Die Dehnung in die Tiefe
Im letzten Blogbeitrag habe ich Ihnen eine Dehnübung für die seitliche Längsbiegung gezeigt. Heute soll es nun in die Tiefe gehen.
Bitte beachten Sie auch hier wieder meine Einleitung zum Thema Dehnübungen, gehen Sie also immer sanft vor und erzwingen Sie keine Dehnung per Gewalt.
So wirkt die Übung
Bei dieser Übung werden die Streckmuskeln der ganzen Wirbelsäule gedehnt. Deshalb ist diese Übung zum einen insbesondere für Pferde wertvoll, die sich schlecht loslassen können, und zum anderen stellt sie eine wichtige Vorübung für die zirzensischen Lektionen Verbeugung und Kompliment dar.
Bei dieser Übung beginnen wir mit der Dehnung des Genicks, gehen über die Dehnung der oberen Halsmuskulatur, um anschließend das Pferd bis in den Rücken hinein zu dehnen.
Und so geht’s
Als erstes steht das Dehnen der Genickmuskulatur auf dem Programm. Dafür stellen Sie sich mit Futter in den Händen vor Ihr Pferd. Locken Sie mit Ihren Händen das Pferd in eine hoch aufgerichtete Kopfhaltung. Dann versuchen Sie in dieser Aufrichtung, das Pferd so im Genick zu öffnen, das die Nase des Pferdes immer kurz vor der Senkrechten und nie dahinter ist.

Viele Pferde werden bei den ersten Versuchen rückwärts ausweichen. Wenn das der Fall ist, stellen Sie Ihr Pferd einfach mit dem Hintern an der Bande auf.
Hat Ihr Pferd diese Haltung ein paar Sekunden beibehalten, gehen Sie an die Seite des Pferdes und halten Ihre Hand mit dem Futter vor die Brust Ihres Pferdes.

Lassen Sie Ihr Pferd auch in dieser Haltung ein paar Sekunden an Ihrer Futterhand lutschen.
Tipp: Ich mache diese Übung gerne mit Hafer in meiner Hand. Dann kann sich mein Pferd immer wieder etwas Futter aus der Hand lutschen und bleibt so motiviert bei der Sache. Sollte Ihr Pferd dabei beißen, bauen Sie wieder Futtererziehung in Ihr Trainingsprogramm ein.
Wichtig: Diese Haltung erinnert an Pferde, die in Rollkur geritten werden. Bitte verstehen Sie diese Übung nicht für eine gute Haltung beim Reiten. Wir dehnen hier gezielt einen Muskel im Halten. Würde das Pferd sich so bewegen müssen, würde der Rücken überspannt werden und die Hinterhand könnte nicht untertreten. In der Bewegung ist diese Halshaltung also ein No Go!
Als nächstes wandert Ihre Hand mit dem Futter zwischen die Vorderbeine Ihres Pferdes. Achten Sie darauf, dass Ihr Pferd mit den Vorderbeinen etwas geöffnet steht, damit der Kopf durch die Vorderbeine passt.
Tipp: Am besten nehmen Sie Futter in beide Hände. Dann kann die eine Hand die Nase des Pferdes vor die Vorderbeine locken und dort holt die zweite Hand das Pferd ab und versucht das Pferd noch weiter nach hinten zu locken.



Auf den Bildern können Sie gut erkennen, dass der Rücken des Pferdes bis zur Lendenwirbelsäule aufgewölbt wird. Mit dieser Übung erreichen Sie eine maximale Länge der gesamten Oberlinie. Die Bauchmuskulatur wird gekräftigt.
Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Vorderbeine Ihres Pferdes nicht einknicken. Und bitte verlangen Sie immer nur soviel Dehnung, wie Ihr Pferd sauber ausführen kann!
Lösen Sie die Dehnung möglichst auch langsam wieder auf und geben Sie Ihrem Pferd nun reichlich Belohnung für diese Anstrengung.
11. August 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen • 4 Kommentare »

