe groß. Pferde können regelrechte Mobbingopfer sein und durch die Situation sowohl psychisch als auch physisch krank werden.

So sollte also jeder Pferdebesitzer immer wieder prüfen, ob es seinem Pferd innerhalb der Herde/mit der Gesellschaft seines Boxennachbarn gut geht. Klar, wenn ein Pferd neu in eine Herde eingegliedert wird, wird es oftmals zunächst einen schweren Stand haben. Aber nach einer Weile sollte es Freunde finden und nicht die Zielscheibe ständiger Attacken sein.

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2. November 2010 von Babette Teschen • Kategorie: Haltung 4 Kommentare »