Ein immer wiederkehrender Begriff in der Reitliteratur lautet: “Ganschenfreiheit”. Doch wenn ich meine Schüler/innen frage, was damit gemeint ist, bekomme ich in den seltensten Fällen eine korrekte Antwort. Das ist Grund genug für mich, diesen Begriff einmal genau zu erklären.
Was ist also die Ganasche des Pferdes?
Als Ganasche wird die Kinnlade bezeichnet, also der hintere Bereich des Unterkiefers (auch Unterkieferast genannt), hier auf dem Foto rot eingezeichnet:

Als Ganaschenfreiheit bezeichnet man nun den Abstand zwischen dem hinteren Rand des Unterkieferastes und dem unteren Rand des Altasflügelastes, dieser ist im Foto grün eingezeichnet.Der Atlas ist der erste Halswirbel. Er besitzt an den Seiten Flügel, die sich gut tasten lassen.
Ganaschenfreiheit
Zwischen den Altasflügel und Unterkieferast sollen mind. 2 Finger Platz sein, denn in dem Bereich dazwischen befindet sich die Ohrspeicheldrüse.
Pferde mit wenig Ganaschenfreiheit werden sich nie so aufrichten und beizäumen lassen wie Pferde mit guter Ganaschenfreiheit.
Die Ganaschenfreiheit bestimmt also wesentlich die Beizäumungsfähigkeit des Pferdes! Ein Mangel an Ganaschenfreiheit ist ein typisches Rasseproblem bei vielen Kleinpferde- und Ponyrassen (z.B. Norwegern, Haflingern), aber auch einiger Iberischen Pferderassen.
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