Babettes Praxis-Blog

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Die Mobilisierung der Kiefergelenke

Das Pferdemaul muss einiges mit uns mitmachen! Die meisten von uns reiten ja mit einem Gebiss und das ist grundsätzlich erst einmal ein Fremdkörper im Pferdemaul. Ist die Reiterhand dann auch noch zu hart, lernt das Pferd, die Zähne zusammenzubeißen um Schmerzen entgegenzuwirken – starke Verspannungen sind sehr oft die Folge. Auch notwendige Eingriffe, wie das Verabreichen von Wurmkuren oder Medikamenten, sind unangenehm und eine Zahnbehandlung kann zu Schmerzen in den Kiefergelenken führen.

Ein Pferd mit verspannten Kiefergelenken wird immer große Schwierigkeiten haben, sich unter dem Reiter bei der Arbeit loszulassen. Probieren Sie einmal selbst aus, wie es sich anfühlt, wenn Sie Ihre Zähne zusammenbeißen: Spüren Sie, wie die Spannung bis in den Nacken zieht? Beim Pferd ist es ebenso. Schon früh wussten große Reitmeister wie z.B. der Franzose Francois Baucher, dass Verspannungen der Kiefergelenke die Beweglichkeit der Vorhand, das Aufwölben des Rückens und das Untertreten der Hinterhand verhindern.

Also ist es an der Zeit, dem Pferd etwas Angenehmes in diesem Bereich angedeihen zu lassen, finden Sie nicht? Deswegen stelle ich Ihnen heute vor, wie Sie Ihr Pferd erstmal mit einer weichen Massage des Maulbereiches verwöhnen können und durch sie mögliche Verspannungen der Kiefergelenke lösen können.

Und so geht’s

Bereiten Sie Ihr Pferd zunächst mit weichen, massierenden Bewegungen rund um das Pferdemaul auf Ihr Vorhaben vor. Halten Sie Ihr Pferd mit der einen Hand am Halfter, die andere streichelt und massiert Ihr Pferd um die Nüstern und die Lippen. Wer die TTouches beherrscht, kann diese hier wunderbar anwenden.

Bitte gehen Sie hierbei einfühlsam und langsam vor. Für viele Pferde sind solche Berührungen ungewohnt und sie beginnen, nach der Hand zu schnabbeln. Reden Sie beruhigend mit Ihrem Pferd und bleiben Sie sanft und liebevoll dran. Finden Sie heraus, welche Berührungen Ihr Pferd genießen kann.

Wenn Ihr Pferd die Berührungen außen am Maul genießen kann, lassen Sie vorsichtig drei Finger Ihrer Hand in das Maul des Pferdes gleiten so wie Sie es auf diesem Foto sehen können:

kiefermobil.jpg

Achtung: Wenn Sie genau an den Lefzen Ihres Pferdes in das Maul fassen, befindet sich Ihre Hand in einem Bereich, in dem sich keine Zähne befinden. Wichtig hierbei ist, dass Sie mit der anderen Hand Ihr Pferd gut am Halfter den Kopf fixieren, damit Ihre Hand nicht in einen mit Zähnen versehenden Bereich des Pferdemauls verrutscht. Das könnte ansonsten sehr schnell sehr schmerzhaft für Sie werden.

Massieren Sie dann nach und nach mit den Fingern im Maul Ihres Pferdes sanft die Zunge, die Laden und den Bereich unter der Zunge. Ihr Pferd wird dabei deutlich kauen. Durch dieses starke Kauen werden die Kiefergelenke mobilisieren.

Auch hier gilt: Lassen Sie bei den ersten Malen Ihre Hand nur für kurze Zeit im Maul Ihres Pferdes, um es daran zu gewöhnen.

Wenn Sie das Gefühl haben das Ihr Pferd diese Massage nicht mehr als unangenehm empfindet, können Sie Ihre Hand ruhig 2-3 Minuten im Maul des Pferdes belassen.

Achten Sie darauf, ob Ihr Pferd bei den Kaubewegungen seinen Unterkiefer seitlich verschiebt. Wenn es das nicht tut, kann das ein Hinweis auf eine Blockade der Kiefergelenke sein oder darauf, dass es ein Problem mit den Zähnen gibt.

Viele Pferde lieben diese Maularbeit nach anfänglicher Skepsis sehr.

Ein häufiger und schöner Nebeneffekt ist, dass ein Pferd, welches so des öfteren verwöhnt wird, sich meist viel lieber auftrensen lässt und auch eine Gabe von Medikamente oder eine Zahnbehandlung wird meist viel einfacher.

8. September 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 1 Kommentar »

Die Basis ist gutes Laufen - der Longenkurs

Suchen Sie nach einem Weg, Ihr Pferd so zu arbeiten, dass es lernt, mit aktiver Hinterhand und aufgewölbtem Rücken in guter Stellung und Biegung zu laufen? Möchten Sie so longieren, dass Sie von dem Ergebnis auch unter dem Sattel profitieren? Dann schauen Sie doch einmal in unseren Longenkurs oder in unser Video dazu.

 

Eine Reaktion zu “Die Mobilisierung der Kiefergelenke”

 

Von christina • 11. September 2009

Hallo Babette,

mich hat es ziemlich nachdenklich gestimmt, dass mein Pferd zwar mit Gebiss im Maul geritten wurde, aber gleichzeitig meine Finger in der Nähe seines Maules gar nicht haben wollte. Maulwinkel angreifen pfui, Finger rein absolut schrecklich…naja, wie empfand er wohl das Gebiss, habe ich es ihm einfach aufgezwungen, schnell übergestülpt und fertig?…

Für mich gehört dieses Gewöhnen und spielerische Kennenlernen von Fremdkörpern im und um das Maul seit diesem Aha-Moment dazu, bevor ich das Gebiss anbiete.
Nachdem ich jetzt eine Zeit lang gebisslos unterwegs war, habe ich jetzt das Gebiss zusätzlich dabei und er nimmt es jetzt ganz freiwillig und gerne.
Da passt diese Übung jetzt auch ganz toll, um ihn auf die Mobilisierung des Kiefergelenks die ich in zukunft mit dem Gebiss erreichen will vorzubereiten.

Lieben Dank
christina
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Liebe Christina,
freut mich, dass der Beitrag für Dich paßt :-D
Liebe Grüße,
Babette

 

 

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Babette Teschen

  • Veröffentlichung Der Longenkurs
  • Ausgebildete Tierheilpraktikerin
  • Seminare nach Linda Tellington-Jones
  • Von 1998 bis 2000 Reitlehrerin in der Schule Marienau
  • Seit 1996 selbständig mit dem Pferdehof Teschen -
    Zentrum für ganzheitliche Betreuung

  • Seit 1998 Spezialisierung auf Alternative Reitweise nach Sally Swift und M. Feldenkrais
  • Schülerin von Horst Becker, Lehrer der klassischen Dressur
  • Seit Anfang 2003 Angebot eigener Seminare