Babettes Praxis-Blog : Monatsarchiv für April 2009

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Zwei kleine Knöchelchen mit großer Bedeutung: die Jochfortsätze des Hinterhauptbeines

Sehr wahrscheinlich haben Sie bisher noch nichts von den so genannten “Jochfortsätze des Hinterhauptbeines” beim Pferd gehört, oder? Diese kleinen Knochen haben eine wichtige Bedeutung und wer reitet, sollte diese kennen.

Auf lateinisch heißen sie “Processus Paracondylaris” und sitzen am Hinterkopf des Pferdes:

processus.jpg

Warum man sie kennen sollte? Weil sie verhindern, dass ein Pferd, welches die Nase hinter der Senkrechte hat, sich korrekt stellen kann!

Zwischen diesen Jochfortsätzen befindet sich der erste Halswirbel des Pferdes, der Atlas. Wenn das Pferd den Kopf rückständig nimmt (beziehungsweise nach hinten gezogen bekommt), richten sich die beiden Knochen so auf, dass der Altas blockiert wird. Die Folge: Das Pferd kann sich im Genick nicht mehr seitlich stellen.

Da wir ja wissen, dass es keine Biegung ohne Stellung gibt, ergibt sich folgende Frage an alle Reiter/innen, die ihr Pferd in zu tiefer Einstellung reiten oder die es nicht schlimm finden, das ihr Pferd mit Hilfszügel an der Longe hinter die Senkrechte kommt: Wie lässt sich die Haltung Ihres Pferdes mit korrektem Reiten/Longieren vereinbaren?

Vielleicht bringt diese Tatsache ja den einen oder anderen Rollkurbefürworter zum Nach- und Umdenken?!

28. April 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 13 Kommentare »

Aus dem Clickertraining: Das freie Formen oder auch Shaping

Ich habe Ihnen in meinem Blogbeitrag Clickertraining schon einiges von dieser wundervollen Ausbildungsmethode vorgestellt. Heute möchte ich Ihnen ein weiteres Element aus diesem Ausbildungskonzept vorstellen und zwar das so genannte “freie Formen” oder auch “Shaping”.

“Freies Formen” bedeutet, dass Sie beobachten, was Ihr Pferd macht und dass Sie dann genau das Verhalten clickern, welches Sie gerne fördern möchten. Sie geben also kein Kommando und keine Korrektur, sondern Sie warten auf die Hilfe „Zufall“.

Wichtig: Es wird nicht erst die komplette richtige Ausführung einer Übung verstärkt, sondern bereits jede Annäherung an die gewünschte Handlung. Mit dieser Technik kann man den Tieren völlig zwanglos die tollsten Dinge beibringen.

Was Sie dazu benötigen:

  • einen Clicker (alternativ Lobwort),
  • Belohnungskekse,
  • Geduld,
  • ein gutes Gefühl für Timing und
  • die Fähigkeit, die kleinsten Ansätze eines gewünschten Verhaltens zu erkennen (was sich trainieren lässt).

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21. April 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Clickertraining 15 Kommentare »

Ein neues Pferd kommt in die Herde

Letztens bekam ich eine Mail einer besorgten Pferdebesitzerin. Sie hatte ihre Stute neu gekauft und nun sollte das Pferd in die Herde des Pensionsstalls integriert werden. In diesem Stall wird es – wie weit verbreitet – praktiziert, neue Pferde „ins kalte Wasser zu werfen“, d.h., das Pferd ohne Eingewöhnungs- und Kennlernzeit in die Herde zu stellen. Die betroffene Herde besteht aus 14 Pferden und es steht ihnen eine Fläche von ca. 2000qm zur Verfügung. Die Pferde sind immer nur ein paar Stunden auf dem Paddock. Als die Stute nun in die Herde gestellt wurde, wurde sie von den anderen Pferden gejagt und angegriffen. Es gab ruhige Abschnitte, doch auch am zweiten und dritten Tag wurde die Stute immer wieder gejagt und dabei verletzt.

Ich gebe es zu: Auch ich habe früher neue Pferde so eingegliedert. Frei nach dem Motto „Augen zu und durch“ und „wird schon schief gehen“. Zum Glück ist bei mir auch nie was Schlimmes passiert, aber ich habe Szenen erlebt, die wirklich brenzlig und grausam waren. Ich habe gesehen, wie Pferde vor Angst Urin verloren haben. Ich habe gesehen, wie ein Pferd, das in eine Ecke getrieben wurde, versucht hat über einen Zaun zu springen und sich dabei schwer überschlagen hat. Für die neuen Pferde war es der pure Stress! Und sehr gefährlich war es auch!

Heute gehe ich anders vor und es fühlt sich viel besser an!

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14. April 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 21 Kommentare »

Die Beizäumung

In meinem Blogbeitrag Das Stellen verwendete ich den Begriff „Beizäumung“, den ich heute genauer beschreiben möchte.

Die FN beschreibt die Entwicklung der Beizäumung so: „Wenn das am Zügel gehende Pferd mit seinen Hinterfüßen vermehrt an den Schwerpunkt herantritt, führt die deutlich werdende Genickbiegung zur Beizäumung.“

Unter der Beizäumung wird also das „Runden des Halses“ und das „Herannehmen der Nase“ durch Beugung des Genickes verstanden. Hier ein Foto eines korrekt beigezäumten Pferdes:

bz1.jpg

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7. April 2009 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 4 Kommentare »