Guten Morgen am Montagmorgen.
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Wege zum Pferd- Newsletter - Ausgabe: 130
Datum: 29.11.2010
Redaktion:
Babette Teschen und Tania Konnerth
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In der November-Ausgabe der Pferdezeitschrift "Cavallo" war eine kleine Meldung zum Einreiten von jungen Pferden zu lesen. Dort stand, dass der größte Stress beim ersten Aufsitzen das Aufsitzen selbst ist und dass man das Pferd schnell in die Bewegung bringen soll, damit es nicht mehr so gestresst ist.
Das ist uns aufgestoßen und wir fragen uns Folgendes: Warum wird es immer noch als vollkommen normal angesehen, dass das erste Aufsitzen Stress fürs Pferd sein muss?
Ein Pferd, das sanft und klug auf das erste Aufsitzen vorbereitet wird, empfindet keinen Stress, wenn ein Mensch zum ersten Mal auf seinem Rücken sitzt, sondern allenfalls neugierige Verwunderung.
Wir sind der Ansicht: wenn das erste Aufsitzen Stress fürs Pferd ist, ist etwas falsch gelaufen. Das erste Mal auf dem Rücken eines Pferdes sollte für alle Beteiligten - eben vor allem auch für das Pferd! - ein schönes Erlebnis sein. Und das ist ein vollkommen erreichbares Ziel, wenn man genug Zeit, Geduld und Pferdeverstand mitbringt - drei Dinge, die man für die Ausbildung eines Pferdes im Übermaß haben sollte.
Herzlich,
Babette Teschen und Tania Konnerth

Diese Woche neu
"Ist man in kleinen Dingen nicht geduldig, bringt man die großen Vorhaben zum Scheitern."
Konfuzius |
Aus Babettes Praxisblog
Die erlernte Hilflosigkeit
Der Begriff der erlernten Hilflosigkeit kommt aus der Psychologie und bezeichnet einen seelischen Zustand, in dem ein Mensch oder ein Tier gelernt hat, dass er/es sich durch sein Verhalten nicht aus einer unangenehmen Situation befreien kann. In diesen Zustand verfallen z.B. viele Menschen, die im Krieg, im Gefängnis (Auffanglager/Konzentrationslager), mit einer leidvollen Krankheit oder Behinderung leben müssen. Der Zustand der erlernten Hilflosigkeit führt oft in eine Depression, also in eine schwere, psychische Erkrankung, die bis hin zur völligen Apathie bzw. Resignation gehen kann.
Auch Pferde können in den Zustand der erlernten Hilflosigkeit gelangen
Nun können nicht nur Menschen in diesen Zustand kommen, sondern auch Pferde. Der Umgang mit Pferden und auch dessen Haltung führt leider viel zu oft genau in die erlernten Hilflosigkeit, denn viele "Ausbildungskonzepte" wollen tatsächlich genau das erreichen.
Dazu gehören:
- das Scheuchen des Pferdes im Round-Pen, wobei das Pferd die Erfahrung machen soll dass es dem Menschen nicht entfliehen kann,
- das sog. Aussacken des Pferdes, wobei das Pferd an einem Pfosten gebunden wird und so lange mit Gegenständen konfrontiert (beworfen, "sanft" geschlagen) wird, bis es keinerlei Gegenwehr oder Fluchtversuch mehr zeigt,
- das bewusst tiefe Einstellen des Pferdekopfes beim Reiten, die sog. Rollkur/Hyperflexion,
- das ständig wiederholte Weichenlassen des Pferdes vor dem übermächtigen Menschen
- oder auch Haltungsformen, in denen Pferde den Großteil ihres Lebens ohne direkten Kontakt zu Artgenossen in der Box verbringen müssen.
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Aus Tanias Hafi-Blog
Schon mal richtig danke gesagt?
Mir ist – bei mir selbst, aber auch bei anderen – mal wieder etwas aufgefallen: Die meisten von uns haben ziemlich genaue Vorstellungen davon, was unsere Pferde für uns tun sollen. Welche Lektionen sie wie und wann ausführen sollen, wie sie sich benehmen und verhalten sollen, was sie tun und was sie lassen sollen. Wir fordern ganz schön viel von unseren Pferden…
Aber sagen wir auch mal danke? Nicht nur mit dem allbekannten Halsklopfen (was viele Pferde übrigens nicht besonders angenehm finden) oder mit einem Keks, sondern wirklich ganz bewusst von innen heraus?
Wenn wir unseren Blick hin und wieder auf all das richten, was unsere Pferde für uns tun, dann gibt es aus meiner Sicht unendlich viel Grund, dankbar zu sein: * dankbar für das, was sie alles für uns machen * und für all das, was sie lassen, * dafür, wie gut sie meist auf uns aufpassen, * dafür, wie viel Mühe sie sich geben, uns zu verstehen und uns zu gefallen , * dafür, dass sie uns immer wieder Ungerechtigkeiten und Fehler verzeihen * und letztlich auch einfach dafür, dass sie da sind und wir sie liebhaben dürfen.

Dankbar zu sein, ist ein schönes Gefühl. Es macht uns bewusst wie reich wir sind.
Wenn ich meinen Pferden gegenüber dankbar bin, weiß ich sie nochmal ganz anders zu schätzen. Ich habe dann ein ganz warmes Gefühl im Bauch. Und ich bin weniger im Fordern als in der Freude – und das tut uns allen gut.
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Aus unserem Forum
Atypische Weidemyopathie
Ein Info-Beitrag über diese Erkrankung.
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Auf Wiedersehen und bis zur nächsten Ausgabe
Ihnen und Ihren Vierbeinern eine schöne Zeit,
Babette Teschen und Tania Konnerth |