Babettes Praxis-Blog

Hier berichtet Babette Teschen von ihrer täglichen Arbeit als Reitlehrerin und Ausbilderin und bringt Tipps und Anregungen direkt aus der Praxis mit. HINWEIS: Bei längeren Beiträgen wird hier in der Übersicht immer nur der erste Teil angezeigt – klicken Sie dann bitte jeweils auf den Link “Den ganzen Beitrag lesen”.

So finden Sie den lotrechten Sitz

Im Dressursitz soll der Reiter idealerweise so sitzen, dass sein Ohr, seine Schulter, seine Hüfte und sein Fußgelenk auf einer senkrechten Linie verlaufen – in etwa so:

sitzlotgerecht2.jpg

Leider ist unsere Körperwahrnehmung häufig so, dass wir nicht merken wann wir im Stuhlsitz sitzen oder unser Oberkörper zu weit nach vorne fällt. Die folgende Übung kann Ihnen helfen, einen lotrechten Sitz zu finden.

Sie können Ihr Pferd im Schritt gehen lassen oder die Übung auch auf einem stehenden Pferd durchführen.

Nehmen Sie Ihre Füße aus den Steigbügeln und lassen Sie die Beine locker hängen (nicht die Fußspitzen nach oben ziehen!). Nun pendeln Sie mit Ihren Beinen aus der Hüfte heraus vor und zurück. Sie dürfen sich dazu gerne vorne am Sattel abstützen.

Beginnen Sie mit möglichst großen Bewegungen (aber bitte nur in dem Maß, dass es Ihnen nirgends Schmerzen bereitet!) und werden dann immer kleiner, bis Sie Ihre Beine lang unter sich zur Ruhe kommen lassen.

beineschwingen2.jpg

Spüren Sie in Ihre Beine. Hängen sie locker und lang unter Ihnen? Sehr gut! Dann nehmen Sie jetzt Ihre Steigbügel wieder auf und lassen Sie Ihre Beine wieder locker hängen, wo sie eben waren.

Wenn die Steigbügel nicht zu kurz sind und Ihr Sattel einen korrekten Schwerpunkt hat, müssten Ihre Fußgelenke jetzt unter Ihrer Hüfte liegen. Um das zu kontrollieren, hilft ein Blick in einen Spiegel, die Frage an einen Zuschauer oder, wenn beides nicht vorhanden ist, die Gerte, die Sie lotrecht an sich halten können (siehe Foto ganz oben).

Nun folgt das Ausrichten Ihres Oberkörpers.

Pendeln Sie Ihren Oberkörper so weit wie möglich, ohne dass Ihre Beine ihre Position verlieren, vor und zurück.

nachvorneundhinten.jpg

Nach anfänglich großen Bewegungen, werden Sie auch bei dieser Übung immer weniger und versuchen genau in der Mitte auszupendeln. Nun schließen Sie Ihre Augen und stellen sich vor, Ihr Pferd löst sich unter Ihnen in Luft auf und Sie landen sanft auf der Erde. Wie kommen Sie auf?

  • Fallen Sie auf den Po?
  • Fallen Sie auf die Nase?
  • Fallen Sie erst auf die Füße und kippen dann in eine Richtung um?
  • Wenn Sie auf den Füßen landen, landen Sie auf den ganzen Fuß oder zuerst auf der Hacke oder auf dem Ballen?

Im Idealfall soll es sich so anfühlen:

Sie landen auf den ganzen Fuß, können den Schwung locker im Knie abfedern und anschließend problemlos mit leicht gewinkelten Knien stehen bleiben. Wenn Sie mit Ihrem Gefühl richtig liegen, sollte das Kontrollorgan (Spiegel, Zuschauer, Gerte) Ihnen das bestätigen. Wenn die Kontrolle zeigt, dass Sie den lotrechten Sitz noch nicht gefunden haben, versuchen Sie zunächst herauszufinden, ob Ihre Beine, oder Ihr Oberkörper von der Lotlinie abweichen und dann durch erneutes Pendeln, die Lotlinie zu finden.

Besonders schön wird Ihr Sitz, wenn Sie diese Übung mit den folgenden Übungen kombinieren.

  • Die aufgerichtete Wirbelsäule
  • Lockere Schulter (siehe Artikel Schulterblätter zurück, Brust raus…)
  • Weiche Anlehnung

15. Mai 2008 von Babette Teschen • Kategorie: Übungen 2 Kommentare »

Die Basis ist gutes Laufen - der Longenkurs

Suchen Sie nach einem Weg, Ihr Pferd so zu arbeiten, dass es lernt, mit aktiver Hinterhand und aufgewölbtem Rücken in guter Stellung und Biegung zu laufen? Möchten Sie so longieren, dass Sie von dem Ergebnis auch unter dem Sattel profitieren? Dann schauen Sie doch einmal in unseren Longenkurs oder in unser Video dazu.

 

2 Reaktionen zu “So finden Sie den lotrechten Sitz”

 

Von Johanna • 10. März 2009

Hab diesen Artikel jetzt erst entdeckt. Er hört sich sehr interessant an.
Ich weiß, dass ich mit dem Oberkörper zu weit nach vorne komme, was daher rührt, dass ich immer das Gefühl habe/hatte, dass ich meine Stute entlasten müsste. Weil sie doch so empfindlich ist…
Ich glaube, sie verträgt mich inzwischen! ;)
Werde das heute abend ausprobieren!
Danke für den Tip!
Gruß, Johanna
_______________________________________________________
Gerne :-D !
Ich hoffe, er hilft Euch,
liebe Grüße,
Babette

 

Von julia • 5. Juni 2009

die übung ist wirklich sehr interesant !!!
ich weiss das ich immer wieder in den spaltsitz falle, arbeite hart daran dieses zu korrigieren aber komme nicht wirklich voran. habe viel versucht über satteloses reiten die balance zu verbessern aber ziehe nach kurzer zeit immer wieder die schultern nach vorne
.gibt es vieleicht noch andere zusatz übungen dieses zu korrigieren ? muss sagen die übung mit den geschlossenen augen ist sehr wirkungsvoll!!!toll danke für die tollen tipps gruß julia
_________________________________________________________
Hallo Julia,
hast Du diese Übung schon mal ausprobiert? Vielleicht hilft sie Dir gegen die nach vorne fallenden Schultern.
Liebe Grüße,
Babette

 

 

Einen Kommentar schreiben

 

Die folgenden Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Babette Teschen

  • Veröffentlichung Der Longenkurs
  • Ausgebildete Tierheilpraktikerin
  • Seminare nach Linda Tellington-Jones
  • Von 1998 bis 2000 Reitlehrerin in der Schule Marienau
  • Seit 1996 selbständig mit dem Pferdehof Teschen -
    Zentrum für ganzheitliche Betreuung

  • Seit 1998 Spezialisierung auf Alternative Reitweise nach Sally Swift und M. Feldenkrais
  • Schülerin von Horst Becker, Lehrer der klassischen Dressur
  • Seit Anfang 2003 Angebot eigener Seminare