Babettes Praxis-Blog : Monatsarchiv für Juli 2008

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

Zwischen Traum und Wirklichkeit: Gedanken zum Umgang mit Pferden

Ich weiß nicht, wie Ihr persönliches Traumbild von einer perfekten Beziehung zu ihrem Pferd aussieht, aber ich weiß, dass die Träume vieler Pferdebesitzer ähnlich sind, wie meiner:

  • In meinem Traumbild kommt mein Pferd freudig wiehernd auf mich zu galoppiert, wenn es mich sieht.
  • In meinem Traumbild folgt mir mein Pferd ohne Strick notfalls auch durchs Feuer, weil es mir grenzenlos vertraut.
  • In meinem Traumbild reite ich ohne Sattel und Zaumzeug Piaffen, Passage, fliegende Wechsel, alleine auf telepathische Übermittlung meines Wunsches.

Die Realität bzw. der Punkt an dem ich heute mit meinem Pferd stehe, sieht anders aus. Oft genug ist das Gras zu lecker, um auf meinem Ruf zu kommen und wenn er kommt, dann höchstens im Trab. Oft genug muss ich mein Pferd noch mühsam überzeugen, dass die Plane am Wegesrand ihn nicht fressen wird. Und leider brauche ich auch noch nach 2 Jahren immer noch ein Gebiss und die Gerte um meinem Pferd meinen reiterlichen Wunsch zu erklären.
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29. Juli 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Umgang 8 Kommentare »

Teppich ausrollen

Nicht nur ein prima Start für eine Showeinlage, sondern auch ein schöner Spaß: Ihr Pferd rollt für sich den roten Teppich aus :-)

Es geht ganz einfach:

Nehmen Sie einen Teppich und legen Sie ihn auf den Boden. Legen Sie darauf eine Futterstraße aus und rollen Sie ihn ein Stück auf. Vor dem Rollenende legen Sie noch ein Häufchen Futter.

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Führen Sie Ihr Pferd nun an den Teppich heran und zeigen Sie ihm, dass dort etwas Leckeres liegt.

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24. Juli 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Spiele & Co 7 Kommentare »

Das Rückwärts-Einparken

Das Ziel dieser Übung ist es, dass Ihr Pferd, welches ein Stück vor Ihnen steht, auf ein fast unsichtbares Zeichen rückwärts zu Ihnen geht und sich neben Sie stellt. Mit dieser Übung arbeiten Sie an der gemeinsamen Kommunikationsbasis, denn hier ist eine feine Abstimmung sowie eine gute Aufmerksamkeit des Pferdes wichtig. Auch ist es durchaus ein Vertrauensbeweis, wenn dass Pferd rückwärts zu Ihnen kommt.

Und so lehren Sie es Ihrem Pferd

Stellen Sie Ihr Pferd an einer Bande (oder einem Zaun) linke Hand auf. Ihr Pferd trägt ein Halfter und einen Strick. Den Strick lassen Sie von außen um das Pferd laufen und er liegt etwas hinter dem Widerrist auf dem Rücken des Pferdes.

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Sie stehen auf Schulterhöhe Ihres Pferdes. Ihre rechte Hand hält den Strick und ein Leckerli, in Ihrer linken Hand halten Sie eine Gerte. Warten Sie, dass Ihr Pferd ruhig steht und den Kopf gerade nach vorne trägt.
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17. Juli 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Spiele & Co 4 Kommentare »

Medikamente ins Maul geben und zwar ohne Stress

Leider sind nicht alle Pferde von der Notwendigkeit einer Wurmkur oder Medikamentengabe überzeugt und so reißen nicht alle gierig ihr Mäulchen auf, um die Medizin zu schlucken – im Gegenteil, die Gegenwehr kann heftig aussehen.

Auch hier ist es sinnvoll, die Prozedur mit dem Pferd zu üben, um nicht mind. 4 x im Jahr mit Gewalt und Stress die Medikamente irgendwie ins Pferd zu bekommen.

So können Sie Ihr Pferd an orale Medikamentenverabreichung gewöhnen

Stellen Sie sich seitlich neben Ihr Pferd und machen Sie einige Tellington Touches (kreisförmige Massage) um das Maul Ihres Pferdes rum. Arbeiten Sie sich langsam an das Maul heran und massieren und streicheln Sie die Lippen und Maulwinkel Ihres Pferdes. Gehen Sie dabei immer mal wieder von der Seite im Maulwinkel mit dem Zeigefinger in das Maul Ihres Pferdes. Loben Sie Ihr Pferd wenn es still hält und den Kopf gesenkt hält.

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Wenn Ihr Pferd den Kopf hoch reißt, üben Sie die Übung Kopf tief.
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15. Juli 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 4 Kommentare »

Was guten Reitunterricht ausmacht – ein Gespräch

Beim Reitunterricht kommen immer mindestens drei verschiedene Individuen zusammen – Reitlehrer/in, Pferdebesitzer/in und das Pferd. Nicht immer gelingt die Kommunikation reibungslos. Wir versuchen hier einmal in einem Gespräch herauszufinden, wo die Knackpunkte im Miteinander sein können und wie nicht nur die Kommunikation verbessert werden kann, sondern vor allem auch das Lernen.

Babette: Ich komme zu unserer ersten Unterrichtsstunde… Welche Erwartungen und Wünsche hast du?

Tania: Das Wichtigste ist für mich, dass ich mit dem gesehen werde, was ich mitbringe, damit ich da abgeholt werden kann, wo ich stehe. Sprich: ich möchte keinen Standard-Unterricht, sondern er soll auf mich und meine Situation zugeschnitten sein. Mir nützen die tollsten Konzepte und Übungen nichts, wenn ich nicht das Gefühl habe, dass sie wirklich etwas mit mir zu tun haben. Ich würde mir also wünschen, dass ich eingeladen werde, ein bisschen was von mir zu erzählen und dass erst einmal geschaut wird, wie ich reite und wo ich stehe. Daraus würde ich dann gerne eine kleine Standortbestimmung aus Sicht der/des Reitlehrers/in haben. Ich möchte wissen, was schon ganz gut läuft, was zu verbessern ist und woran wir als erstes arbeiten wollen. Auf diese Weise kann ich entscheiden, ob der vorgeschlagene Weg Sinn für mich macht.

Wenn ich das so lese, was ich hier schreibe, wird mir wieder einmal klar, dass ich wohl eine ziemlich anspruchsvolle Schülerin bin. Was bedeutet das für deine Arbeit, wenn jemand ziemlich konkrete eigene Vorstellungen mitbringt?
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10. Juli 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 6 Kommentare »

Die Versammlung

Der letzte Punkt der Ausbildungsskala der FN ist die Versammlung – das Ziel vieler Reiterträume.

Ein versammeltes Pferd bewegt sich leichtfüßig, kraftvoll, harmonisch und schonend für Sehnen, Bänder und Gelenke. Die Fähigkeit sich zu versammeln, dient somit der Gesunderhaltung Ihres Pferdes.

Nun werde ich häufig gefragt:

  • Woran erkenne ich Versammlung?
  • Und wie erreiche ich Versammlung?

Definition:

In der Versammlung nehmen die Hinterbeine des Pferdes mehr Last auf. Durch Beugung der Hanken (die großen Gelenke der Hinterhand = Hüftgelenk, Kniegelenk und Sprunggelenk) senkt sich die Kruppe ab und die Vorhand des Pferdes richtet sich auf in dem Maße, in dem sich das Pferd hinten senkt (relative Aufrichtung). Dabei wölbt das Pferd den Rücken auf und es verkürzt seinen Rahmen (wird kürzer). Der Schwerpunkt des Pferdes sollte möglichst tief und weit zurück liegen.

Wenn Sie diese Haltung nachempfinden wollen, können Sie sich mal im Kniebeugegang (in etwa wie bei der Skigymnastik) ein-zwei Runden um die Reitbahn bewegen. Und, anstrengend? Für die Pferde auch :-)
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8. Juli 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Aus dem Reitunterricht 0 Kommentare »

Reiten erfordert, Verantwortung zu übernehmen

Ich möchte heute ein unbequemes Thema ansprechen: und zwar geht es um die Verantwortung, die wir übernehmen, wenn wir reiten oder auf eine andere Art mit einem Pferd arbeiten. Für mich steht fest: Wenn wir uns die Freiheit und das Recht herausnehmen, uns auf ein Pferd zu setzen, haben wir die Verantwortung, dem Pferd dadurch keinen Schaden zuzufügen.

Das Pferd ist von Natur aus ein Lauf- und kein Lasttier. Damit wir dem Pferd durch „Zweckentfremdung“ keinen Schaden be-reiten (im wahrsten Sinne des Wortes), müssen wir dem Pferd beibringen, sich unter uns anders zu bewegen, als es das auf der Weide ohne uns tun würde. So läuft ein Pferd von Natur aus auf der Vorhand und es ist von Natur aus schief. Wenn wir dem Pferd unter uns nicht vermitteln können, mit der Hinterhand Last aufzunehmen, sich gerade gerichtet zu bewegen und dadurch seinen Rücken aufzuwölben, wird das Pferd uns nicht auf Dauer tragen können, ohne einen Schaden dadurch zu erleiden.

Wussten Sie, dass das Durchschnittsalter eines Pferdes bei nur 7 Jahren liegt, und das, obwohl Pferde gut und gerne 30 Jahre und älter werden können? Diese Zahl gibt doch zu denken! Fakt ist: Eine große Anzahl Pferde werden durch uns Menschen krank, unreitbar und treten durch unsere Schuld verfrüht die Reise auf die immergrüne Weide an.
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3. Juli 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Sonstiges 5 Kommentare »

Hauptsache Aufmerksamkeit

Es gibt ein verhaltenspsychologisches Phänomen, das für den täglichen Umgang mit unseren Pferden (und auch anderen Lebewesen) sehr bedeutungsvoll ist. Und dieses Phänomen besagt Folgendes:

Negative Aufmerksamkeit ist für ein Lebewesen „besser“ als keine Aufmerksamkeit oder anders gesagt: Ohne Aufmerksamkeit, stirbt die Seele!

Wer von Ihnen schon mal Fernsehsendungen wie die “Super Nanny” verfolgt hat, wird genau das z.B. bei Kindern immer wieder finden: In diesen Sendungen sin Kinder zu sehen, die ihre Umwelt terrorisieren, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Sie nehmen lieber negative Auswirkungen, wie Schimpfen, Strafen, ja sogar Schläge in Kauf, denn all das ist besser, als keine Reaktion zu bekommen. Sowie nun aber die Eltern lernen, ihren Kindern genau dann eine liebevolle Aufmerksamkeit zu schenken, wenn die Kinder positive Seiten zeigen, verändert sich in der Regel sofort das Verhalten der Kinder.
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1. Juli 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Umgang 6 Kommentare »

Babette Teschen

  • Veröffentlichung Der Longenkurs
  • Ausgebildete Tierheilpraktikerin
  • Seminare nach Linda Tellington-Jones
  • Von 1998 bis 2000 Reitlehrerin in der Schule Marienau
  • Seit 1996 selbständig mit dem Pferdehof Teschen -
    Zentrum für ganzheitliche Betreuung

  • Seit 1998 Spezialisierung auf Alternative Reitweise nach Sally Swift und M. Feldenkrais
  • Schülerin von Horst Becker, Lehrer der klassischen Dressur
  • Seit Anfang 2003 Angebot eigener Seminare