Babettes Praxis-Blog

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Dehnübungen für die Vorderbeine

Auch an den Vorderbeinen können wir verschieden Muskeldehnungen erreichen. Durch gezielte Dehnübungen können wir den Bewegungsradius der Vorderbeine sowohl nach vorne als auch nach hinten und auch die seitliche Beweglichkeit steigern.

Ich zeige Ihnen heute:

  • Die Dehnung des Vorderbeines nach vorne.
  • Die Dehnung des Vorderbeines überkreuz.
  • Die Dehnung des Vorderbeines nach hinten.

Die Streckung des Vorderbeines nach vorne

Bei dieser Übung werden die breiten Rückenmuskeln, die Muskulatur der Schulter und der Brust und die Muskeln, die für die Zurückführung des Beines zuständig sind, gedehnt.

Nehmen Sie das Bein auf, als wenn Sie die Hufe auskratzen wollen. Dann gehen Sie langsam rückwärts und nehmen das Bein mit. Fassen Sie mit beiden Händen um die Fessel Ihres Pferdes. Achten Sie gut auf Ihre eigene Körperhaltung: Gehen Sie in die Knie und achten Sie darauf, Ihren Rücken gerade zu lassen.

Auf diesem Bild können Sie gut meine Handhaltung um das Fesselgelenk und meine Körperhaltung sehen:

vorderbein1.jpg

Anfangs wird Ihr Pferd wahrscheinlich versuchen, sein Bein zurückzuziehen. Bleiben Sie geduldig und loben Sie jedes Mehr an Loslassen und Entspannen bei dieser Übung.

Auch hier soll die Dehnung mind. eine Minute gehalten werden, aber verlangen Sie diese Minute bitte nicht gleich anfangs. Wenn Ihr Pferd kurz ruhig in der Dehnung verweilt, lösen Sie die Übung auf und loben Sie Ihr Pferd sehr. Dann wird es bald keine Gegenwehr mehr geben.

Lösen Sie die Dehnung, indem Sie das Bein wieder zurück in die Anfangsposition führen und setzen Sie das Bein dann vorsichtig ab. Lassen Sie es auf keinen Fall einfach fallen!

vorderbein2.jpg

Auf diesem Bild geht Pepe aktiv in die Dehnung, d.h. er stemmt sich in meine Hände. Das ist sehr wünschenswert, aber passen Sie dabei gut auf sich selbst auf. Auf Sie kommt dabei nämlich viel Gewicht zu! Achten Sie auf Ihren Rücken! Und passen Sie auf, dass Pferd nicht nach vorne fallen zu lassen. Zum einen wird sich Ihr Pferd beim nächsten Mal gut überlegen ob es Ihnen nochmals sein Bein anvertrauen möchte, zum anderen kann es dabei zu Verletzungen kommen.

vorderbein3.jpg

Ein Pferd, das gelernt hat sich aktiv in die Hände seines Menschen zu stemmen, hat ganz nebenbei noch eine gute Vorübung für das Kompliment gelernt.

Die Dehnung des Vorderbeines überkreuz

Bei dieser Dehnung wird der Trapez- und Rautenmuskel gedehnt.

Gehen Sie genauso vor, wie eben bei der Dehnung des Beines nach vorne beschrieben. Nur führen Sie nun das Bein etwas überkreuz des anderen Vorderbeines.

Diese Dehnübung ist sehr wertvoll für die Verbesserung der seitlichen Beweglichkeit der Vorderbeine, was sich als nützlich für die Geschmeidigkeit der Seitengänge erweist.

So sieht das aus:

vorderbein5.jpg

Für meinen Rücken wäre es allerdings deutlich besser gewesen, wäre ich mehr in die Hocke gegangen.

Die Dehnung des Vorderbeines nach hinten

Bei der Dehnung des Vorderbeines nach hinten werden die Muskeln, die das Vorderbein vorführen, insbesondere der Kopf-Armmuskel gedehnt.

Drehen Sie sich dieses Mal so, dass Sie Richtung Pferdekopf gucken. Nehmen Sie wieder das Bein auf. Mit der einen Hand halten Sie Ihr Pferd kurz über dem Huf, Ihre andere Hand liegt kurz oberhalb des Karpalgelenks am Unterarm Ihres Pferdes. Nun üben Sie leichten Zug mit der Hand am Unterarm Ihres Pferdes nach hinten aus.

Auch diese Dehnung sollte mindestens eine Minute gehalten werden. Beginnen Sie wieder nur mit kurzem Momenten und steigern Sie dann langsam.

vorderbein4.jpg

Achtung: Sollte Ihr Pferd das Kompliment können, kann es sein, dass es Ihnen das anbietet. Seien Sie darauf vorbereitet und machen Sie ihm freundlich klar, dass das jetzt nicht gefragt ist.

22. September 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 6 Kommentare »

Die Basis ist gutes Laufen - der Longenkurs

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6 Reaktionen zu “Dehnübungen für die Vorderbeine”

 

Von MaryF. • 22. September 2009

Hallo Babette,

bin seit einigen Wochen stille Mitleserin und finde die Beiträge und Übungen wirklich toll. Können diese Übungen auch bei einem Pferd mit Fesselgelenksarthrose angewendet werden? Oder müsste man das Bein anders halten?
Vielen Dank!
MaryF.
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Liebe Mary,
ja, die Übung kannst Du trotzdem machen. Um das Fesselgelenk zu entlasten, hälst Du das Bein kurz oberhalb des Karpalgelenkes statt am Fesselgelenk fest.
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Tanja • 28. September 2009

Jacky wird sich über die weiteren Dehnübungen freuen, sie ist auch ein “aktives Dehn-Pferdchen” und ich weiss was du mit “ganz schön viel Gewicht” meinst ;-) ))

Sie geniesst es, wenn sie sich dehnen kann – nutzt dazu auch gerne mal den Hufbock beim Schmied ;-) ))

Lg

Tanja
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:-D
Liebe Grüße, Babette

 

Von Ksenja • 29. September 2009

Hallo!
Die Dehnübungen (dieselben) hat mir auch meine Craniosacraltherapeutin und Energie-Masseurin empfohlen. Zusätzlich für die Schulter noch das Vorderbein angewinkelt vom Pferd wegziehen und quasi die “Brust” dehnen. Sieht ungemütlich aus, aber mein Pferd mags total gerne. Welchen Sinn machen eigentlich Halsdehnübungen? Meine therapeutin hat gefragt , ob ich das auch beim Pferd mache. Aber ich frage mich, ob das nicht überflüssig ist, wenn das Pferd 24 h auf der wiese steht und sich eh streckt um an das Gras zu kommen. Dabei kommt der Rücken auch super hoch, insofern erübrigen sich auch die Back-Lifts von Tellington-Jones, oder????
Grüße
Ksenja
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Liebe Ksenja,
nein, der Effekt beim Grasen ist nicht derselbe und so erübrigen sich die Übungen nicht.
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Katrin • 22. April 2010

Sollte ich mit den Dehnübungen aufhören, wenn mein Pferd sie (anscheinend) nicht gerne hat? (Ich hatte schon die Vermutung, dass es damit zusammenhängt, dass die Übungen so ähnlich sind wie beim Hufscmied, kann das sein?)
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Hallo Katrin,
wichtig wäre herauszufinden, warum Deinem Pferd die Dehnung unangenehm ist. Wenn sie mit dem Schmied ein unangenehmes Erlebniss verbindet, kann es da einen Zusammenhang geben. Aber wahrscheinlicher ist es, dass ein Dehnschmerz vorliegt. Ich würde vorsichtshalber einen Physiotherapeuten zur Abklärung hinzuziehen. Wenn Du dehnst, solltest Du das nie gegen den Widerstand des Pferdes tun.
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Laufen mit Willi • 6. Juni 2010

Ich habe mich gerade mit dem Dehnen für Läufer beschäftigt. Natürlich passt da das Dehnen für Pferde nicht ganz. ;-)

Da der Artikel aber sehr interessant ist habe ich ihn als Linktipp aufgenommen:
http://www.runningwilli.com/training/aktives-oder-statisches-passives-dehnen/

Würde mich über dein Kommentar freuen.

lg
RunningWilli
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Lieber Willi,
ich habe Deinen Blog mit großem Interesse gelesen. Super!
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Resi • 7. Juli 2010

hallo babette,

hoffe du liest das überhaupt noch,hast es ja schon vor längerer zeit geschrieben :)
aber ich wollte fragen,ob ich die dehnung dann ungefähr eine minute halten soll,oder das bein bisschen vibrieren soll ( ich weiß nicht,wie ich das besser beschreiben soll).so ein bisschen schwingen lassen,dass die dehnung verbessert wird (?)

auf eine antwort hoffende grüße resi
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Liebe Resi,
ich halte die Dehnung und “vibriere” nicht,
liebe Grüße,
Babette

 

 

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Babette Teschen

  • Veröffentlichung Der Longenkurs
  • Ausgebildete Tierheilpraktikerin
  • Seminare nach Linda Tellington-Jones
  • Von 1998 bis 2000 Reitlehrerin in der Schule Marienau
  • Seit 1996 selbständig mit dem Pferdehof Teschen -
    Zentrum für ganzheitliche Betreuung

  • Seit 1998 Spezialisierung auf Alternative Reitweise nach Sally Swift und M. Feldenkrais
  • Schülerin von Horst Becker, Lehrer der klassischen Dressur
  • Seit Anfang 2003 Angebot eigener Seminare