Babettes Praxis-Blog : Monatsarchiv für Oktober 2008

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Spiel mit Guinness – oder: Wie man seine Mütze los wird…

Guten Tag,

darf ich mich vorstellen?

Mein Name ist Guinness.

guiness1.jpg

Wie es sich für einen Gentlemen gehört, helfe ich Damen gerne aus der Garderobe…
(weiterlesen…)

30. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Spiele & Co 4 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik -Teil 8: So lernt Ihr Pferd, gut zu laufen

Diese Probleme kennen Sie sicherlich beim Reiten:

  • Das Pferd kürzt die Ecken ab.
  • Das Pferd fällt in die Volte.
  • Das Pferd läuft über die Schulter weg.
  • Das Pferd liegt wie ein Motorrad schräg in der Kurve.

All das sind direkte Folgen davon, dass das Pferd nicht gelernt hat, gut auf einem Kreis zu laufen. Es ist nicht ungehorsam, sondern es kann schlicht und einfach nicht tun, was Sie von ihm verlangen, weil es noch nicht gelernt hat, wie!

Wenn Sie einmal ein Pferd auf einer Kreislinie von vorne laufen sehen, können Sie bei vielen Pferden sehen, dass sie „schräg“ laufen. Dazu sagen wir:

  • Das Pferd kippt auf die innere Schulter.
  • Das Pferd hängt auf der inneren Schulter.
  • Das Pferd lastet/läuft auf der inneren Schulter.

(weiterlesen…)

27. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 14 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik -Teil 7: Die Sache mit dem Kreis

Wir wissen nun, dass wir ein gut gehendes Pferd an folgenden Punkten erkennen können:

  • an einem lockeren, nach oben schwingenden Rücken,
  • zusammen mit einer aktiven Hinterhand,
  • zusammen mit einer freien Schulterbeweglichkeit und
  • zusammen mit einer losgelassenen Kopf-Halshaltung.

Durch die Erfüllung dieser Punkte ist Ihr Pferd in der Lage, raumgreifende, federnde Bewegungen zu entwickeln und sich psychisch zu entspannen. Es kann Takt und Losgelassenheit zeigen.

Nun lassen Sie Ihr Pferd einmal auf einem Kreis laufen und gucken Sie mal, was Ihr Pferd auf der Kreislinie zeigt. In sehr vielen Fällen werden einige oder sogar alle der genannten Punkte nur noch wenig bis gar nicht mehr zu sehen sein, denn ein Pferd auf einer Kreislinie liegt häufig schräg in der Kurve und schert mit der Hinterhand nach außen. Es fällt auf die innere Schulter, drängt nach innen oder außen. Das sieht so aus:

kreis_schraegscheren.jpg

Warum ist das so?
(weiterlesen…)

23. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 4 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 6: Die Dehnungshaltung

Die Dehnungshaltung wird immer wieder als das Allheilmittel vielerlei Probleme von Pferden, besonders bei Rückenleiden angepriesen und sicherlich ist es die gute Ausführung der Dehnungshaltung auch. Doch auch hier gilt: nicht jeder tiefe Kopf gleich eine gute Dehnungshaltung!

In einer guten Dehnungshaltung lässt das Pferd seinen Kopf-Halsbereich aus dem Widerrist heraus fallen. Dadurch hebt das Nackenband den Rücken des Pferdes an. Das Nackenband ist eine Sehnenplatte, die hinter dem Genick des Pferdes beginnt und einmal über die gesamt Oberlinie des Pferdes geht. Wenn sich der Rücken des Pferdes anhebt, kann die Hinterhand gut untertreten. Dabei ist es wichtig das die Stirnnasenlinie vor der Senkrechten bleibt.

Das folgende Foto dürfte in etwa die Ideal-Dehnungshaltung zeigen:

dehnung2.jpg

(weiterlesen…)

21. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 4 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 5: Die verschiedenen Halshaltungen

Schon im letzten Beitrag ging es um die Halsmuskulatur des Pferdes. In diesem Beitrag wies ich auch daraufhin, dass es wichtig ist, sehen zu lernen, welche Halshaltung bei einem Pferd gut ist und welche nicht und genau darum geht es hier nun ausführlich.

Dass ein Pferd den Kopf nicht hochtragen, sondern den Hals rundmachen und den Kopf senken soll, ist Allgemeingut. Nun kann man mechanisch, also durch einen entsprechenden Zügeleinsatz oder z.B. durch Ausbinder, Schlaufzügel & Co dafür sorgen, dass ein Pferd den Kopf runternimmt. Das sieht dann auf dem ersten Blick korrekt aus, hat aber leider überhaupt keinen positiven Wert.

Ein Pferd, dem der Kopf künstlich runtergeholt wird, läuft nicht gut, denn ein solches Pferd ist verkrampft und kann nicht über den Rücken gehen (s. Beitrag Der Pferderücken).
(weiterlesen…)

16. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 6 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 4: Der Hals des Pferdes

Wir widmen uns nun der Vorhand des Pferdes und hier zunächst der Halsmuskulatur.

Dazu benötigen Sie Grundlagenwissen über

  • über das Nackenband,
  • über die Halsmuskulatur,
  • über die Wichtigkeit der Schulterfreiheit und
  • Sie müssen eine „gute“ Kopf-Halshaltung von einer „schlechten“ unterscheiden können.

Das Nackenband

Das Nackenband ist ein starkes, sehniges Band, das am Schädel des Pferdes beginnt, am Hals die Grundlage des Mähnenkammes bildet und über den Widerrist und über den Rücken bis zum Kreuzbein verläuft. Dieses Sehnenband ist über seine gesamte Länge mit der Wirbelsäule des Pferdes verbunden.

Wenn ein Pferd seinen Hals aus dem Widerrist heraus locker fallen lässt zieht das Nackenband den Rücken des Pferdes hoch.

Aus diesem Grunde ist die gesamte Pferdewelt darauf aus, dass die Pferde die Nase runternehmen. Und genau deshalb gibt es eine riesengroße Vielfalt an Hilfszügeln, Spezialgebissen usw., die alle eines zum Ziel haben: dass das Pferd den Kopf runter nimmt. Allerdings gibt es kleine, aber sehr wesentliche Unterschiede, was eine tiefe Nase angeht und hier sehe ich die größten Wissenslücken und die meisten Fehlerquellen. “Rübe runter” reicht nicht aus, ganz im Gegenteil.

(weiterlesen…)

14. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 4 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 3: Die Hankenbeugung

Als Hankenbeugung bezeichnet man die Beugung der großen Gelenke der Hinterhand, also:

  • Hüftgelenk,
  • Kniegelenk
  • und Sprunggelenk.

Je mehr das Pferd die Hanken beugt, um so mehr versammelt sich das Pferd.

Was in der Versammlung passiert

In der Versammlung wird der Schwerpunkt des Pferdes nach hinten verlagert, wodurch es zur Entlastung der Vorhand und zur Aufwölbung des Rückens kommt. Das Pferd wirkt “kürzer” und richtet sich mehr auf. Nur wenn das der Fall ist, kann man von einer echten Hankenbeugung sprechen. Lassen Sie sich hier nicht täuschen, es gibt nämlich auch Pferde, die zwar weit untertreten können, dabei aber dennoch den Rücken nach unten wegdrücken. Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie sehen, dass hier die Hanken nicht gebeugt sind.
(weiterlesen…)

9. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 3 Kommentare »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 2: Die Bedeutung der Hinterhand

Im ersten Teil dieser Serie haben wir uns den Rücken des Pferdes angesehen. Sie haben erfahren, dass die gesunde Aufwölbung des Rückens ganz entscheidend von der Aktivität der Hinterhand abhängig ist.

Nur wenn das Pferd mit der Hinterhand aktiv und raumgreifend unter den Schwerpunkt schreitet, zieht die Kruppenmuskulatur von hinten am langen Rückenmuskel und hilft so, den Rücken anzuheben. Wenn Sie also beurteilen wollen, ob ein Pferd „gut“ oder „schlecht“ läuft, ist ein Kriterium, ob das Pferd mit aktiver Hinterhand läuft oder nicht.

Wie weit ein Pferd mit der Hinterhand nach vorne treten kann, ist von seiner Anatomie abhängig. Dazu gehören Rückenlänge, Kruppenform und Winkelung der Hinterhand. Von daher kann man nicht pauschal sagen, dass ein siegelndes Pferd (d.h., dass das Pferd mit dem Hinterhuf den Hufabdruck des Vorderhufes abdeckt) bereits immer gut läuft. Viele Pferde können durchaus ein oder zwei Hufbreit übertreten, bei anderen ist das Siegeln schon ein gutes Untertreten. (weiterlesen…)

7. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 1 Kommentar »

Grundwissen über Anatomie und Biomechanik – Teil 1: Der Pferderücken

Tatsache ist: das Pferd ist kein Lasttier! Damit es einen Reiter langfristig tragen kann ohne davon Schaden zu erleiden, ist es nötig dem Pferd eine neue Bewegungsart zu vermitteln und die notwendige Muskulatur anzutrainieren. Und um zu verstehen, wie ein Pferd laufen muss, um das Reitergewicht ohne Schaden zu tragen, müssen wir uns zunächst den Rücken eines Pferdes etwas genauer anschauen.

Ein Blick auf den Rücken des Pferdes

Der Reiter sitzt nun auf der Wirbelsäule des Pferdes. Die Wirbelsäule eines untrainierten Pferdes hat die Tendenz, wie eine Hängebrücke zu reagieren: bei Gewicht geht sie nach unten. Und genau das ist das Fatale, wie ich gleich noch genauer darstellen werde.

Rechts und links der Wirbelsäule verläuft der lange Rückenmuskel. Der lange Rückenmuskel spielt beim gesunden Tragen eine große Rolle, denn wenn er vom Pferd falsch genutzt wird, kann es das Reitergewicht gar nicht auf eine gute Weise tragen. Wichtig zu wissen ist, dass der lange Rückenmuskel ein so genannter Bewegungsmuskel ist und dadurch nicht dafür geeignet ist, tragende Funktionen zu übernehmen. Seine vordere Basis befindet sich auf Höhe des Widerristes (Vorhand), seine hintere Basis endet am Kreuzbein (Hinterhand).

Schauen wir uns nun an, was schlechtes und was gutes Tragen ausmacht.
(weiterlesen…)

2. Oktober 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 16 Kommentare »