Babettes Praxis-Blog : Monatsarchiv für September 2008

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

3 Leute, 4 Meinungen oder: Wann läuft ein Pferd gut?

Vor kurzem bekam ich Besuch auf meinem Hof von einem Mann, der mir seine neue Entwicklung vorstellte: eine gebisslose Zäumung zum Longieren. Er pries mir die Zäumung u.a. mit dem Argument an, dass es mit ihr möglich sei, Hilfszügel in vielen verschiedenen Variationen und Möglichkeiten anzubauen. Um das zu demonstrieren, zeigte er mir Fotos von einem Pferd, das mit Hilfszügeln in verschiedenen Verschnallungen an der Longe lief.

Nun arbeite ich zurzeit sehr intensiv an einem umfangreichen Text zum Thema Longenarbeit, genauer gesagt wird es ein richtiger Longenkurs. Somit beschäftige ich mich also gerade täglich viele Stunden damit, Fotos zu analysieren, um an diesen dann genau erklären zu können, wann ein Pferd „gut“ läuft und wann es das in meinen Augen nicht tut.

Auf den Fotos, die mir der Mann zeigte und von denen er sagte, dass das Pferd gut lief, tat es das in meinen Augen leider nicht. Für mich wirkte das Pferd vom Gesichtsausdruck unglücklich und für mich lief es auf der Vorhand. Der Mann sah das ganz anders und das geht mir nicht zum ersten Mal so…

Wer hat nun Recht?
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30. September 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Anatomie und Körper 5 Kommentare »

Bein hoch! Eine Übung für mehr Balance

Bei dieser Übung lernt Ihr Pferd auf Gertenzeichen auf Höhe des Röhrbeines sein Bein zu heben und solange angehoben zu lassen, wie die Gerte am Bein anliegt.

beinhoch1.jpg

Die Übung “Bein hoch” verbessert die Balancefähigkeit Ihres Pferdes auf drei Beinen. An den Vorderbeinen ausgeführt ist sie auch eine wichtige Vorbereitung, wenn Sie Ihrem Pferd das Kompliment beibringen möchten. An den Hinterbeinen ist sie eine Vorübung für ein Anpiaffieren des Pferdes.
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25. September 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 4 Kommentare »

Atemübungen, die zweite

In der letzten Woche haben Sie bereits zwei Atemübungen zum Ausprobieren vorgestellt bekommen – hier folgen noch zwei weitere. Schauen Sie mal, ob sie Ihnen liegen:

In den Bauch atmen

Legen Sie eine Hand auf den Bauch und atmen Sie langsam ein, bis Sie sich von Ihrem Atem angenehm angefüllt fühlen. Ihr Hand sollte sich beim Einatmen deutlich heben. Halten Sie für einen Moment inne und atmen Sie mit halb geöffnetem Mund und einem langen ffff-Ton wieder aus. Wichtig ist, dass Sie Ihren Bauchmuskeln erlauben, sich völlig zu entspannen. Also ziehen Sie den Bauch bitte nicht ein, er darf hier genauso sein, wie er ist. Sagen Sie sich bei jedem Ausatmen, dass Sie ruhiger und immer ruhiger werden.

Gähnen

Öffnen Sie weit den Mund und entspannen Sie Ihre Lippen. Atmen Sie ein und denken oder sagen Sie intensiv AAAAHHHHH!!!

Damit entsteht reflexartig ein Gähnen. Strecken und rekeln Sie sich dabei. Dann atmen Sie mit offenem Mund wieder aus. Wiederholen Sie die Übung, bis Sie merken, dass Sie lockerer und entspannter werden. Auch hier können Sie sich selbst bei der Entspannung unterstützen, indem Sie sich innerlich sagen, dass Sie ruhiger und ruhiger werden.

Extra-Tipp: Alternativ können Sie mit der Zungenspitze Ihren Gaumen massieren, auch das löst einen Gähnreflex aus.

23. September 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 0 Kommentare »

Nutzen Sie Lieblingsspiele zur Bewältigung schwieriger Situationen

Fast jeder, der mit Pferden umgeht, wird sie kennen: Momente, in den nicht alles rund läuft, wie z.B.:

  • Momente, in denen die Kommunikation mit unserem Pferd nicht klappt,
  • Momente, in denen unser Pferd blockiert und widersetzlich wird,
  • Momente, in denen unser Pferd unsicher und nervös wird,
  • Momente, in denen unser Pferd mit seiner Aufmerksamkeit nicht bei uns ist
  • u.ä.

Oft erlebe ich, dass in diesen Momenten der Mensch dazu neigt,

  • selbst hektisch und unsicher zu werden,
  • laut zu werden,
  • am Strick ruckt…

Das Ergebnis ist häufig ein Pferd, das sich noch mehr in seine Unsicherheit oder Widersetzlichkeit hineinsteigert.

Wie können Sie diese Situationen besser meistern? Mein Rat für diese Situationen lautet: Nutzen Sie in diesen Momenten „Lieblingsspiele“.
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18. September 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Umgang 6 Kommentare »

Atmen Sie Anspannungen einfach weg

Atemtechniken können Ihnen prima dabei helfen, Ängste und Anspannungen zu lösen. Durch die Konzentration auf unser Atmen ist unser Kopf beschäftigt und eine ruhige Atmung lässt uns automatisch entspannen.

Es gibt eine Reihe einfach zu erlernender Methoden, die Sie auch auf dem Pferd anwenden können. Ich stellen Ihnen hier zunächst zwei solcher Techniken vor, in der nächsten Woche noch zwei weitere. Bitte üben Sie diese Atemtechniken erst am Boden und dann auf dem Pferd in entspannten Situationen.

Tipp: Finden Sie heraus, welche dieser Techniken Ihnen am besten liegt und üben Sie diese, bis sie Ihnen ganz leicht fällt. Dann können Sie die Methode gezielt einsetzen, wenn Sie beim Reiten in eine Situation geraten, in der Sie merken, dass Sie sich anspannen.
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16. September 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 1 Kommentar »

Fordern Sie Ihr Pferd doch einmal zum Tanzen auf!

Lust auf eine nette, spielerische Übung? Dann bringen Sie Ihrem Pferd doch einmal das Tanzen bei!

Hierbei lernt Ihr Pferd, spiegelbildlich zu Ihnen seine Vorderbeine abwechselnd links und rechts voreinander zu kreuzen, d.h. wenn Sie Ihr eigene, rechtes Bein vor Ihr linkes Bein kreuzen, kreuzt Ihr Pferd vor Ihnen sein linkes vor seinem rechten und umgekehrt.

tanzen.jpg

Flüssig im Wechsel gesteppt, legen Sie zusammen mit Ihrem Pferd ein hübsches Tänzchen auf das Parkett :-)
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11. September 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Spiele & Co 13 Kommentare »

Der Umgang mit dem Tod

Tania hat letzte Woche über das für viele von uns schmerzliche Thema „Wenn unsere Pferde sterben“ geschrieben. Auch mich haben ihre Zeilen sehr berührt und nachdenklich gemacht.

Meine Tochter und ich leben mit vielen Tieren zusammen. Das Sterben gehört für uns zum Leben dazu, was den Umgang damit nicht einfacher macht. Jedes Tier, das bei uns stirbt löst große Trauer in uns aus.

Wie kann man lernen mit diesem Thema umzugehen? Wie begleiten wir unsere Kinder bei dem Thema Tod?
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9. September 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 4 Kommentare »

Ein Experiment: Puzzeln Sie sich die Hilfen mal Schritt für Schritt zusammen

Was tun Sie, wenn Sie mit Ihrem Pferd eine wirklich gute Volte reiten wollen? Sie werden alle Hilfen, die Sie dafür brauchen (Gewicht, Zügel, Beine, Körper) zusammen anwenden, um das Ziel zu erreichen, richtig?

Wenn die Volte nun aber nicht so gut gelingt, wie Sie sich das gewünscht haben, wird es im Nachhinein schwer sein, herauszufinden, wo genau der Fehler lag. Welche Hilfe haben Sie vielleicht nicht gefühlvoll genug gegeben? Oder welche der Hilfen hat das Pferd nicht korrekt angenommen?

Sie können Ihre Hilfen nur dann gezielt korrigieren oder verbessern, wenn Sie auch wissen, wo genau es hakt. Wissen Sie das nicht, korrigieren Sie vielleicht Ihre Zügeleinwirkung, die aber für das Pferd gut verständlich war. Es hatte Ihre Gewichtshilfe falsch verstanden.

Sehen Sie das Problem? Um das zu lösen, können Sie Folgendes unternehmen:

Geben Sie einmal die einzelnen Hilfen gezielt eine nach der anderen. Konzentrieren Sie sich ganz bewusst auf die korrekte Gabe jeweils genau einer Hilfe, um anschließend zu erfühlen, ob Ihr Pferd diese Hilfe ohne Problem annimmt. Nehmen Sie immer erst dann eine weitere Hilfe hinzu, wenn Ihr Pferd auf die vorherige richtig reagiert hat.
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4. September 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 4 Kommentare »

Der Einfluss der zwei Gehirnhälften auf das Reiten und wie guter Reitunterricht darauf reagieren sollte

Ein wirklich guter Reiter ist einer,

  • der sowohl ein hervorragender Techniker ist und
  • der darüber hinaus ein hohes Maß an Gefühl für sich, seinen Körper, sein Pferd und die Situation mitbringt.

Damit wir genau diese beiden Elemente möglichst ausgewogen leben können, ist es hilfreich, einen kleinen Blick in die Gehirnforschung zu wagen.

Unser Gehirn ist in zwei Gehirnhälften aufgeteilt, die so genannten Hemisphären. Diese beiden Gehirnhälften sind über einen dicken Nervenstrang miteinander verbunden. Die rechte Gehirnhälfte steuert unsere linke, die linke unsere rechte Körperhälfte.

Interessant ist nun, dass die beiden Gehirnhälften ihre Aufgaben auf unterschiedliche Art und Weise angehen. Etwas vereinfacht kann man sagen, dass in der linken Gehirnhälfte vor allem solche Gehirnbereiche liegen, die für unseren Verstand, für unsere Logik zuständig sind. Während in der rechten Gehirnhälfte z.B. das räumliche Sehen, unsere Fähigkeit zur inneren Vorstellung (Phantasie) u.ä. liegen. Sie (zusammen mit dem limbischen System) ist auch für unsere Gefühle zuständig.
Die meisten von uns sind gehirnmässig eher linkslastig unterwegs und so kann es passieren, dass wir versuchen, mit der linken Gehirnhälfte Probleme zu lösen, die nur mit der rechten zu lösen wären.
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2. September 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 3 Kommentare »

Babette Teschen

  • Veröffentlichung Der Longenkurs
  • Ausgebildete Tierheilpraktikerin
  • Seminare nach Linda Tellington-Jones
  • Von 1998 bis 2000 Reitlehrerin in der Schule Marienau
  • Seit 1996 selbständig mit dem Pferdehof Teschen -
    Zentrum für ganzheitliche Betreuung

  • Seit 1998 Spezialisierung auf Alternative Reitweise nach Sally Swift und M. Feldenkrais
  • Schülerin von Horst Becker, Lehrer der klassischen Dressur
  • Seit Anfang 2003 Angebot eigener Seminare