Babettes Praxis-Blog

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Zeit zu gehen oder: Wissen Pferde, wann ihre Zeit zum Sterben gekommen ist?

Wissen Pferde, wann ihre Zeit zum Sterben gekommen ist? Ich glaube ja.

Und ich glaube, dass sie sowohl von uns als auch von ihren Pferdefreunden Abschied nehmen. Kurz bevor meine Stute Britta starb, wartete ich mit ihr am Halfter auf das Eintreffen des Tierarztes. Mir war bewusst, dass er ihr kein Weiterleben mehr ermöglichen, sondern nur ihr Sterben erleichtern konnte. Sie war sehr krank und das Herz versagte. Es brodelte blutiger Schaum aus ihren Nüstern. Sie war sehr unruhig und ich war zutiefst traurig und verzweifelt, denn sie war meine ganz große Pferdeliebe.

britta.jpg

Es war der Tag gekommen, vor dem ich so entsetzlich große Angst hatte.

Britta zog mich am Halfter von einem Platz zum anderen. Es gab viele Plätze, die sie noch mal aufsuchen wollte. Immer wieder zog es sie zum Zaun, wo ein Teil der Herde stand, und diese Pferde am Zaun beobachteten Britta genau. Wenn Britta bei „ihren“ Pferden war, blubberte sie diese in der Art und Weise an, wie Mütter ihre Fohlen anblubbern. Solche Laute hatte ich vorher noch nie von ihr gehört. Auch mit mir nahm sie immer wieder in dieser Art und Weise Kontakt auf, wurde kurz still und ließ sich von mir beschmusen, um mich dann weiterzuziehen an einen anderen Ort. Als Britta dann tot war, gingen die Pferde, die bis dahin noch immer am Zaun standen, ruhig und entspannt weg.

Ich erlebte bis heute verschiedene Erfahrungen dieser Art.

Ich habe gemerkt, dass ein Pferd, dessen bester Herdenfreund stirbt, viel besser mit der Situation umgehen kann, wenn es beim Sterben des Freundes dabei ist. Wenn ich ein Pferd einschläfern muss, mache ich das, wenn es irgendwie geht, immer in der Gesellschaft seiner Herde und lassen den besten Freund an dem toten Pferd schnuppern und Abschied nehmen. Ich glaube, dass es auch dem sterbenden Pferd eine sehr große Hilfe ist, wenn nahestehende Pferde und Menschen anwesend sind.

Auch werde ich es mir nie nehmen lassen, selbst meinen Tieren in dieser Situation zur Seite zu stehen, sie zu streicheln, ihren Kopf zu halten und ihnen eine gute Reise ins Licht zu wünschen.

Würden Sie sich nicht auch wünschen, in dieser Situation nicht allein sein zu müssen?

4. November 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 18 Kommentare »

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18 Reaktionen zu “Zeit zu gehen oder: Wissen Pferde, wann ihre Zeit zum Sterben gekommen ist?”

 

Von Celine • 4. November 2008

Ja, ich denke schon, dass Pferde das spüren. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass jedes höhere Lebenwesen das spürt, darunter ja auch wir Menschen.
Es ist ein trauriges Thema, dennoch finde ich immer wieder schön zu beobachten, dass Tiere den Tod in gewissem Maße “verstehen”. So ist es ja auch wohl bei Elefanten so, dass sie immer wieder an die “Grabstätte” von Artgenossen zurückkehren und dort eine Zeit verweilen (war doch so, oder?).
Bei Pferden ist das denke ich nicht anders: Sie spüren, wann ihre Zeit zum Sterben gekommen ist und ihre Artgenossen “verstehen”, was passiert, wenn ihr Herdenmitglied stirbt. Miterlebt habe ich das noch nicht. Umso schöner finde ich deine beschriebene Form von emotionalem Abschiednehmen. Dass so etwas geschieht, zeigt doch auch, dass es dem Pferd gut tut und wichtig ist, nicht allein zu sein (sonst würde es das ja auch nicht tun).
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Liebe Celine,
ja, die Elefanten haben mich mit ihrer Art zu Trauern sehr beeindruckt. Da soll mir irgendein Wissenschaftler was erzählen, vonwegen Tiere haben keine Gefühle…
liebe Grüße, Babette

 

Von Almut • 4. November 2008

Liebe Babette,
ich habe das nicht ganz so erlebt – vielleicht war mein Fritz einfach schon zu müde… oder hat sich stiller verabschiedet. Aber jedenfalls haben wir es auch genauso gemacht, die ganze Herde versammelt und ich habe seinen Kopf auf dem Schoß gehalten und ihn gestreichelt bis zum Schluss. Schrecklich war es trotzdem, aber ich finde, das ist man seinem Pferd irgendwie schuldig und es auf diesem letzten Weg allein zu lassen ist einfach nur feige.
Ein trauriger Gruss von Almut
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Liebe Almut,
wobei ich das “Feige” gut verstehen kann. Ich denke, dass nicht jeder seinem Tier auf diesem Weg beistehen kann, hat viel mit der Angst vor dem Tod und dem Schmerz zu tun.
Liebe Grüße, Babette

 

Von ulli • 10. November 2008

oh ja, die sache mit der angst und dem feige sein kann ich gut verstehen!!
unser proffesor ist vor einigen monaten gestorben, er wurde wegen einer darmverschlingung eingeschläfert und auch meine süße dicke stella musste vor ein paar wochen von ihren wirklich schlimmen schmerzen erlöst werden! bei unserem proff war ich bis zum schluß dabei und habe ihn mit vielen wünschen ins licht gebracht- er war ein guter lehrer und hat vielen menschen die angst genommen und ihnen das reiten beigebracht!!!
ich werde ihn nie vergessen!!!
schlimmer war allerdings für mich meine stella- sie war etwas ganz besonderes….. ich habe mich stundenlang von ihr verabschiedet sie geputzt und geknuddelt!
sie hat mich angebrummelt und ich habe mir die augen ausgeheult—- die letzten meter allerdings konnte ich sie nicht begleiten- ich war feige…der schlachter war vor ort und hat sie neben ihrem gabor getötet!
ich stand zwar dabei…und es war furchtbar…aber den mut sie zu halten hatte ich nicht!!!
sie wusste aber das ich da war, hoffe ich jedenfalls!!
mit viel glück haben die beiden sich getroffen und galoppieren jetzt zufrieden und ohne schmerzen über die wiesen!!!
gabor hat übrigends erst tage später verstanden das seine stella nicht wiederkommt, er hat lange getrauert und nichts gefressen!
liebe traurige grüße ulli
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Liebe Ulli,
wie gut ich Deine Gefühle nachempfinden kann….
Da kullern bei mir gleich die Tränen :-(
sei ganz lieb zurück gegrüßt,
Babette

 

Von Sabine • 10. November 2008

Hallo,

vor ein paar Jahren mussten zwei Pferde eingeschläfert werden, die mit meinem Friesen in einer Herde standen. Mit dabei ein Shetlandpony das leider eine Kolik nicht überstanden hat. Das zweite Pferd kam dazu, da für ihn der Termin des Abschiednehmens gekommen war. Das beides zusammenfiel war Zufall. Mein Friese und das Shetlandpony waren gute Freunde und haben viel und intensiv gemeinsam getobt und gespielt. Zum Glück war die damalige Stallbesitzerin auch so eingestellt, daß Pferde Abschied nehmen müssen. Die beiden toten Tiere wurden auf eine Wiese gebracht und die ganze Herde wurde dazugelassen. Mein Friese lief sofort zum Shetlandpony und schnüffelte an seinem Freund. Ich hoffe der Abschied ist ihm dadurch leichter gefallen.
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Liebe Sabine,
ganz bestimmt!
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Anette Kaczor • 11. November 2008

Hallo Babette!

Da hast Du wieder ein ganz brisantes, und für mich leider sehr aktuelles, Thema angesprochen!
Vor einigen Wochen musste meine liebe alte Dame, meine Norwegerin Leika eingeschläfert werden. Sie hat mich 29 Jahre lang begleitet, mehr als 2/3 meines Lebens…
Sie war völlig fit, ist nach einem Sturz beim Galopp auf die Weide nicht mehr auf die Füsse gekommen, trotz TA, Helfern und Traktor bis spät in die Nacht.

Ich denke, sie war nicht so recht darauf vorbereitet, denn trotz ihrer 32 Jahre war sie körperlich sehr viel “jünger”.
Sie hat auch noch gekämpft bis zum Schluss.
Und das Schlimmste war, dass ich nicht dabei sein konnte!
Ich musste zur Arbeit, der TA war noch mal verständigt und mein Vater war bei ihr. Ich hatte so gehofft, dass Leika es doch noch schaffen könnte. Aber im Laufe des Vormittags hab ich gespürt, dass es vorbei war.

Was mich daran besonders erschreckte, war, dass ich vor vielen Jahren mal einen Traum hatte, dass sie ohne mich eingeschläfert wurde – und genauso ist es dann gekommen!

Die Herde hat die ganze Zeit Wache gehalten, auch noch bis sie abgeholt wurde. Trotzdem haben alle noch tagelang gesucht, schließlich war sie die absolute Leitstute, der Fels in der Brandung und die Anderen waren doch sehr verloren.

LG Anette
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Liebe Anette,
das tut mir sehr leid!
Ganz liebe Grüße,
Babette

 

Von Sabrina • 28. November 2008

Ein liebes Hallo an alle Fellgesichtsliebhaber!

Mir stockt jedes Mal der Atem, wenn ich solche traurigen Erlebnisse lese oder höre. Dann stehen mir jedes Mal die Tränen in den Augen – auch wenn es “fremde” Schicksale sind.
Vielleicht weil ich weiß, dass mich eines Tages das gleiche Schickal ereilen wird.
Meine “bessere Hälfte” zu verlieren, wäre das Schlimmste was ich in meinem Leben verzeichnen könnte.

Dennoch wäre ich feige, ihm bis zum letzten Atemzug beizustehen.
Ich denke, es wäre ihm nicht geholfen, wenn ich einem “Nervenzusammenbruch” nahe käme und ihn damit womöglich nur noch mehr beunruhige.
Sicher würde ich ihn nicht alleine “gehen” lassen und jemand anderen als “Ersatz” beistehen lassen.

Nach euren Zeilen würde ich die Möglichkeit einräumen, seine Fellfreunde dabei zu wissen.

Nur ist es schwer abzuschätzen, ob im Nachhinein ein schlechtes Gewissen aufkommt (nicht bis zur letzten Sekunde dabei gewesen zu sein) oder man diese Entscheidung auch später nicht bereuen wird.
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Liebe Sabrina,
ich wünsche Euch noch ganz, ganz viel Zeit zusammen und das ihr jede Sekunde miteinander genießt!
Ganz liebe Grüße
Babette

 

Von Dagi Zenger • 3. März 2009

Oje! Für alle die sowas durchmachen mussten tut es mir so leid. Manchmal denke ich, wenn ich meine Knuddeltierchen so beobachte, dass auch sie mal gehen müssen und das macht mir Angst. Doch wenn es dann soweit ist, dann werde ich sie zur Regenbogenbrücke begleiten. Phuuu

 

Von Johanna • 10. März 2009

Mir sind jetzt wirklich die Tränen gekommen…
Ich würde es nicht nur Angst, sondern fast schon Panik vorm Tag X nenne, die ich empfinde…
Ich habe auch viel darüber nachgedacht, wie es wohl mal sein wird.
Ich will nicht dabei sein, aber ich muss. Glaube ich. Es wäre unfair, sie genau dann allein zu lassen… Andererseits… hat sie was davon, wenn ich neben ihr zusammenbreche?
Ich weiß es nicht und hoffe, dass ich irgendwann den Anruf bekomme, du Johanna, die Pauli lag heute morgen (friedlich) tot in der Box…
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Ja, das wünsche ich mir für meine und für mich auch…
:-(

liebe Grüße,
Babette

 

Von Alexandra Beier • 17. März 2009

Gestern war es soweit!Mein jahrelanges altes “Pflegepferd” mussten wir einschläfern!Die Besitzer hatten ihn mehr oder weniger für mich gehalten,alles bezahlt und ich durfte alles mit ihm machen!Telstar und Anke haben mir richtig reiten beigebracht!Er war ein sehr erfolgreiches S-Dressurpferd,das auf seine alten Tage noch ein Luxusleben hatte!Betüddeln, ausreiten, ganz viele Leckereien…!Am 6.5. wäre er 21 geworden,aber eine Darmverlagerung hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht!Was mich persönlich beruhigt ist, dass er in Halligdorf geboren, aufgewachsen, gelebt und jetzt auch dort sterben durfte,zu Hause!Sonst werden die Pferde zu Abdecker gebracht,er zum Glück nicht!Fast bis zum Schluss war ich bei ihm,den letzten Gang hinter die Halle hat sein Besitzer mit ihm gemacht!Mich haben sie zurück gehalten.Wollten nicht,dass ich den dicken alten Roten so elend sehe!Als Bernd mit dem leeren Halfter wieder kam habe ich das erst richtig kapiert!Aber wir konnten nichts mehr tun,in der Klinik wäre er nicht mehr aufgestanden!So hatte Telstar einen würdigen Abgang ohne lange Qualen!
Mit hochachtungsvollem Gedenken an TELSTAR
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Liebe Alexandra,
auch wenn wir uns nicht kennen,
fühl´ Dich ganz doll gedrückt!
Alles Liebe, Babette

 

Von Silke • 20. September 2009

Hallo Babette,
bei Pferden mußte ich das zum Glück noch nicht beobachten. Aber dafür bei meinen Katzen. Und da war es genauso: beide wollten am letzten Tag noch einmal unbedingt nach draußen und habe dort ganz offensichtlich Abschied von allem genommen. Bei meiner Cindy wußte ich noch nicht, warum sie rauswolllte und wollte sie erst gar nicht lassen – hatte Angst, daß sie sich verkriecht um zu sterben. Anschließend sind wir dann zum Tierarzt gefahren und sie bekam die letzte Spritze. Als Loulou dann auch plötzlich raus wollte, obwohl es ihr so schlecht ging, wußte ich, daß die Zeit gekommen war. Auch sie ging noch kurz raus und danach fuhren wir los zum Tierarzt.
Mir graut jetzt schon davor, wenn unser 30jähriger Hannoveraner-Opi soweit ist (obwohl er nicht mal mir gehört). Ich hoffe, auch bei ihm werden wir erkennen, wenn seine Zeit gekommen ist.

LG
Silke

 

Von Silke • 20. September 2009

Nun hab ich alle Mails gelesen und heule so vor mich hin :-( Muß gerade wieder an meinen kleinen süßen Kater Felix denken, der nur 3,5 Jahre alt werden durfte und letztens Monat innerhalb weniger Stunden völlig unvorbereitet plötzlich elendig gestorben ist. Vermutlich ein Herzthrombus oder so, sagt die TÄ – wir haben noch ales versucht, als er abends vom Tagesausflug völlig fertig und käseweiß nach Hause kam. Aber es sollte nicht sein. Ich war zwar die ganze zeit dabei, aber irgendwie auch nicht. Ich habe ja überhaupt nicht damit gerechnet, daß er die Nacht nicht überstehen wird und hab ihn daher lieber in Ruhe gelassen, damit er sich nicht belästigt fühlt. Gut, er wollte von mir auch nicht viel wissen zu dem Zeitpunkt…..
Als er dann noch einmal aufdrehte und seinen Todeskampf führte (heute weiß ich das :-( ) saß ich zwar in unmittelbarer Nähe, aber ich habe mich getraut, ihn in den Arm zu nehmen, weil er halt so tobte. Und genau das tut mir heute einfach so leid…….
Ach mensch, es ist manchmal einfach nicht fair, was so passiert. Ich hoffe, daß ich mir irgendwann mal Fotos von ihm anschauen kann, ohne gleich zu heulen.
Mag gar nicht dran denken, wie’s mir gehen wird, wenn mein Hotta Garou sterben muß. Ich hoffe, wir haben noch mind. 15 Jahre Zeit, dann wäre er 32. Und dann wäre er 30 Jahre bei mir. Ui jeh, das kann noch furchtbar werden.

Ich fühle mit allen, die ihre Tiere gehen lasse mußten oder noch müssen.

Ganz liebe Grüße
Silke
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Wie traurig :-( !
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Silke • 20. September 2009

Sorry:
…..aber ich habe mich “nicht” getraut, ihn in den Arm zu nehmen, weil er halt so tobte……
muß es natürlich heißen.

 

Von Angie Klouceck • 14. Oktober 2009

Also ich habe meine erste große Pferdeliebe vor 15 Jahren verloren. Er war ein Vollblutaraber-Hengst und mit ihm wurde auch gezüchtet. Ich durfte ihn jeden Tag reiten und er war fast wie mein eigenes Pferd. Am 10.07.94 kam ich von der Schule zum Stall und da hat man mir dann mitgeteilt, das er beim Ausritt zusammengebrochen ist und nicht mehr aufstehen konnte. Wahrscheinlich so ne Art Schlaganfall. Deshalb wurde er dann gleich vor Ort eingeschläfert. Mir hängt es bis heute nach, das ich mich nicht mehr von ihm verabschieden konnte und ich kann wirklich nur jedem raten, seid dabei und begleitet euer Pferd bis zum letzten Atemzug. Das sind wir unseren Tieren schuldig, auch wenn es weh tut. Aber die Tatsache, nicht dabeigewesen zu sein und sich nicht verabschiedet zu haben, ist viel, viel schmerzhafter.
Heute gehört mir, seit nun mittlerweile 8 Jahren, ein Enkel von ihm. Mir war immer klar, wenn ich ein eigenes Pferd haben kann, dann will ich einen Nachkommen von ihm…
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Liebe Angie,
ja, sich nicht verabschieden zu können ist schlimm…
Ich hoffe, dass Du mit Deinem Pferd sehr glücklich bist,
liebe Grüße,
Babette

 

Von Michaela • 19. Januar 2010

Ich muss auch immer weinen wenn ich solche Dinge höre.
Für mich ist klar das ich bei meinem Pferd sein werde, wenn sie ihren letzten Atemzug macht.
Es wird nicht leicht sein und ich werde lange trauern, aber das bin ich ihr schuldig.
Ich hoffe das dieser Tag noch Jahre auf sich warten lässt
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Dafür drücke ich Dir alle Daumen!!!
Liebe Grüße,
Babette

 

Von Silke H. • 28. Januar 2010

Mir laufen auch so die Tränen runter,wenn ich das alles hier lese und fühle mit euch allen!Mein Traber Karrie ist am 1.Januar 21Jahre geworden,unser Shetty Kleiner Onkel 20Jahre.Wir hoffen auch sehr,das wir noch mehere Jahre mit unseren Hottis geniessen können.Es war immer mein Kindheitstraum ein eigenes Pferd zu haben,den mir vor knapp 2 1/2 Jahren mein Mann erfüllte.Wir erfreuen uns täglich an unseren beiden,sie sind unser Mittelpunkt und Ruhepol im Alltag.Am Tag x wollen wir sie auf jeden Fall begleiten wenn es möglich ist.Das sind wir ihnen schuldig…aber wir hoffen,das dauert noch sehr sehr lange….. Liebe Grüsse Silke
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Liebe Silke,
ich hoffe das auch ganz doll für Euch,
liebe Grüße,
Babette

 

Von Jessica • 3. Dezember 2011

2006 wurde mein geliebtes Pferd ohne meines Wissens eingeschläfert.
Am Abend zuvor war ich bei ihm,habe ihn geputzt.
Er hat ebensolche Geräusche von sich gegeben,die ich nie bei ihm gehört habe.
Auch wollte er mich nicht mehr aus der Box lassen und steckte seine Nüstern durchs Gitter,soweit es eben ging.
Ich habe mir nichts dabei gedacht und vernahm ein lautes Wiehern als ich ging.
Er hat nie laut gewiehert.

Im Nachhinein wurde mir dieser entgültige Blick wieder bewusst,den er mir zuwarf.

Am nächsten Morgen wusste ich,dass irgendwas nicht stimmt.
Habe auf der Arbeit alles stehen und liegen lassen und bin nach Haus gefahren.
Da habe ich dann gleich erfahren,dass er nicht mehr unter uns weilte.

Es tut immer noch so unfassbar weh.
Er war alleine und wenn ich bei ihm geblieben wäre,vielleicht wäre es nie
soweit gekommen?!

lg

 

Von tweedie • 30. Januar 2012

Hanni im Himmel…

Im Mai 2011 wurde mein geliebtes Fjordmädchen (das erste eigene Pferd…), das ich 20 Jahre täglich an meiner Seite hatte, in ihrem 30sten Lebensjahr von einem anderen Pferd auf dem Paddock getreten. Bis zu diesem Unfall war sie niemals krank, nahezu uneingeschränk reitbar und topfit. Trotz sofortiger Behandlung durch den Tierarzt und anfänglichen Fortschritten entzündete sich durch die kleine Trittverletzung die Sehnenscheide und wir kämpften monatelang gegen von da an immer wieder auftretende Abszesse am Bein. Bis Mitte August stand meine endlos brave Hanni in der Tierklinik, wo ich sie jeden Tag zweimal besucht habe (wie ich das zeitlich geschafft habe, ist mir heute ein Rätsel), sie ertrug mit beispielloser Tapferkeit und immer erstaunlicher Lebensfreude alle Strapazen, war zu jedem Tierarzt freundlich und ging auf jeden Menschen zu, obwohl sie doch immer Spritzen oder Pasten oder Verbandswechsel oder Wundspülungen zu erwarten hatte. Als endlich der Zustand stabil wurde, durfte sie nach Hause. Dort verbrachte sie eine friedliche und sonnige Herbstzeit und ich erlebte einen unglaublichen Zusammenhalt, so viele Freunde und Bekannte halfen uns, u.a. ein Humanmediziner und Facharzt für derartige Abszesse, ein ganz besonderer Tierarzt, der mehr Einsatz zeigte, als er hätte tun müssen, eine sehr mitfühlende und engagierte Tierheilpraktikerin – jeder schaute nahezu jeden Tag vorbei, wochenlang, niemand wollte dieses fröhliche Pferd, das einen so starken Lebenswillen hatte, wegen eines so dummen Unfalls aufgeben und endlich hatten wir die Abszesse im Griff. Anfang Oktober 2011 war das Bein das erste Mal nicht mehr “offen”, und wir konnten tagsüber den Verband weglassen. Die Schmerzmittel waren abgesetzt, im Schritt lief sie endlich nahezu lahmfrei und ich nahm an, sie sei über den Berg.

Am frühen Morgen des 26.10.2011 dann – ich wollte wie jeden Morgen vor der Arbeit die Pferde füttern – fand ich mein altes Mädchen sitzend auf der Weide. Sie hatte seit zwei Wochen des oefteren Schwierigkeiten beim Aufstehen gehabt, legte sich aber nach wie vor immer hin, selbst ihr Mittagschläfchen in der Sonne fiel nie aus. Aber an diesem Morgen hatte sie keine Kraft mehr, aufzustehen. 5 Monate Dauerbelastung und Arbeit für Zwei hatten auch das gesunde Hinterbein so geschwächt, dass es nicht mehr konnte. Ich habe alles versucht, Hanni hat herzzerreißend gekämpft. Wir haben Hilfe geholt. Longen, Auto – nichts half. Als es lange später hell wurde, sah ich eine etwa 15 m lange Spur im Gras – sie musste schon lange vor meinem Eintreffen mit dem Aufstehen gekämpft haben. Schließlich ließ sie sich seufzend und erschöpft auf die Seite fallen. Da lag sie nun, meine allerbeste Freundin, mein Familienersatz aus der Jugendzeit, mein treues Mädchen. Und ich wusste, nun ist es soweit. Ich habe mich ins Gras neben sie gesetzt und sie hat sich auf meine Knie und in meinen Arm gelegt. Zum ersten Mal hatte ich an diesem noch dunklen Morgen den Eindruck, dass sie ruhig und entspannt war. Unter Tränen rief ich unseren Tierarzt an. Die halbe Stunde, die er zu uns brauchte, habe ich Hanni gestreichelt, gefüttert und ihr alles erzählt, was ich ihr noch sagen wollte. Sie lag die ganze Zeit in meinem Arm, ohne zu zappeln, neugierig nach Leckerchen suchend und voller Vertrauen. So schlief sie dann ganz friedlich ein. Es ging alles schnell und ruhig. Fafnir, mein kleiner Fjordhengst, stand die ganze Zeit an ihrer Seite. Er stand ganz ruhig da und schaute mit gespitzten Ohren zu. Lange habe ich noch so dagesessen und habe Hannis plüschiges weiches Fell gestreichelt. Sie war so ein wunderbares Pferd. Und ich kann es immernoch nicht fassen. War sie doch 20 Jahre lang nie krank, bis zum Tag ihrer Verletzung nahezu jeden Tag unter dem Sattel und so prima in Schuss, das selbst Fachleute ihr Alter auf 15 und nicht auf 30 schätzten.

Dieser Verlust ist nach einem Vierteljahr noch immer schrecklich für mich, natürlich kullert mir auch jetzt wieder eine Träne über die Wange und ich bin noch lange nicht darüber hinweg.

Aber Hanni hat mir an diesem Tag deutlich gezeigt, dass sie gehen musste – und auch wollte. Und so traurig ich über dieses schlimme Geschehen auch bin – ich konnte ihr bis zum letzten Atemzug beistehen und sie begleiten. Ein besonders intensiver Abschied für eine besonders intensive Beziehung zu einer ganz besonderen Freundin.

Hanni, ich danke dir für alles. Ich werde dich niemals vergessen. Und ich werde dich immer im Herzen tragen.

 

Von Druzi • 6. Februar 2012

Hallo!

Das alles kann ich gut nachvollziehen. Meine Stute mußte wegen einer Kolik eingeschläfert werden. Ich hatte zum Glück (Dank der Umsicht meines Tierarztes) das Glück, mich von ihr verabschieden zu können. Ich hatte mir fest vorgenommen, bei ihr zu bleiben, hatte trotzdem Angst vor dem Augenblick… Aber wir sind den Weg gemeinsam zuende gegangen. Und ich weiss jetzt, dass ich das immer wieder tun würde. Es mag paradox klingen, aber ich habe diesen Moment als Erleichterung empfunden, trotz des Abschiedsschmerzes.
LG

 

 

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