Babettes Praxis-Blog : Monatsarchiv für Juni 2009

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Ein echter Knaller!

In letzter Zeit habe ich Ihnen schon einiges von meiner Arbeit mit dem Hannoveranerwallach Ronaldo gezeigt.

Seit dem letzten Beitrag hat sich Ronaldo gut in unsere Herde eingelebt. Er hatte es dabei aber wirklich nicht leicht. Ronaldo ist ein so freundliches Pferd! Wenn er von einem Herdenkollegen auf die rechte (Po)-Backe einen Tritt bekommt, hält er freundlich auch die linke hin…

Einige Male bin ich Ronaldo nun auch schon geritten, wobei er brav ist und mir ein sicheres Gefühl vermittelt. Ronaldos frühere Schreckhaftigkeit ist verschwunden. Kaum etwas bringt ihn noch aus der Fassung.

Und so wollte ich mal gucken, wie Ronaldo auf Knallgeräusche reagiert. In dem Blogbeitrag So wird Ihr Pferd zum Luftballon –Killer habe ich Ihnen schon beschrieben, wie ich Pferde an Luftballons und an das Knallgeräusch gewöhne.

Wie dieses Experiment mit Ronaldo ausgesehen hat, möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Das Ergebnis sehen Sie hier.

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Viel Spaß!

30. Juni 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Spiele & Co 4 Kommentare »

Das Schicken oder: So kommt Ihr Pferd auf Zuruf

Ist bzw. wäre es nicht wundervoll: Sie kommen an den Zaun der Koppel, auf der Ihr Pferd grast, Sie rufen den Namen Ihres Pferdes und Ihr Pferd kommt tatsächlich flotten Schrittes oder sogar Trabes zu Ihnen?

Viele Pferde tun das von sich aus, aber andere haben dieses „Sich-abrufen-lassen“ nie gelernt. Mit der Übung, die ich Ihnen hier nun vorstelle, kann sich das ändern.

Mit dieser Übung lernt Ihr Pferd spielerisch, sowohl auf Zuruf zu kommen als auch sich zu Personen (oder später auch Gegenständen) hinschicken zu lassen.

Und so geht’s

Sie brauchen für dieses Spiel eine zweite Person. Stellen Sie sich auf einem umzäunten Platz dicht gegenüber auf. Ihr Pferd trägt ein Halfter ohne Strick.

Nun führt Person A das Pferd zu Person B und gibt das Kommando „Geh zu B“. Mit der freien Hand zeigt Person A zu Person B hin (so weiß das Pferd später, falls man dieses Spiel mit mehreren Personen spielt, zu wem es soll). Person B hat ein Leckerchen in der Hand, welches er dem Pferd verführerisch vor die Nase hält und lockt mit einladender Stimme das Pferd ( „Pferdename + Hiiiiier“ ) zu sich. Dabei macht Person B sich etwas klein und geht ein wenig rückwärts, was zusätzlich anlockend auf das Pferd wirkt.

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23. Juni 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Spiele & Co 16 Kommentare »

Eine Übung für mehr Vertrauen

Das Flattertor ist ein Hindernis, das sich auf fast jedem Trailparcour finden lässt und es ist auch eine Aufgabe der GHP (Gelassenheitsprüfung).

Wenn ich Pferdebesitzer an diesem Hindernis arbeiten sehe, kann ich meistens beobachten, wie versucht wird, das Pferd mit mehr oder weniger Nachdruck am Strick durch den Vorhang zu führen. Bei vielen klappt dieser Weg nach mehr oder weniger Zeit, mit mehr oder weniger angewandten Druck, mehr oder weniger problemlos.

Ich trainiere am Flattervorhang auf eine andere Weise, weil mir diese besser gefällt: Ich möchte das Pferd dahingehend motivieren, selbstständig durch den Vorhang zu gehen.

Und so gehe ich vor

Um nicht in die Versuchung zu kommen mein Pferd durch Ziehen am Strick zu manipulieren, arbeite ich, wenn möglich, das Pferd ohne Halfter und Strick. Anfangs mache ich die Aufgabe möglichst einfach für das Pferd, das heißt, ich versuche mich nicht gleich an dem geschlossenen Vorhang, sondern begnüge mich erst mal nur mit ein-zwei herunterhängenden Streifen.

Nun belohne ich jede Aufmerksamkeit des Pferdes gegenüber diesen Flatterstreifen. Alles, was das Pferd mit diesen Streifen unternimmt, wird von mir mittels Lobwort und Leckerbissen belohnt (siehe Clickertraining).

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16. Juni 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Spiele & Co 5 Kommentare »

Ronaldo: statt Turnierkarriere ein verlässliches Ausreitpferd?

In dem Artikel Die Ausbildung zum Verlasspferd – ein Beispiel aus meiner Praxis lernten Sie bereits den 5-jährigen Hannoveranerwallach Ronaldo ausführlicher kennen. Ronaldo blieb als Jährling an einem Weideunterstand hängen. Dabei brach der linke Hüfthöcker ab. Auf diesem Bild kann man gut erkennen, wie ungleich hoch die Kruppe von Ronaldo rechts und links ist und wie unterschiedlich Ronaldo bemuskelt ist:

ronaldovonhinten.jpg

Die daher schiefe Hinterhand führt zum verkürzten Treten des linken Hinterbeines. Laut eines tierärztlichen Attests ist er trotz dieser Einschränkung – bei entsprechendem Training – als Reitpferd tauglich. Da er sehr gute Grundgangarten mitbringt, wäre er ohne diese Taktunklarheit sehr interessant für turnierambitionierte Reiter.

Seine Besitzer gaben ihn zu mir in die Ausbildung, weil sie meine Einschätzung hören wollten, ob Ronaldo seine Taktunklarheit durch mein Longentraining verlieren könnte. Außerdem sollte ich versuchen, Ronaldo etwas gelassener und weniger schreckhaft zu bekommen.

Meine Einschätzung nach den ersten vier Wochen lautete: Ja, Ronaldo wird sehr viel gelassener, aber ich glaube nicht, dass er jemals ganz taktklar laufen wird. Somit war für die Besitzer klar, dass sie Ronaldo nicht behalten werden und mein neuer Auftrag lautete: „Finden Sie heraus, ob aus Ronaldo ein sicheres Geländepferd werden kann, damit man ihn als Freizeitpferd anbieten kann“. Und so verlagerte ich den Schwerpunkt unserer Arbeit dahin zu erkunden, inwieweit aus Ronaldo ein entspanntes und sicheres Ausreitpferd werden kann.

Wie das aussieht, sehen Sie in diesem Video, das zusätzlich noch eine Überraschung enthält… :-)

9. Juni 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Aus der Bereiterpraxis 31 Kommentare »

Longentraining mit Country Boy: eine Vier-Wochen-Doku – 2. Teil

Während Sie in der letzten Woche die Anfänge meiner Longenkursarbeit mit dem Tinker Country Boy verfolgen konnten, sehen Sie hier nun den Verlauf der nächsten zwei Wochen.

Video 3 – Es geht voran

  • Beim Führen in Stellung entspannt Country Boy mittlerweile sehr gut.
  • Er ist schön langsam geworden und es klappt immer öfter, ihn in Stellung Anhalten und Antreten zu lassen, ohne dass er dabei mit der Hinterhand ausfällt oder sich mit dem Kopf aus der Stellung hebelt.
  • Auch das Übertretenlassen wird nun viel ruhiger ausgeführt.
  • Der Trab ist mittlerweile sehr gut geworden. Er hält einen gleichmäßigen, ruhigen Takt und hat eine gute Haltung entwickelt.
  • Er hat gelernt die innere Schulter anzuheben und läuft schon sehr spurig.

Video 4 – Schöne Erfolge

  • Da Country Boy die Grundstabilität im Longierzirkel gefunden hat, können wir unsere Arbeit in die große Bahn verlegen. Dort habe ich uns aus Dualgassen eine Quadratvolte und aus Pylonen einen Kreis aufgebaut.
  • Dadurch, dass ich Country Boy mal innen entlang und mal außen an den Hindernissen vorbei longiere, kann ich anfangen, mit Tempo und Schwungentfaltung zu spielen. Wenn ich den Kreis verkleinere, verlangsame ich das Tempo und biege Country Boy vermehrt.
  • Anschließend entlasse ich Country Boy wieder auf einen größeren Zirkel und lasse ihn etwas mehr gehen. Durch das Verschieben der Kreise und die Veränderungen der Kreisradien reagiert Country Boy sehr gut auf meine Hilfen und Körpersprache.
  • Er arbeitet konzentriert und entspannt mit.

Country Boy hat in der doch recht kurzen Zeit von vier Wochen deutlich Muskulatur aufgebaut. Das fällt auch den Besitzer sofort auf, als sie am Ende der Ausbildungszeit zu mir kommen. Als die 13-jährige Tochter Country Boy bei mir reitet, fällt ihr auf, wie anders sich die Bewegungen von Country Boy anfühlen.

Ich wünsche Country Boy und seiner Familie alles Liebe und Gute für die Zukunft und bedanke mich sehr für das in mich gesetzte Vertrauen.

2. Juni 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Longieren 3 Kommentare »

Babette Teschen

  • Veröffentlichung Der Longenkurs
  • Ausgebildete Tierheilpraktikerin
  • Seminare nach Linda Tellington-Jones
  • Von 1998 bis 2000 Reitlehrerin in der Schule Marienau
  • Seit 1996 selbständig mit dem Pferdehof Teschen -
    Zentrum für ganzheitliche Betreuung

  • Seit 1998 Spezialisierung auf Alternative Reitweise nach Sally Swift und M. Feldenkrais
  • Schülerin von Horst Becker, Lehrer der klassischen Dressur
  • Seit Anfang 2003 Angebot eigener Seminare